Bürgerwindrad Sassendorf – Pionierarbeit wird am Sonntag 17. Juni gefeiert

Vierether Kuckucks- Ei e.V.

Wie alles begann:

Windrad

Vor 20 Jahren brannte in Bayern noch der Kampf um Standorte für weitere Atomkraftwerke (AKW). Noch 1997 kündigte Ministerpräsident Stoiber an, dass er bis zur Jahrtausendwende ein bis zwei neue AKW am Netz haben wolle. Seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl lehnt jedoch die Bevölkerung neue AKWs mehrheitlich ab und es wurde in interessierten Zirkeln diskutiert, wie stattdessen umweltfreundlich Energie erzeugt werden kann. Seit dem Mehr-fach-Super-GAU von Fukushima ist die Energiewende endlich in aller Munde;

Die Grundvoraussetzung für den Ausstieg aus der hochgefährlichen Atomkraft und aus der klimaschädlichen Nutzung fossiler Brennstoffe war jedoch damals schon deutlich: Die maßlose Verschwendung von Energie muss aufhören!

1995/96 fanden sich engagierte Menschen vom Bund Naturschutz und Vierether Kuckucks-Ei zusammen, um eine zukunftsträchtige Alternative zu den AKW-Plänen zu errichten: Umweltfreundliche Energieerzeugung und weg von der Bevormundung durch undemokratische Stromkonzerne! Die Idee eines Bürgerwindrads war geboren. Weder Natur- oder Denkmalschutz, noch Umweltschutzverbände, Gemeinde Zapfendorf oder der Landkreis Bamberg hatten Einwände gegen den Standort Sassendorf.

Allein die Regierung von Oberfranken lehnte das Projekt ab, und die Genehmigungsphase geriet zur Zitterpartie. Es stand kurz vor dem Aus, als Fristen für bereits zugesagte Fördermittel für dieses Pilotprojekt nicht eingehalten werden konnten. Mit unermüdlichem Einsatz gelang es den „Vordenkern“, allen voran Dr. Ludwig Trautmann-Popp, Zapfendorfs Bürgermeister Josef Martin und der Firma Aerius (Kropp/Ebitsch), die Ablehnung der Bezirksregierung durch das Bayrische Umweltministerium auszuhebeln.

Zum Jahreswechsel 1997/98 lag die Baugenehmigung vor. Auf den Veranstaltungen des Vierether Kuckucks-Ei und des Bund Naturschutz fanden sich schnell Investoren, so dass am 16. Juni 1998, ein Enercon Windrad E-66 aufgestellt wurde. Seit fast 14 Jahren erzeugt nun dieses erste Bürgerwindrad im Landkreis umweltfreundlichen Strom und ist als Symbol für den Beginn der Energiewende weithin sichtbar. So wurden die Teilhaber, die Bürger der Gemeinde Zapfendorf und natürlich die Sassendorfer die Windkraftpioniere in der Region.

(Details zum Hergang gibt es unter www.aerius-gmbh.de)

Das Windrad läuft nach fast eineinhalb Jahrzehnten immer noch rund – technisch und finanziell! Allen Gerüchten zum Trotz.

Das wollen wir feiern!

Dennoch steht die Energiewende noch am Anfang: Das Kuckucks-Ei und auch der Bund Naturschutz wünschen sich viele weitere Bürgerwindräder in Oberfranken, denn die Energiewende ist viel zu wichtig um sie den Großkonzernen zu überlassen – schließlich ist es unser Strom, der da produziert werden soll, und es ist unsere Umwelt und Zukunft die es zu schützen gilt!

Derzeit liegen die Entwürfe für neue Windvorranggebiete aus: Leider ist hier kein wirklich großer Wurf gelungen!

„Die ausgewiesenen Flächen sind insgesamt zu klein und zu wenige, um den Strombedarf zu decken: Alleine für den Stromverbrauch von Stadt und Landkreis Bamberg bedarf es 200 Windräder. Zudem sollen die besten Flächen ausgeschlossen werden. Wir fragen uns: Stecken hier die Großkonzerne dahinter, die die Konkurrenz fürchten? Uns geht es nicht primär um die Wirtschaftlichkeit; doch die besten Standorte mit viel Wind bringen uns dem Klimaziel am schnellsten näher. Und: sein Geld bei einer guten Sache rentierlich anzulegen, ist doch in aller Sinn, oder?!“, so Karin Zieg vom Vorstand des Vierether Kuckucks-Ei.

Der Kreisvorsitzende Heinz Jung von der Kreisgruppe des Bund Naturschutzes ergänzt: „Wir raten daher allen Bürgermeistern, Gemeinderäten und Bürgern, die Zeit bis zum 27.7.2012 zu nutzen und ihre Wünsche und Vorstellungen für die Windflächen im Landratsamt Bamberg abzugeben.“

Kuckucks-Ei-Vorstandsmitglied Dr. Jens Garleff fordert, dass die Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft so geändert werden, dass ein wirtschaftlicher Anreiz zum Energiesparen geschaffen wird. Bisher reden wir nur über die umweltfreundliche Stromerzeugung; es wird jedoch kaum gelingen, die Energiewende erfolgreich zu gestalten, ohne am verschwenderischen Umgang mit Energie etwas zu ändern. Eine Energiesteuer könnte dafür sorgen, daß niemand mehr auf Kosten der Umwelt und der nachfolgenden Generationen billig Energie verschwenden kann! Mit dem eingenommenen Geld sollten die gewaltigen Schäden „repariert“ werden, die unsere bisherige nicht-nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweise an Natur und Umwelt angerichtet hat.

Programm am 17.6.2012:

Ab 14 Uhr erwarten wir beim Windrad viele Radler der Sternfahrt sowie Bahn- und Wanderfreunde, die mit uns feiern. Die Anfahrt mit dem PKW zu einer Parkmöglichkeit ist ausgeschildert.

Nach garantiert kurzen Ansprachen lassen wir es richtig krachen: Live-Samba von Bateria quem e heizt uns ein und lädt zum Tanzen ein. Der Ortskulturring hält für uns Kaffee und Kuchen bereit. Natürlich gibt es auch Bratwurst aus der Region und vegi-bio-Wurst vom Grill zum fränkischen Bier.

Das familienfreundliche Fest bietet auch viel Spass für die Kinder: Der Bund Naturschutz kommt mit seiner „Erlebnis Wildnis“, dem NaturWaldMobil. Die Zapfendorfer Kindergärten sind auch dabei: lustige Windräder können selber gebastelt werden mit dem Kindergarten St. Christophorus und die Kinder von St. Franziskus schenken uns einen Tanz. Es wird in jedem Fall für alle ein lustiges Fest.

Sternradtouren und Bahnanreise:

  • Bamberg:
    10 Uhr ab Goblmoo,
  • Gundelsheim:
    12.30 Uhr ab Rathaus
  • Kemmern:
    12.50 Uhr Alter Bahnhof
  • Breitengüßbach:
    13.00, kleine Kirche
  • Litzendorf:
    12 Uhr ab Rathaus
  • Schesslitz:
    12 Uhr Alter Bahnhof
    12.15 Uhr Wiesengiech
  • Ebensfeld:
    13 Uhr ab Friedenslinde
  • Bad Staffelstein:
    12.30 Uhr ab Rathaus
  • Lichtenfels:
    11.45 Uhr ab Bahnhof

Anreisen mit der Bahn:

  • ab Bamberg: 12.04 Uhr
    Gertrud Tel: 09635-921172
  • ab Lichtenfels: 12.20 Uhr
    Ankunft: 12.33 Uhr: beide Gruppen gehen gemeinsam zum Windrad.

Anreise mit dem PKW:

  • Die Strecke zum Parkplatz ist ab Zapfendorf-Mitte ausgeschildert.

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