„Geht, ich sende euch“ mit neuem Glaubensschwung

Bayernwallfahrt nach Schönstatt mit Erzbischof Dr. L. Schick

Schönstadt

Wer als Pilger nach Schönstatt kommt, kehrt als Apostel zurück. Das ist schon ein gängiges Sprichwort geworden. Eine kleine Marienkapelle, ein großer Wallfahrtort und eine weltweite apostolische Bewegung – das ist Schönstatt, ein Ortsteil von Vallendar am Rhein. Dazu freundliche und weltoffene Schwestern mit hoher Kompetenz und Ausstrahlung, die in ihrer gewinnenden Art stets eine lebendige Atmosphäre des Glaubens im liebevollen Miteinander schaffen. Dies durften auch die Buswallfahrer der bayerischen Diözesen erfahren, darunter auch ein Bus aus der Erzdiözese Bamberg.

Auf das erste große Ereignis am Gnadenort Schönstatt waren die Bamberger Wallfahrer besonders stolz: das Pontifikalamt mit ihrem Erzbischof Dr. Ludwig Schick in der Pilgerkirche. In seiner Festpredigt sagte er, Papst Benedikt habe das Glaubensjahr ausgerufen und Maria als Vorbild und Schwester des Glaubens vorgestellt. An ihr könne man ablesen, was Glauben bedeutet. Glaube sei keine Theorie, sondern Beziehung zur lebendigen Person, zu Christus, zum Hl. Geist und Vater. Die Verehrung Mariens vermindere nicht die Beziehung zu ihrem Sohn, im Gegenteil: Maria führe zu Jesus hin und nicht weg von ihm. Wie Paulus durch seine Missionsreisen das Tor des Glaubens für die Heiden geöffnet habe, so sei auch die Gottesmutter „Türöffnerin des Glaubens“. Wir brauchen heute Familien, in denen gebetet werde, wo der Glaube gelebt und freimütig weiter gegeben werde. Maria möchte uns zu Missionaren erziehen, die ihren Glauben weitertragen. Unser Gebet, Vorbild, Sprechen über den Glauben – so das große Anliegen unseres Erzbischofs –, könne unsere Kinder und Jugendliche zum Glauben führen.

Bei der anschließenden Prozession mit Erzbischof Dr. Ludwig Schick  zum Urheiligtum  wurde vor allem an die in Jahrhunderten gewachsene Liebe des bayerischen Volks und der Franken zur Gottesmutter erinnert. Vieles verbinde Bayern mit diesem Heiligtum, dem Ursprungsort der Schönstattbewegung. Hervorgehoben wurde das Wirken von Pater Jakob Rem SJ, dem Apostel der Jugend von Ingolstadt vor 400 Jahren, der mit seinen Jugendlichen den Titel „Dreimal Wunderbare Mutter“ geprägt hat. Ferner wurden Max Brunner aus Arth bei Landshut als Mitglied der Gründungsgeneration Schönstatts genannt, Gräfin Gertraud von Bullion, in Würzburg getauft und in Kempten beerdigt, eine der ersten Frauen in der Schönstattbewegung und Pater Franz Reinisch,  der sein Noviziat in Untermerzbach absolvierte, in Bad Kissingen als einziger Priester im Dritten Reich den Fahneneid auf Hitler verweigert hat und deshalb als Märtyrer hingerichtet worden ist.  Schließlich wurde auf den Gründer Schönstatts, P. Josef Kentenich verwiesen, der  3 ½ Jahre im KZ Dachau inhaftiert war, wo auch der selige Schönstattpriester Karl Leisner heimlich zum Priester geweiht wurde. In beeindruckender Weise zogen die Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Diözesen mit ihren Pilgerstäben ein und trugen ihre Grüße vor, darunter auch Sr. Annerose für das Schönstattzentrum Marienberg bei Scheßlitz.

Am zweiten Tag (Peter und Paul) unserer Pilgerreise wählten die Wallfahrer der  Erzdiözese Bamberg aus dem reichen Alternativprogramm eine Fahrt zum Grab der Schönstätter Marienschwester M. Emilie Engel nach Koblenz-Metternich aus. Papst Benedikt der XVI. hatte ihr den „heroischen Tugendgrad“ zuerkannt und damit ihren Seligsprechungsprozess eröffnet.

Nachmittags trafen sich wieder alle Wallfahrer Bayerns zum Gottesdienst in der Anbetungskirche am Grab von P. Kentenich. Der Präses der Schönstattbewegung Würzburg, Pfr. Josef Teutlein, beklagte in seiner engagierten Predigt zunächst das Imageproblem unserer Kirche und ermutigte dazu, mit Selbstbewusstsein die wahren Schätze der Kirche nach außen zu tragen. Maria helfe uns, unseren Glauben zu bekennen und damit andere anzustecken.

Eine tolle Zugabe der bayerischen Schönstattschwestern war der viel gepriesene bayerische Abend im Hof des Pilgerzentrums. Bei Bier und Weißwurst fühlten sich die Wallfahrer wie zu Hause. Starke fränkische Frauen machten beim Seilziehen den Profis aus dem Süden Bayerns schwer zu schaffen. Maßkrugstemmen, lustige und ernstere Einlagen einzelner Diözesen, vor allem der kurzfristig organisierte Chor der bayerischen Schönstattschwestern machten den Abend  zu einem bleibenden Erlebnis.

Auch der Sonntag begann zunächst mit einem reichhaltigen Alternativprogramm für Geist und Seele. Beim Gottesdienst in der Pilgerkirche nahm OStR Wenzel in Anlehnung an das Sonntagsevangelium zum Thema Abschied Stellung. Nach dem schmackhaften Mittagessen folgte eine eindrucksvolle Aussendungsfeier am Urheiligtum, bei der die Wallfahrer nochmals eingeladen wurden, die Heimreise als Apostel für eine lebendige Kirche anzutreten.

Die schönen und segensreichen Tage in Schönstatt bei der Bayernwallfahrt machen schon wieder neugierig auf das nächste große Fest der deutschen Schönstattbewegung vom 18. – 20. 10.2013 zur Eröffnung des Jubiläumsjahres zum 100. Gründungstag 1914 – 2014.

Anmeldungen möglich unter 09542/7635.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.