Vom Texte weben

Des Dichters Hand kurz über dem Blatte schwebt
eh’ er Gedanken zu Texten verwebt.
Doch dann kratzt die Feder, die Tinte kleckst,
denn ein famoser Gedanke zur Eile hetzt.
Der soll nicht in dunkle Vergessenheit sinken,
sondern festgehalten vom Ruhme trinken,
wenn er wortreich und sinnig abgedruckt steht
und vielleicht als Zitat in die Geschichte eingeht.

Dann …
ein neuer Gedanke, ein kühner verweg’ner.
Er wird plötzlich des Ersten schärfster Gegner.
Es entspinnt sich ein richtiges Wortduell.
Der Dichter schreibt’s auf – krakelig, schnell.
Und erst, wenn die Wörter ausgewogen,
die Gedanken beruhigt, nach heftigem Toben,

dann …
wenn des Textwebers Hand ermattet,
ist es dem werten Leser gestattet
einzutauchen in diese neue Welt,
ein Universum, im schwarz-weißen Dichterzelt.

© Cornelia Stößel 2018/März

https://schreibwerkstatt-wortwerke.org

 

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