Stieringer: Bayerns Innenstädte verlieren gegen Amazon, Otto und Co.

 Redaktion
Maxplatzabsperrung vom Grünen Markt, Juni 2012. Foto: Erich Weiß

Maxplatzabsperrung vom Grünen Markt, Juni 2012. Foto: Erich Weiß

Die Kommunen in Bayern haben der virtuellen Bedrohung nichts entgegenzusetzen. Sie werden den Kampf verlieren … Die Citymanager, Werbegemeinschaften und Stadtmarketinggesellschaften in Bayern haben, nach Ansicht von Klaus Stieringer, der zunehmenden virtuellen Bedrohung nichts entgegenzusetzen … Vor dem Hintergrund zweistelliger Wachstumszahlen beim Onlinehandel befürchten die Innenstadtexperten ein Massensterben in bayerischen Kommunen.

Abgesehen von dem Gebrauch eines Kriegsjargons inklusive der Voraussage eines „Massensterbens in bayerischen Kommunen“ (der Menschen?) ist die Botschaft klar: Der Geschäftsführer des Bamberger Vereins Stadtmarketing Klaus Stieringer und alte und neue Vorsitzender des Arbeitskreises all derer, die die bayerische Stadt als Marke verkaufen wollen, sieht den Onlinehandel als „virtuelle Bedrohung“. Ohne den Ansatz einer Analyse noch einer Lösung zu liefern, trägt nach Stieringers Ansicht der Verbraucher und das Ladenöffnungsgesetz die Verantwortung für den boomenden Onlinehandel, der den Innenstadthändlern zunehmend das Leben schwer macht. Weder komplexe Wirtschaftskreisläufe werden von Stieringer unter die Lupe genommen, noch individuelle Standortfaktoren, weder unterschiedlichste Gewerbe oder Gewerke noch unmittelbare Vor-Ort-Konsequenzen einer globalisierten Herstellungs- oder Absatzentwicklung. Nicht mal Besonderheiten – auch nicht für längst sichtbare Gegenströmungen – wie gleichbleibender oder gar steigender Absatz regionaler Besonderheiten finden Beachtung. Dabei hätte er um den Absatzboom des Bamberger Brotes, des Bamberger Hörnlas und des Bamberger Bieres beim Verfassen der PM wissen müssen. Letzterer boomt tatsächlich, auch wenn sein hauseigenes musikalisches Jazz-und-Blues-Event den Verdrängungswettbewerb auf dem Bamberger Biermarkt eröffnet hat und diesen seit Jahren befördert. Resigniert stellt Stieringer fest, dass ALLES vergebens ist. Außer …

  • … außer die Münchener Staatsregierung und die Städte öffnen die steuerlich angestauten Geldseen in Richtung des eigenen Arbeitskreises und
  • … außer es erfolgt eine weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

Bamberg: Kampfgetöse statt konkreter Handlungsstrategien

Sogar die Augsburger Allgemeine attestiert Stieringer Übertreibungen (hier). Während des Kampfgetrommels wird das Feindbild konkret beim Namen genannt, wobei das Versandhaus Otto ehemals Generationen an das Einkaufen aus dem Katalog gewöhnt hat und dem die Online-Umstellung inklusive Kundenbindung offenbar gelungen ist. Seinen sonst marktliberalen Ansatz wischt er beiseite. Die Augsburger Kollegin fährt – wie ihre Kollegen in Würzburg und Aschaffenburg – zusätzlich eine Strategie, die die Bamberger Onlinezeitung vor fast einem Jahr bereits vorgestellt hat: Online-Handel schwächt die Einzelhändler. Darum “Lass den Klick in Deiner Stadt”:

Erfolgreiche Kampagne für den lokalen Handel

Ein Hamburger Marktforschungsinstitut hat seinerzeit im Auftrag des Augsburger Privatsenders die Auswirkungen mittels einer Umfrage nachgehakt: 35 % der Befragten gaben an, ihr Einkaufsverhalten nach der Aktion geändert zu haben und wieder stärker beim lokalen Handel zu kaufen. Bei den befragten RT1-Hörern hat sich das sogar die Hälfte vorgenommen!

Innenstädte sind mehr als nur Handel

Tatsächlich sind Innenstädte nicht nur eine Aneinanderreihung von Geschäften, ob inhabergeführter Einzelhandel oder Niederlassungen von Ketten. Seit Jahrhunderten leben hier Menschen, ziehen die nächste Generation auf und versorgen die Alten. Sie sind Treffpunkt und Ort der Kommunikation. Der Mensch als soziales Wesen findet hier Raum in seinem ganzheitlichen Dasein. Eine isolierte Betrachtung auf Handel und seinen Wandel greift zu kurz. Lesen Sie hierzu auch “Die Folgen der guten Regierung auf das städtische Leben”.

Während sich das Bamberger Stadtmarketing als Chefgastronomie und Eventveranstalter geriert, handeln andere Städte, betreiben Aufklärung und ändern nachweisbar das Kaufverhalten der Verbraucher. Einen arbeitnehmerInnenfreundlichen Ausweg hinsichtlich des Onlinehandels eröffnete jüngst der Postillon: Regierung beschließt Sonn- und Feiertagsregelung für Onlineshops.

Mitteilung von Klaus Stieringer - Vorstand Berufsverband AKCS

Bayerns Innenstädte verlieren gegen Amazon, Otto und Co. – Berufsverband AKCS warnt vor Innenstadtsterben

Der Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS) wird auch in den kommenden drei Jahren vom Geschäftsführer des Bamberger Stadtmarketing Vereins, Klaus Stieringer, geführt.

Bezeichnung: Klaus Stieringer - Vorsitzender des Berufsverbandes City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS)

Klaus Stieringer – Vorsitzender des Berufsverbandes City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS)

(München, 04.März 2015) Die Komumnen in Bayern haben, nach Ansicht des neu gewählten Vorsitzenden des Berufsverbandes City- und Stadtmarketing, Klaus Stieringer, der virtuellen Bedrohung durch den Onlinehandel nichts entgegenzusetzen. „Bayerns Kommunen werden den Kampf gegen Amazon, Otto, Zalando und Co. verlieren“, warnt der Vorsitzende Klaus Stieringer auf der Jahreshauptversammlung der Bayerischen Innenstadtexperten.

Neuer Vorstand gewählt

Bei den Neuwahlen im Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS e.V.) wurde der Bamberger Citymanager Klaus Stieringer für die kommenden drei Jahre in seinem Amt als Vorsitzender des Berufsverbandes bestätigt. Als Stellvertreter sind die Geschäftsführerin vom City Marketing Passau e.V., Christiane Kickum, und der Traunsteiner Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhof gewählt worden. Des Weiteren wurden wiedergewählt: Dr. Kerstin Schulte-Eckel (Geschäftsführerin Citymarketing Ansbach), Thomas Most (Geschäfts-führer pcs-Informatik GmbH). Neu im Amt sind Wolfgang Weier (Geschäftsführer von „Würzburg macht Spaß e.V.“) und Vanessa Korn (Geschäftsführerin Stadtmarketing Neuburg an der Donau). Christian Bitter (CIMA Beratung + Management GmbH) bleibt Geschäftsführer des AKCS e.V. und koordiniert die Aufgaben des Verbandes.

Staatsregierung in der Pflicht

Mit deutlichen Worten warnt der wiedergewählte Vorsitzende vom Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS e.V.) in seiner Antrittsrede vor dramatischen Veränderungen in Bayerns Kommunen. „Ohne nachhaltige Unterstützung durch die Staatsregierung und die Kommunen werden wir den Kampf um unsere Innenstädte verlieren“, betont Klaus Stieringer. Vor dem Hintergrund zweistelliger Wachstumszahlen beim Onlinehandel befürchten die Innenstadtexperten ein Massensterben in bayerischen Kommunen. Die Citymanager, Werbegemeinschaften und Stadtmarketinggesellschaften in Bayern haben, nach Ansicht von Klaus Stieringer, der zunehmenden virtuellen Bedrohung nichts entgegenzusetzen. „Bayerns Kommunen werden den Kampf gegen Amazon, Otto, Zalando und Co. verlieren“, befürchtet Klaus Stieringer.

Kommunen müssen moderner und besser werden

„Um gegen den Online-Handel bestehen zu können, müssen die bayerischen Kommunen moderner und besser werden, um die Menschen aus den virtuellen Netzen wieder in die Straßen der „Fleischwelt“ zurück zu holen“, so Klaus Stieringer. Hochqualifizierte Experten stehen, nach Ansicht des Berufsverbandes AKCS e.V., mit einer ganzen Klaviatur von Maßnahmen in Bayern bereit, um dem kränkelnden Handel zu helfen. Die Mitglieder des Berufsverbandes fordern deshalb ein Umdenken der Politik in Bezug auf die sehr restriktive Genehmigungspraxis bei Sonderöffnungszeiten an Werktagen, den sogenannten „Shopping-Nächte“ sowie eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten.

Der Kampf gegen Verkaufsoffene Sonntage wurde längst verloren

„Die Zeiten ideologischer Grabenkämpfe um die Genehmigung verkaufsoffener Sonntage, um Einkaufsnächte und der langjährige Kampf um veraltete Ladenöffnungsreglungen in Bayern müssen endlich der Vergangenheit angehören“, so Klaus Stieringer. „Wenn wir unsere Möglichkeiten nicht nutzen können, wird es schon bald in unseren Kommunen nichts mehr geben, um was es sich zu streiten lohnt“, erklärt der AKCS-Vorsitzende. Nach Ansicht der Innenstadtexperten stehen die Verlierer beim verbissenen Kampf um die Genehmigung von verkaufsoffenen Sonntagen in Bayern längst fest. „Während Gewerkschaften und Verbände immer noch gegen verkaufsoffene Sonntage demonstrieren, ist der Sonntag längst zum Haupteinkaufstag für die Verbraucher geworden. Leider ausschließlich zu Lasten der Innenstadthändler“, so Klaus Stieringer.

Verbraucher tragen Mitverantwortung

Die Mitglieder vom AKCS e.V. nehmen aber auch die Verbraucher persönlich in der Pflicht, den Bayerischen Kommunen zu helfen. „Man kann nicht gleichzeitig den Erhalt der Innenstädte einfordern und zeitgleich seine Weihnachtseinkäufe im Internet erledigen“, so Klaus Stieringer.

Stadt ist mehr als Einkaufsplatz

Auch nach Ansicht von AKCS-Geschäftsführer Christian Bitter besteht die Gefahr, dass der Online-Handel in den Innenstädten zu einer andauernden Verödung führe. Unter einem lebendigen Stadtzentrum versteht Bitter nicht nur einen Ort des Einkaufens, der Banken, Behörden oder sonstigen Dienstleistungsunternehmen. Immer mehr Menschen wohnen wieder in den Städten. Das Modell der kompakten europäischen Stadt mit ihren kurzen Wegen ist auch die Antwort auf den demographischen Wandel der Zukunft und muss erhalten bleiben.

Professionelle Werbung ist alternativlos

Nach Ansicht des Berufsverbandes AKCS erkennen zum Glück viele Kommunen in Bayern die Gefahren für ihre Zentren. „Immer mehr Kommunen beschäftigen deshalb Citymanager, beteiligen sich an professionellen Werbegemeinschaften und Stadtmarketingorganisationen oder gründen selbst Stadtmarketinggesellschaften, um die Funktion der Innenstadt als lebendige Kernräume nicht nur zu erhalten, sondern im Wettbewerb mit anderen Städten weiter zu entwickeln. Im Berufsverband Aktionskreis City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS) sind professionelle Werbegemeinschaften, sowie City- und Stadtmarketingeinrichtungen aus über 50 Städten und Gemeinden aus ganz Bayern zusammengeschlossen. Der Berufsverband AKCS sieht die Mitgestaltung und Erhaltung funktionierender Stadtstrukturen in Bayern als Aufgabe, die erfolgreiche Zukunft der Städte und Gemeinden zu sichern. Hierzu gehören professionelle Werbegemeinschaften, sowie erfolgreiche City- und Stadtmarketingeinrichtungen als kooperative Partner, um zukunftsfähigere Stadträume zu entwickeln, die für die Bewohner und Besucher der Städte einen Spannungsbogen zwischen Einkaufen, Kultur, Leben und Erleben herstellen. Der Berufsverband AKCS ist Mitinitiator des Stadtmarketingpreises Bayern und Mitglied im Verband der Bayerischen Wirtschaft (VBW). Weitere Informationen zum Berufsverband City- und Stadtmarketing findet man auf www.stadtmarketing-bayern.de

Stadtmarketing Bamberg
Herr Klaus Stieringer
Obere Königstrasse 1
96052 Bamberg
DeutschlandTelefon: 0049951201030
Telefax: 0049951201031
Internet: http://www.mybamberg.de
E-Mail: kst@stadtmarketing-bamberg.de

Der Berufsverband City- und Stadtmarketing Bayern (AKCS) vertritt die Interessen von über 50 Bayerischen Kommunen mit einem Citymanagement, einer Stadtmarketing Gesellschaft oder einem professionellen Werbegemeinschaft. Auf Initiative des Handelsverbandes BAG Bayern wurde der heutige Berufsverband im April 2005 als Zusammenschluss der bayerischen CityManager in München gegründet. Hintergrund war die Erkenntnis, dass die in den Städten und Gemeinden geleistete Arbeit der City- und Stadtmarketingeinrichtungen eine Plattform benötigt, um mit qualifizierter Öffentlichkeitsarbeit die Erfolge und vielseitigen Tätigkeitsfelder darzustellen. Heute stellt der Berufsverband AKCS die wichtigste Interessensvertretung von Marketingexperten für Bayerische Kommunen dar und ist Mitglied im Verband der Bayerischen Wirtschaft VBW.


Online-Handel schwächt die Einzelhändler. Darum “Lass den Klick in Deiner Stadt” / Bamberg hat den Blues: Banker-Immobilieninvestoren-Bühnen, “Kultur zum Nulltarif” und die Bamberger Bratwurst

2 Gedanken zu „Stieringer: Bayerns Innenstädte verlieren gegen Amazon, Otto und Co.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.