Einmal wandelt Läuten durch mich hin

Fernsehgottesdienst aus dem Bamberger Dom

von Johannes Först

Domkantorei. Foto: Elke Pilkenroth

Am Sonntag, den 11. März 2012, überträgt das Bayerische Fernsehen anlässlich seines diesjährigen tausendsten Weihejubiläums ab 10:00 Uhr den Festgottesdienst aus dem Bamberger Dom. Das Jubiläum steht unter dem Motto „Dem Himmel entgegen“, durch das auch der Gottesdienst mit Zelebrant Erzbischof Ludwig Schick geprägt sein wird.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes tragen unter der Leitung von Domkapellmeister Werner Pees die Bamberger Domkantorei, Mädchenkantorei, eine Auswahl an Knaben des Domchores und Domorganist Prof. Markus Willinger. Neben Stücken von Vic Nees, Wolfram Buchenberg, Bertold Hummel und Werner Pees werden vier von fünf Teilen der von Hans Schanderl zum Domjubiläum komponierten „Bamberger Messe“ aufgeführt. Da auch der 11. März ein Sonntag in der Fastenzeit ist, mussten hierfür allerdings ein paar Abstriche hingenommen werden. So wird der Chor nicht vom Orchester, sondern lediglich durch die Orgel begleitet. Außerdem wird das Gloria erst zur eigentlichen Uraufführung, die am 6. Mai stattfinden wird, zu hören sein.

Schanderl ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse, der sich über das Instrument informiert, für das er komponiert“ so äußert sich Werner Pees über die Zusammenarbeit mit Hans Schanderl bezüglich der Auftragskomposition.

Domchor beim Heinrichsfest

Auftraggeber der Komposition ist die Bamberger Dommusik in Person. Dass hierfür Hans Schanderl ausgewählt wurde, hat mehrere Gründe. Zum Einen komponierte Schanderl bereits im Jahr 2009 eine 14-minütige Motette, welche auf einer CD mit der „Schola Bamberg“ erschienen ist und seitdem von weiteren Chören aufgeführt wurde. Zum Anderen ist Schanderl ein Komponist, der sich in der Szene einen Namen gemacht hat, was zum Beispiel ein kürzlich an ihn vergebener Kompositionsauftrag des Chores des Bayerischen Rundfunks zeigt. Außerdem wollte man beim Festakt zur tausendsten Wiederkehr der Domweihe bewusst nicht auf traditionelle, sondern zeitgenössische Musik zurückgreifen. Vor allem um zu zeigen, dass die Kirche auch heute noch eine musikalische Sprache hat. Daneben wohl auch, weil man ansonsten vor der schwierigen Aufgabe stehen würde, festzustellen, welche musikalische Epoche der letzten tausend Jahre für den Gottesdienst in Frage käme, was den übrigen Epochen selbstverständlich nicht gerecht werden würde. Aus diesem Grund ist der Text der Messe in deutscher Sprache verfasst und nicht, wie es in der Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil üblich war, in Latein.

Der 1960 geborene Hans Schanderl studierte von 1982 bis 1988 an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover und schloss dieses Studium mit dem Diplom ab. Zwischenzeitlich studierte er mehrere Semester im Ausland, genauer in Varansai/Indien, und in Istanbul/Türkei. Danach studierte er persischen Santûr, polyrhythmische Perkussion, Violoncello und Changgo. Zusätzlich ließ er sich in TaKeTiNa Rhythmuspädagogik ausbilden.

Schanderl leitete von 1989 bis 1994 Workshops in Berlin und Brandenburg und war daraufhin von 1994 bis 1997 Lehrbeauftragter an der Hochschule der Künste in Berlin. 2005 erhielt er eine Einladung für ein Chorseminar am Conservatoire du Nord in Ettlbrugg-Luxembourg zu leiten und im Jahr darauf war er als Dozent beim XVI. Festival Europa Cantat in Mainz tätig. Seit dem Wintersemester 2009/2010 übt er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Katholische Kirchenmusik in Regensburg aus.

Hans Schanderl ist ein vielseitiger Komponist, dessen Kompositionen von Jazz über Mittelaltermusik bis hin zu Vokalstücken reichen.
Hier gehts zu einer Hörprobe.

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