CSU und das neue Bürgerrathaus: Blick über den Tellerrand

Redaktion

Endlich öffnet sich der Blick. Eine Erweiterung des Horizonts scheint möglich, nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern tatsächlich Reflektion üben. Das können Ferien.

Doch nicht nur die. Offensichtlich können auch Bauarbeiten für eine Weitung der Gedanken beitragen. Gerade gegenüber des ollen Kreiswehrersatzamtes öffnet sich der Blick auf das „Quartier an der Stadtmauer“. Abbrucharbeiten und Denkmalfreilegungen schreiten voran, der sonst so wolkenverhangene städtische Himmel klärt sich und setzt ungeahnte Kräfte frei.

Da am Eck Da. Foto: Erich Weiß

Da am Eck Da. Foto: Erich Weiß

Die CSU nutzt ihre Chance und geht in sich. Endlich, dürften so manche Beobachter seufzen. Dass ihr Dringlichkeitsantrag „Planungsstopp“ gleich das „Aus für Kreiswehrersatzamt?“ (lies unten) bedeuten und somit sowohl der Ämterrochade als auch größere Immobilienverschiebungen ein Riegel vorgeschoben würde, bleibt abzuwarten.

Geplantes "Bürgerrathaus". Foto: Erich Weiß

Geplantes „Bürgerrathaus“. Foto: Erich Weiß

Das verschafft Zeit zum Nachdenken. Zum Konsequenzen bedenken. Zum Einsortieren in größere Zusammenhänge. Schließlich kommt dem Quartier an der Promenade ein überaus bedeutender Scharniercharakter zu. Und das auf überaus heiklem Untergrund. Doch auch im Rathaus bebt der Untergrund. Die Stimmung im Feriensenat gilt als „Aufstand im Rathaus„.

Ein Grund mehr, die Groko zu Grabe zu tragen. Der Wettbewerb der nachhaltigsten Ideen ist eröffnet – endlich.

CSU_Mitteilung
Aus für Kreiswehrersatzamt?
Mit einem Dringlichkeitsantrag haben Fraktionsvorsitzender Dr. Helmut Müller und seine Stellvertreter Peter Neller und Prof. Dr. Gerhard Seitz weitere Planungen und Arbeiten für das alte Kreiswehrersatzamt gestoppt. Der Feriensenat fasste insoweit einen mehrheitlichen Beschluss. „Auch wenn die Idee eines Bürgerrathauses sicher nicht unsinnig ist, wäre es doch falsch, diese Bausünde aus der Nachkriegszeit für weitere Generationen zu zementieren, noch dazu mit einem Kostenaufwand von 8 Millionen Euro“, so Helmut Müller. Stattdessen wünscht sich die CSU einen Abriss sowie einen Neubau mit Parkierungseinrichtung für die Innenstadt. Dieser zentrale Standort verdient eine ansprechende zeitgemäße Architektur, einen schönen Baukörper, der den dortigen Villencharakter wieder aufnimmt und die Baulinie an der Willy-Lessing-Straße wieder aufnimmt, so Peter Neller. Die CSU will eine sogenannte Maßnahme der Stadtreparatur betreiben, den aktuellen städtebaulichen Missstand beheben und dabei das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Stadtrat Markus Huml plädierte für 200 absolut citynahe Parkplätze, welche nicht nur für das neue Quartier an der Stadtmauer eine Aufwertung wären, sondern Handel und Dienstleistungen auch in den umliegenden Straßenzügen aufwerten würden. Diese könnten sich unterirdisch auch auf die Fläche zwischen Kreiswehrersatzamt und ehemaligen DA AM ECK DA erstrecken.

Mit ihrem Vorstoß konnte sich die CSU allerdings nicht durchsetzen. Gab  es für Ziffer 1 des Antrages, einen Stopp der Sanierungsplanungen  herbeizuführen, noch eine knappe Mehrheit, fand sich eine solche für den  Wunsch nach einem Neubau und zusätzlichen Stellflächen nicht. Insofern ergibt sich für die CSU eine neue Ausgangslage.  Kreisvorsitzender Dr. Christian Lange und Fraktionsvorsitzender Dr.  Helmut Müller haben daher entschieden, für Montag eine Sondersitzung der  Fraktion einzuberufen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

 

2 Gedanken zu „CSU und das neue Bürgerrathaus: Blick über den Tellerrand

  1. unglaublich bescheuert diese hirnlosen deppen:
    > wenn man keinen knopf mehr in der tasche hat, kann man auch keine märchenschlösser bauen. ohne moos ist halt nix los.

    früher war geldverschwendung eine domände der roten sozialfuzzies. aber zur zeit geraten alle denkmäler ins wanken. auch wenn der aktuelle bau noch so häßlich ist, solange niemand die zig millionen für so eine traumburg (reichen 30 mio überhaupt?) herzaubert, kann man nur sanieren, aber nicht klotzen.

    außerdem erscheint der kindheitstraum vom letzten ob-kandidaten seitz nach einer tiefgarage ein wesentlicher motor für diese dummdreiste forderung zu sein.

    es kann aber auch ein trick sein, um die mafiöse groko mit aller gewalt aus den angeln zu hebeln. dann wäre der irrsinnige antrag doch noch für etwas gut.

    • Die Stellplätze sind’s – und die Aussicht auf lukrative Aufträge, von denen wohl auch „befreundete“ Architekten und Bauunternehmer profitieren dürften.

      Wo allerdings die Straßenkapazitäten herkommen sollen, um den zusätzlichen Autoverkehr abzuwickeln, entzieht sich meiner Erkenntnis vollständig.

      Überhaupt – neue Parkplätze direkt am ZOB: In Bamberg nimmt der Anteil des öffentlichen Nahverkehrs gegen den Trend ohnehin ab. Die zu erwartenden zusätzlichen Schäden durch Lärm und Abgase sind den ach so CHRISTLICH und SOZIAL eingestellten Wortführern offensichtlich auch egal.

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