Bamore – Bamberg, die Liebe, die Hingabe und das (süße) Nichtstun

Redaktion
Bamore. Foto: Erich Weiß

Bamore. Foto: Erich Weiß

La dolce vita. Dolce far niente. Die Liebe, das Leben, die Hingabe und das süße Nichtstun – was kümmern da die Vorschriften? Der Bamberger Oberbürgermeister hat’s wohl wörtlich genommen, das Nichtstun. Und kurzerhand seinen Dienstsitz mit einem mächtigen Werbebanner verziert, ohne seine städtischen Stellen, wie das Ordnungsamt, das Baureferat, die Denkmalschutzbehörden oder die Heimatpflege in Kenntnis zu setzen.

Entgegen unserer ersten Information (und der Formulierung: „Denn genehmigt ist das Werbebanner der Brose Baskets nicht.“) haben weitere Informationen ergeben, dass eine Genehmigung mit dem Aktenzeichen 772/16 wohl vorliegt. Wir haken nach.

„A cui ti pò pigghiari chiddu chi hai, dacci chiddu chi t’addumanna.“

sizilianisches Sprichwort

„Wenn jemand Dir alles nehmen kann, was du hast,

gib ihm alles, wonach er fragt.“

Immerhin hängt es an repräsentativer Stelle im Herzen des Welterbes – einem Einzeldenkmal von Balthasar Neumann 1732–37 als Gegenstück zum Katharinenspital entworfen, von Justus Heinrich Dientzenhofer begonnen und nach Planwechsel 1737 durch Michael Küchel zuendegeführt.

Jeder private Denkmalbesitzer, jeder Einzelhändler muss – will er Werbung an seinem Haus oder vor seinem Laden machen – den langwierigen Dienstweg durch die Ämter des Rathauses machen. Für den öffentlichen Raum am Maxplatz gelten diese Vorschriften nicht – bis zur Feier des Deutschen Meister beim Public Viewing ist’s eh vergessen. Und danach sowieso.

 

5 Gedanken zu „Bamore – Bamberg, die Liebe, die Hingabe und das (süße) Nichtstun

  1. Das Banner beschädigt die Würde eines historischen Gebäudes. Events dieser Art, die in einer historischen Altstadt abgehalten werden, beschädigen die Würde einer Stadt, in der eine wechselvolle Geschichte geschrieben wurde. Sie beschädigen die Würde und das Image einer Stadt, die heute Sitz einer Universität und eines Erzbistums ist. Mir tut das in der Seele weh.

  2. in keiner anderen Stadt gibt es ein solches Theater und die Selbsherrlichkeit der Herrschenden. Was bitte, hat dieser Basketballverein mit dem Rathaus zu tun?
    Warum wird dort überhaupt Werbung gemacht und aufgehängt?

  3. Wenn es Starke und Stieringer um Lärmevents geht, ist diesen Norddeutschen alles Recht. Auch das Aushebeln eigener Vorschriften!

    • Auch wenn das Banner nun doch genehmigt sein soll (Aktenzeichen 772/16) würde dies ein Privatmensch so nie genehmigt bekommen!

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