Stiftung „Kinderreich“ vergibt 38.000 Euro

Erzbischof Schick zusammen mit den Vertretern der Verbände und Projekte aus dem Erzbistum bei der Spendenübergabe im Bischofshaus. Foto: Harry Luck

Erzbischof Schick wirbt für Mentalitätswandel in der Gesellschaft: Wert von Kinderreichtum wieder erkennen.

Bamberg. (bbk) Die Familienstiftung „Kinderreich“ von Erzbischof Ludwig Schick hat Zuwendungen in Höhe von 38.000 Euro an bedürftige Familien und Projekte vergeben. Die symbolische Übergabe der von einem Kuratorium beschlossenen Hilfsmaßnahmen fand am Montagnachmittag im Bamberger Bischofshaus statt. Erzbischof Schick sagte, dass Kinderreichtum neben Glück und Freude leider für viele auch Probleme und Nöte bedeute. Die Stiftung wolle daher Hilfe zur Selbsthilfe bieten und dazu beitragen, dass der Wert von Kinderreichtum in der Gesellschaft wieder besser erkannt werde.

Insgesamt wurden 23 Anträge auf Einzelfallhilfe mit einer Gesamthöhe von rund 21.000 Euro bewilligt, die Einzelsummen liegen zwischen 350 und 2500 Euro. Die Zuschüsse für Projekte belaufen sich auf rund 17.000 Euro.

Im Gespräch der Vertreter von Verbänden und Einrichtungen mit dem Erzbischof wurde deutlich, dass besonders die Wohnungssuche für kinderreiche Familien ein großes Problem darstellt. „Kinder werden häufig als Störfaktor empfunden“, sagte Schick; bei der Vermietung von Wohnraum würden Singles und Paare mit einem Kind oft bevorzugt. „Hier müssen wir einen Mentalitätswandel bewirken“, mahnte der Erzbischof. Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein fügte hinzu, dass Kinderreichtum ein riesiges Armutsrisiko darstelle. Und Armut im Kindesalter habe Auswirkungen für das ganze Leben, über schlechtere Bildung bis hin zu einer niedrigen Rente im Alter. „Wenn es die Stiftung ‚Kinderreich‘ nicht gäbe, müsste sie erfunden werden“, sagte Öhlein.

Zu den geförderten Projekten gehören Kindererholungsfreizeiten, Jugendprojekte und Familienpflegemaßnahmen ebenso wie einzelne bedürftige Familien mit vielen Kindern, denen Zuschüsse für Heizkosten, Möbel, Kleidung, Matratzen, Musikunterricht oder Zahnspangen gezahlt werden. Bischof Schick erläuterte, dass nur ein kleiner Teil der Leistungen aus der Rendite der Stiftung entnommen werde. Der größere Teil stamme von gutherzigen Spendern aus dem gesamten Erzbistum.

Als „kinderreich“ bezeichnet die Stiftung in der Regel Familien mit vier oder mehr Kindern. Die Zuwendungen werden unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft gewährt, die Betroffenen müssen allerdings im Bereich der Erzdiözese Bamberg wohnen.

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