Über 50 Jahre für den Weltgebetstag

Alina Rölver (links) und Inka Wunderer (rechts)

Inka Wunderer übergibt Ehrenamt an Alina Rölver

Seit über 50 Jahren engagiert sich Inka Wunderer ehrenamtlich für den Weltgebetstag. „Es ist bewegend, wenn jemand mit so viel Herzblut so lange ein Ehrenamt ausübt,“ zeigte sich Dekan Otfried Sperl sehr beeindruckt. Er verabschiedete Inka Wunderer, die seit 1984 im Evang.-Luth. Dekanat Bamberg Beauftragte für den Weltgebetstag war, anlässlich der Bamberger Dekanatssynode aus ihrem Amt und begrüßte ihre Nachfolgerin Alina Rölver.

Inka Wunderer selbst berichtete von den vielen spannenden Themen und Begegnungen: „1960 startete ich in Nürnberg zu einer Weltreise. Jedes Jahr steuerte ich seitdem ein neues Land an. Nie alleine – immer in Gemeinschaft mit Frauen aus den verschiedensten Konfessionen.“ Der Weltgebetstag wird traditionell von Frauen organisiert. Vor 100 Jahren entstand bereits die Weltgebetstagsbewegung, die mittlerweile in über 170 Ländern konfessionsübergreifend jeweils am ersten Freitag im März einen Gottesdienst organisiert. Jedes Jahr wird ein anderes Land in den Blickpunkt gerückt, die Probleme und auch Freuden der dortigen Frauen thematisiert. Inka Wunderer hat sich in ihrer Weltgebetstagsarbeit mit 52 Ländern beschäftigt. „Informiertes Beten – betend Handeln“ ist das Motto der Weltgebetstage. Dabei organisieren die Frauen nicht nur Gottesdienste, sondern bringen gesellschaftlich relevante Themen ins Gespräch, stärken die Frauensolidarität und sind auch ein Stück Frauen-Bildungsarbeit.

Inka Wunderer erlebte einige Veränderungen in Gesellschaft, Kirche und den Geschlechterrollen: „Als ich 1963 im Mütterheim Eschau im Spessart meinen ersten Weltgebetstag in eigener Verantwortung vorbereitete, lud ich dazu Frauen aus dem Dorf ein. Viele kamen, alle mit vorne geknoteten Kopftüchern. Erst im Laufe des Abends fiel eines nach dem anderen – ich freute mich!“ Heute gestalteten die Frauen selbstbewusst den Gottesdienst, brächten ihre Ideen ein und der Pfarrer räume mittlerweile an diesem Tag meist ganz selbstverständlich die Kanzel. Der Knoten ist geplatzt! Auch die Selbstverständlichkeit, mit der heute ökumenisch gedacht und gehandelt werde, sei teils Verdienst der engagierten Weltgebetstagsfrauen: „Sie haben der Kirche den Horizont geöffnet für die Verflochtenheit unserer bayerischen Kirche mit anderen Konfessionen und anderen Ländern“, so Dekan Sperl.

Das erste Weltgebetstags-„Reiseziel“ von Inka Wunderers Nachfolgerin Alina Rölver wird im kommenden Jahr  Frankreich sein. Dann ist sie es, die mit über 80 Multiplikatorinnen verschiedener Konfessionen die Aktionen im Dekanat Bamberg für den Weltgebetstag 2013 plant. Und an diesem Weltgebetstag wird auch Inka Wunderer mit Sicherheit nicht fehlen.

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