Niebels Teppich-Affaire: Geheimtipp für Staubsaugervertreter

IM UndichteStelle

Pssst! Neuerdings besitzt unser Entwicklungsminister Dirk Niebel einen Teppich! „Kein deutscher Minister hat sein Amt jemals so schamlos missbraucht wie Dirk Niebel“, nöhlt SPD-Entwicklungspolitiker Sascha Raabe. Erst habe er jede Menge Parteifreunde mit lukrativen öffentlichen Posten versorgt, dann den Personalrat kaltgestellt und nun lasse er gar auf Staatskosten – vom BND und am deutschen Zoll vorbei – Luxusteppiche einfliegen.

Man kann das aber auch ganz anders sehen. Erstens ist es doch grundsätzlich zu begrüßen, wenn sich hochrangige Politiker Teppiche kaufen, um üben zu können, wie man drauf bleibt. Zweitens waltete Niebel nur seines Amtes, wenn er die afghanische Wirtschaft durch eine Privatinvestition ankurbelte. Drittens könnte man ihm zwar vorwerfen, keinen fliegenden Teppich gekauft zu haben, andererseits ist es aber auch wieder ehrenwert, dass Niebel darauf verzichtete, sich bei der Öko-Fraktion einzuschleimen. Viertens scheint mir auch der spezielle Umstand gut nachvollziehbar, dass der Minister sein Schnäppchen vom BND nach Hause bringen ließ – kann man das Kürzel dieses Dienstes doch leicht als „Befördert Niebels Deppiche“ ausbuchstabieren. (Und seit wann ist ein deutscher Zoll für afghanische Deppiche zuständig???)

Der fliegende Teppich, Ölgemälde von Wiktor Michailowitsch Wasnezow aus dem Jahr 1880

Wie auch immer. Es ist zu erwarten, dass sich Dirk Niebel beim jetzt anstehenden Staubsaugerkauf nicht lumpen lassen wird. Zumal die Sache inzwischen ja ordentlich Staub aufgewirbelt hat.

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