Nürnberg IceTigers gewinnen Auftaktmatch der Pre-Playoffs

 Jérôme Grad

Normalerweise berichten wir bei der Bamberger Online-Zeitung von Geschehnissen und Ereignissen rund um Bamberg. Wir hinterfragen, beäugen kritisch und befassen uns mit Themen, die den Bamberger bewegen.

IceTigers vs. Grizzly Adams

Was also soll an dieser Stelle ein Beitrag zu den Nürnberg Ice Tigers, wird sich möglicherweise der ein oder andere Leser denken. Nicht die in Bamberg beliebten Basketballer finden hier Beachtung, sondern Eishockey. Ein Sport der in der medialen Landschaft keinesfalls einen höheren Stellenwert als Basketball besitzt und ebenso hinter König Fußball rangiert. Und dann noch aus einer anderen Stadt?
Gibt es nicht Wichtigeres? Die Brose Baskets spielen heute Abend in der Europa-League bei Anadolu Efes Istanbul. Warum also nicht einen Bericht zu diesem Spiel? Ist doch eine basketballverrückte Stadt, europäischer Pokal ist doch interessant und die Frage, wann Bamberg international der erste Sieg gelingt doch auch einen Artikel wert, oder? Gut zugegebenermaßen, wir haben es uns einfach gemacht. In diesem Fall ziehen wir die Spannung im Wettbewerb (Eishockey-Playoffs) einer allenfalls bezüglich der Ehre interessante Frage (sieglos in der EuroLeague?) vor. Zudem erschienen die knapp 70 Kilometer in die Arena nach Nürnberg doch ungemein einfacher zu bewältigen als die gut 2100 Kilometer Luftlinie von Bamberg nach Istanbul.
Kein Basketball, ok, aber da gibt es doch noch die Eintracht, jenen ortsansässigen Fußballclub, der immerhin in der Regionalliga Bayern spielt. Nun, letzten Freitag kam Marek Mintal in die Domstadt. Die Spieler von Petr Skarabela trotzten dem FCN II ein 1:1 Remis ab. Achtungswert – allemal. Aber dieses Wochenende geht es nach Buchbach, dem Tabellenvierten. Und das eben erst am Wochenende, genauer am Samstag um 14 Uhr. Der Anstoß in der SMR-Arena ist zudem aufgrund Witterungsbedingungen noch nicht garantiert.

Somit lande ich wieder beim Eishockey, das in diesen Tagen ein nicht zu verachtendes Argument auf seiner Seite hat – das Wetter.
Der neuerliche Wintereinbruch seit Dienstag kommt genau zur rechten Zeit – zum Beginn der Playoffs im deutschen Eishockey. Denn wer denkt bei diesem Wetter an Sommer, Sonne und Strand? Nein, im Moment regiert die Zeit der Kälte, des Schnees und Eises. Kurzum: perfekte äußere Bedingungen für Eishockeyfeeling.
Das allein reicht nicht? Gut, hier kommen weitere Argumente: Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt und das Nürnberger Team spielt um die Meisterschaft. Nach zum Teil miserablen Auftritten scheint die Mannschaft rechtzeitig zu den Playoffs zu ihrer Stärke gefunden zu haben. Fünf der letzten sieben Spiele in der Hauptrunde konnten gewonnen werden.
Nun aber zum Spiel von gestern Abend.

Nürnberg IceTigers mit Heimsieg gegen die Grizzly Adams Wolfsburg in den Pre-Playoffs

In einem packenden und spannenden Spiel setzten sich die Nürnberg IceTigers mit 3:2 gegen die Grizzly Adams Wolfsburg durch. Dabei fanden zunächst die Wolfsburger besser ins Spiel und drängten die Nürnberger in ihr Drittel. Die Nürnberger Spieler wirkten nervös und verunsichert ob des forschen Spiels des Tabellen-Zehnten. Erst nach den Anfangsminuten wurden die IceTigers stärker und erzielten mit ihrer ersten Chance das 1:0. Torschütze war in der sechsten Minute Steven Rupprich. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Drittelpause, aus der dann Wolfsburg erneut den besseren Start erwischte. Folgerichtig egalisierte Greg Moore in der 26. Spielminute die Nürnberger Führung. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt verdient. Knapp 4100 Zuschauer sahen in der Folge ein Spiel, das von seiner Intensität lebte, wobei Wolfsburg sein Heil in der starken Offensive suchte und sich immer wieder im Nürnberger Drittel festsetzen konnte. Der Mannschaft von Bengt-Ake Gustafsson blieb oftmals nur der Befreiungsschlag.
Im dritten Drittel waren es dann die IceTigers die furios starteten. Evan Kaufmann konnte nach einem Pass von Eric Chouinard zur erneuten Führung für die Nürnberger Kuvencracks treffen. Doch die Wolfsburger zeigten sich wenig beeindruckt und nutzten eine Unachtsamkeit an der blauen Linie von Jame Pollock zu einem Konter, den sie zum 2:2 Ausgleichstreffer erfolgreich abschlossen.
Die Spannung war spätestens ab diesem Zeitpunkt greifbar, beide Mannschaften wollten nun den Sieg. Angetrieben durch die Fans zeigten Patrick Reimer und Co. Moral und ging erneut in Führung. Das 3:2 durch Rob Leask, seinem ersten Saisontreffer, bedeutete gleichzeitig den Endstand in einem umkämpften Spiel.

Bereits am morgigen Freitag steht das zweite Spiel der Serie Best of Three an. Dann geht es nach Wolfsburg. Dort könnten die Nürnberg IceTigers bereits das Viertelfinalticket buchen. Wer das Spiel gestern gesehen hat, weiß, das noch ein ganz hartes Stück Arbeit auf die IceTigers ab 19:30 Uhr wartet.

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