Warnstreiks bei den US-Streitkräften – Der „pay freeze“ muss weg!

Mitteilung von ver.di

Nach mehreren erfolglosen Verhandlungsrunden in den letzten Monaten ruft die Gewerkschaft ver.di bundesweit zu Arbeitsniederlegungen der Zivilbeschäftigten bei den ausländischen Streitkräften in Deutschland auf. In Bayern sind nach Auskunft von Norbert Flach, stv. Landesbezirksleiter von ver.di Bayern, die US-Standorte Schweinfurt, Bamberg, Grafenwöhr/Vilseck, Hohenfels und Ansbach/Illesheim betroffen.

Mehrere Hundert Beschäftigte werden dort am 11. und 12. Juni die Arbeit niederlegen. „Die mehrstündigen Arbeitsniederlegungen sind notwendig geworden, weil die Arbeitgeber auch in dieser Tarifrunde sich einer linearen Entgelterhöhung konsequent verweigern“, erklärte Norbert Flach.

Seit Anfang 2010 sind die Lohntabellen unverändert, seitdem gab es nur Einmalzahlungen und das soll nach dem Willen der Arbeitgeber bis 2015 so bleiben. Neben den US-Streitkräften sind in anderen Bundesländern noch französische und britische Streitkräfte stationiert.

„Aber insbesondere die US-Administration will die längst fällige Anpassung der Löhne und Gehälter – und damit einen Teilausgleich des Reallohnverlustes der letzten Jahre – verhindern“, kritisierte Flach. Die Verhandlungsführer berufen sich auf den sogenannten „pay freeze“, einen Erlass der US-Administration, dass die Löhne und Gehälter nicht steigen dürfen.

„Das verstößt aber eindeutig gegen die im bundesdeutschen Grundgesetz verankerte Tarifautonomie“, erläuterte Norbert Flach. Dass es auch anders geht, beweisen die US-Streitkräfte in der Türkei: Dort sind die lokalen Zivilbeschäftigten ausdrücklich vom „pay freeze“ ausgenommen.

Ver.di ruft alle Tarifbeschäftigten und alle sich solidarisch erklärenden Arbeitnehmer bei den US Streitkräften in Bamberg am kommenden Mittwoch, 12. Juni 2013, ab 11.30 Uhr bis Dienstschluss zu einem Warnstreik auf!

Treffpunkt: Vor dem Tor 1 der USAG, Weißenburgstraße 10–12, Bamberg

Durch die Tatsache, dass der Standort Bamberg im Herbst 2014 geschlossen wird, ist für die Beschäftigten vor Ort eine tabellenwirksame Erhöhung von ganz besonderer Wichtigkeit.

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