Belastetes Mineralwasser – Hinweis auf eine Fernsehsendung

134 Liter Mineralwasser hat jeder Deutsche im vergangenen Jahr durchschnittlich getrunken, nachdem 1980 der Durchschnitt noch bei 40 Litern pro Kopf gelegen war. In der „ZDFzoom“-Ausgabe „Abgefüllt und aufgetischt – Wie gut ist unser Mineralwasser?“ am heutigen Mittwoch, 30. Mai 2012, 23.15 Uhr, blickt man einmal hinter die Kulissen des lukrativen Wirtschaftsektors. Seit einigen Jahren entdecken Experten in Testreihen immer wieder Schadstoffe und Verunreinigungen in der Wasserflasche. Qualitätskontrollen von staatlicher Seite finden bei Mineralwässern nur stichprobenartig statt und die „deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung“ enthält nur unzureichende Regelungen.

Die Autoren von „ZDFzoom“ haben sich auf Spurensuche begeben und 20 Mineralwässer prüfen lassen. Drei beauftragte Labore untersuchten die Wässer auf Uran, Keime und Pestizidmetabolite – Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Dabei wurde mit einem neuartigen Analyseverfahren auch auf künstliche Süßstoffe getestet, da diese trotz Kläranlagen auch aus menschlichen Abwässern in Mineralwasser gelangen können.

Die Testergebnisse waren deutlich: Fast alle der untersuchten Wässer enthalten Schadstoffe oder Verunreinigungen. Eines der getesteten Mineralwässer überschreitet den Grenzwert für Uran bei Säuglingswässern sogar um das Sechsfache. In einem Mineralwasser fanden die Labore Rückstände von zehn verschiedenen Pestizidmetaboliten. Gegenüber den für diesen Hersteller zuständigen Überwachungsbehörden in Nordrhein-Westfalen erklärte der Abfüller, er plane freiwillig die Stilllegung der betroffenen Brunnen.

Generell halten einige Landesverbraucherschutzministerien die Mineral- und Tafelwasserverordnung für veraltet. Das Land Nordrhein-Westfalen sieht Handlungsbedarf und erklärt, Grenzwerte für anthropogene Verunreinigungen in Mineralwässern seien „dringend notwendig“.

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