Lesetipp BR und SZ: Bamberger wollen Sand-Gefängnis behalten

Redaktion

Sowohl der Bayerische Rundfunk als auch die Süddeutsche Zeitung berichten von den Bestrebungen des Bürgervereins Sand, „ihr“ Gefängnis, auch „Café Sandbad“, behalten zu wollen. Denn der Freistaat überlegt, das Gefängnis an den Stadtrand zu verlegen.

Im Januar 2013 richteten Oberbürgermeister Starke und Bürgermeister Hipelius einen 10-Punkte-Brief an Ministerpräsident Seehofer, in dem unter Punkt 8 um die Verlagerung der Justizvollzugsanstalt gebeten wurde. Über die Weiternutzung schweigt sich dieses Schreiben ebensoaus wie über die Gründe der Verlagerung. Monopoly? Die SZ titelt ihren Beitrag mit „Knast in Bestlage“.

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„Café Sandbad“ hat bald ausgedient / Lesetipp SZ: Stadtführung für Immobilienhaie

13 Gedanken zu „Lesetipp BR und SZ: Bamberger wollen Sand-Gefängnis behalten

  1. .. macht nur so weiter, seht die Stadt als MarketingZone.. vermarktet alles. Profitcenter. Kein Mensch wird da mehr wohnen können, zumindest nicht mehr so gemütlich wie bisher… Auch wenn es zynisch klingt: Gefangene schmutzen nicht, sie wohnen eher. Wenn man aus dem sozialen Denkmal (Spital, Knast) ein Profitgebäude macht, ist die angrenzende Lebensqualität perdü. Übernutzung. Im Sand wohnen immerhin noch ca 800 Leute, meist in eigengenutzten Häusern- da steckt natürlich ein Riesenumsatz/gewinn drin, wenn die dann auch alle verkaufen… Man siehts doch an Venedig, die Stadt wird zur Kulisse für Reiche, Einheimische sind nicht gefragt oder Dienstboten… Im Jahr 2020 sind dort nur noch 10.000 Einwohner, vorher waren´s mal 70.000 …Quadratmeterpreis um die 9.000 €… Traurig, dass das so wenige durchschauen…. Dafür werden dann in hundert Jahren Vorträge gehalten… wie man´s nicht hätte machen sollen… armes Bamberg, man könnte heulen…

  2. Das Gefängnis im Sandbad gehörte zur Stadt seit nach dem dort ansässigen Spital das Zucht- und Armenhaus errichtet wurde. Dieses Gebiet steht also dem sozialen Feld in der Stadt sozusagen seit Jahrhunderten zu und wird von der Ugebung als Teil der Altstadt akzeptiert. (Und bislang kommen Zivilisationen leider nicht ohne Gefängnisse aus).
    Wie Altersheime aus der Stadt ausgegrenzt werden ist es heute Mode das nun auch mit dem Gefängnis zu machen. Ob die Macher und Planer dabei Menschenrechte im Sinn habe, kann ich nicht beurteilen.
    Nicht uninteressant aber dürfte durchaus die schöne Lage mitten in der Stadt sein. Ein Schelm, wer an Gewinn durch teuren, gut verkaufbaren und künftig verwertbaren Boden dabei denkt.

    Freuen dürften sich sicher auch die Leute, die sich gerade mit dem Gedanken anfreunden konnten, an den Stadtrand auf das Gelände der ehemaligen US-Kaserne zu ziehen. Merkwürdig genug schon, daß da intakte Häuser abgerissen werden, die bereits jetzt die Wohnungsnot hätten mildern können.
    In Zukunft werden die, die dort rausziehen, sich sicher auch über ein neueres, größeres Gefängnis nebenan freuen, das mit seinen modernen Mauern und seiner vermutlich attraktiven Architektur wohl ebenso heimelig wie das Café Sandbad auf die Bamberger wirken wird.
    Stehen nicht, wie immer in den letzten Jahren, knallharte Geschäftsineressen hinter den Bewegungen, an denen einige verdienen, der Rest bezahlt? Verkauft wird es den Bezahlenden aber als Gunst.

  3. So ein Schmarrn – ich bin Bamberger, ich wohne im Sand und ich wurde weder gefragt noch fühle ich mich von dem „Verein“ vertreten. Auf einem freien Markt senkt man den Preis am besten durch Erhöhung des Angebots. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre hinsichtlich der Mietpreise, sollte genau das das Ziel sein. Die Debatte ob dann jemand daran verdient ist eine rein neidgetriebene. Un zu guter Letzt ist eine Innenstadtlage aus sicherheitstechnischer Betrachtung sicherlich nicht vorteilhaft!

    • wo bitte ist in einer subventiondurchtränkten Wirtschaft, die lobbyistisch gefärbt ist, ein freier Markt?
      Dieses Gewäsch ist nicht mehr hinzunehmen.
      Und dann kann man sich nicht entblöden das Thema Neiddebatte einzubringen. Da wird der rechtschaffende Bürger zur geifernden, anderen, erfolgsorientierten Aufstrebern nichtgönnenden Person degradiert. Armselig.

  4. Tja und diese Bestlage lockt natürlich die üblichen Partizipanten auf den Plan.
    Ist mit den bisherigen Neubaugebieten ja noch nicht genug Zaster eingeheimst worden. Der luxusbewuste Mensch von heute strebt nach exklusiven Innenstadtlagen mit Wasserblick. Das die Bamberger den Knast hier behalten wollen ist doch nur natürlich. Die Knackis fahren nicht mit dem Auto zum Friseur, in die Musikschule, in die Uni, zur Maniküre, ins Solarium, zum Ballet, zum Reiten, zum Kaffeetrinken, wieder zum Friseur, mal nur so, zum Einkaufen, zum Tanken, zum Kiesern, zum Sport, zum Basketball, zum Spaß.

  5. dieser knast verstößt gegen alle menschenrechte und ist ein fürchterlicher Schandfleck für das sandgebiet.

    wer den dort behalten will ist ein einfältiger egoist

      • nur 1 ?
        wollen Sie wirklich nur einen einzigen Zweck ?

        Von Studentenappartments über Ferienwohnung, von Pension über Voranstaltungsräume bis hin zu Kultureinrichtungen liegen wohl so rund 20 – 50 verschiedene Möglichkeiten. Man muss halt mal etwas intensiver über den Sandkasten hinausblicken.

        • Studentenappartments? Da gibt es doch nun genug davon auf der Insula oder der Erba. Noch mehr überteuerte Wohnklos für die Studenten?

          Ferienwohnungen? Noch mehr davon, die den Wohnungsuchenden dann die kleinen Mehrzimmerwohnungen wegnehmen?

          Pension? Die Hoteliers wollen bestimmt noch mehr
          Veranstaltungsräume? Die Konzert- und Kongresshalle ist ja immer ausgebucht…

          Kultureinrichtungen? … pfff – die kriegen ja noch nicht mal das Kesselhaus hin, weil sie der Kultur die paar Euro nicht gönnen, die sie die mit links in der Arena für Stühle oder im den Studentenwohneheimen für zugeschobene Einrichtungsaufträge easy lockermachen

          • Aber das neue Gefängnis würde vielleicht mehr Arbeitsplätze bringen! Wäre das nicht ein Argument dafür?

        • Sie sprühen ja geradezu vor Kreativität. Ich muss meine bisher positive Meinung Ihnen gegenüber wohl noch einmal überdenken. Sie geben keine wirklichen Vorschläge, eher einen Abklatsch bisher in Bamberg nicht zum Erfolg gebrachter Vorhaben. Und. An Mikroimmobilien zum Geldparken wimmelt es mittlerweile in dieser Stadt. Und. Fast allen Vorschlägen Ihrerseits haftet doch die mangelnde Umweltverträglichkeit an. Hier bitte nachbessern. Eventuell hilft es ja, sich mit dem Baukörper und dessen Status (Denkmal?) auseinanderzusetzen.

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