Wechsel an der Spitze der bislang größten deutschen Bildungsstudie

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld, Projektleiter und „Principal Investigator“ des Nationalen Bildungspanels (National Educational Panel Study, NEPS) wechselt an das European University Institute (EUI) in Florenz und hat zum 1. August 2012 die Leitung des NEPS an den Bamberger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach übergeben. Das Nationale Bildungspanel erforscht Bildungsverläufe und Kompetenzentwicklungen über den Lebenslauf hinweg und ist die bislang größte Bildungsstudie.

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Blossfeld hat das NEPS ins Leben gerufen, aufgebaut und von Bamberg aus geleitet. Er wechselt zum 1. September 2012 an das EUI in Florenz. Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach ist bereits seit Projektbeginn in verschiedenen Arbeitsbereichen von NEPS in leitender Funktion tätig und hat seit 2002 den Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg inne.

Das Nationale Bildungspanel wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und ist die bislang größte Bildungsstudie. Das 2008 gestartete Projekt untersucht, wie sich Kompetenzen von früher Kindheit an bis weit ins Erwerbsleben hinein entwickeln und verändern und wie sich Bildungsprozesse über den Lebenslauf hinweg entfalten. Etwa 190 Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen arbeiten dabei zusammen und bilden ein deutschlandweites Kooperationsnetzwerk.

Das Besondere des Nationalen Bildungspanels ist die Dokumentation und theoriegeleitete Untersuchung von Bildungsverläufen – und dies über den gesamten Lebenslauf. Die fünf zentralen Forschungsperspektiven, die auf alle relevanten Übergänge im Bildungssystem bezogen werden, sind:

  1. die Entwicklung von Kompetenzen im Lebenslauf,
  2. Bildungsprozesse in lebenslaufspezifischen Lernumwelten,
  3. soziale Ungleichheit und Bildungsentscheidungen,
  4. Bildungsprozesse von Personen mit Migrationshintergrund und
  5. Erträge von Bildung.

Dieser Rahmenkonzeption folgend werden in dem zunächst bis 2013 finanzierten Projekt Längsschnittdaten von ca. 60.000 Zielpersonen verschiedener Altersgruppen und 40.000 Personen um diese Befragten (Eltern, Lehrer, Peers etc.) in ganz Deutschland zu Kompetenzentwicklungen, Bildungsprozessen, Bildungsentscheidungen und Bildungsrenditen in formalen, nicht-formalen und informellen Kontexten über die gesamte Lebensspanne erhoben. Diese Daten bieten ein reichhaltiges Analysepotential für all jene Disziplinen, die an der Erforschung von Bildungs- und Ausbildungsprozessen interessiert sind, und verbessern die Grundlagen für eine evidenzbasierte Politikberatung in Deutschland.

www.bildungspanel.de

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