„Die Kirche hat ihren Platz bei den Armen“

Erzbischof Schick zum 25. Jubiläum des Stift Hauck

Bamberg/Nürnberg. (bbk) Die Kirche sollte nach Worten von Erzbischof Ludwig Schick weniger den Platz bei den Großen und Mächtigen suchen als bei den Armen. „Wenn wir in den Medien weniger vorkommen und Einfluss in Politik und Gesellschaft verlieren, ist das weniger schlimm, als wenn wir uns von den Armen entfernen, denn dann verraten wir unseren Glauben“, sagte Schick am Freitag beim 25. Jubiläum des Senioren-, Alten- und Pflegeheims Jakobus-von-Hauck-Stift in Nürnberg.

Oft werde von einem Bedeutungsverlust der Kirche gesprochen und festgestellt, dass über sie zunehmend negativ berichtet werde. „Aber wäre es nicht viel schlimmer, wenn wir weniger bei den Armen wären?“, sagte der Erzbischof. „Der Platz Jesu war bei den Armen und er hat seiner Kirche aufgetragen, bei den Armen zu sein und zu bleiben.“ Schon das Zweite Vatikanische Konzil, dessen Beginn sich in diesen Tagen zum 50. Mal jährt, habe deutlich gemacht, wo Kirche ihren Platz haben müsse: im Alltag des Lebens, bei den Menschen und besonders bei den Armen. Damit meine Jesus alle, die Begleitung, Hilfe, Zuwendung, Schutz und Trost brauchen. „Die ganze Kirche muss caritativ sein. Das ist eine wichtige Lehre, die uns das Konzil erteilt hat.“

Auch die Gottesdienste und die ganze Verkündigung müssten caritativ sein und die Armen und Einfachen zu Gott erheben, damit sie von ihm das Evangelium hören und daraus leben können, betonte der Erzbischof. Kirche habe ihren Platz in Pfarreien, Seniorenheimen, Kindergärten, Hospizen und Schulen und nicht auf Empfängen, Präsentationen und in internen Strukturdebatten.

„Je mehr wir dienen, einfach bei den Menschen sind, je mehr sind wir bei Jesus und je mehr handeln wir wie er“, sagte Erzbischof Schick. „Je mehr wir Gottesdienst feiern, schlicht und ohne Brimborium und Gerede, hören wir auf das Wort Gottes.“

Das Nürnberger Seniorenheim trägt den Namen von Jakobus von Hauck, der 1912 bis 1943 Bamberger Bischof war. Schick dankte den Mitarbeitern, Seelsorgern und Ordensschwestern dafür, „dass hier Kirche gelebt wird, nah bei den Menschen, nah bei den Armen.“

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