Bernd Wagenhäuser – der Stahlwerker

 Text: Christiane Hartleitner, Fotos: Erich Weiß

Neue Ausstellungshalle

Feuer, Stahl, Härte, Rostbeständigkeit, Verformbarkeit, Walzen. Beim Schweißen fließt Schweiß, es ist Schwerstarbeit, wenn die Form erst gefunden ist.

Bernd Wagenhäuser macht sich auf. Begann vor über 3 Jahrzehnten bei geometrischen Formen, bei Kreis, Zylinder, Ellipse.

Zahlreiche Variationen der Grundkonstruktionen begegnen sich auf dieser Reise, in Reinform, bisweilen verschränkt und verknüpft, in Teilen ausgespart, manchmal gebogen und durchbrochen. Die geometrischen Elemente nähern sich einander, gehen eine Verknüpfung ein. Bereichern und lösen sich. Immer im Kopf behält er die Oberfläche. Mal ist sie glatt-glänzend wie beim polierten Stahl, mal schwarz verfärbt, mal rau nach der Bewitterung des Cor-Ten-Stahls. Die Patina als Reaktion auf die Umwelt.

Seinen neueren Arbeiten ist die Durchdringung der Geometrie anzumerken. Doch die Weiterentwicklung durch dynamische Aspekte schwingt mit. Bisweilen ist sie Dynamik pur. Die Plastik im Kesselhaus gibt hiervon deutliches Zeugnis (verzweigt, Teil 1, Kunstraum Kesselhaus).

Bernd Wagenhäuser, "verzweigt" im Kesselhaus

Nun gewährt Bernd Wagenhäuser Einblicke in sein Schaffen, nicht nur in seine Arbeiten, sondern in sein Arbeiten. Der Werkprozess in der Werkstatt wird deutlich.

Ausblick in die Werkstatt

Werkstatt

Die erweiterten Räume in der Gertraudenstraße sind ein Besuch wert – immer wieder. Seit über 20 Jahren arbeitet er hier. Nun hat er nicht nur den Hof für die Arbeiten an den großen Plastiken und daneben Raum für die Schweiß- und Walztechniken in der Werkhalle mit Kran und schwerem Gerät, sondern auch eine neue Ausstellungshalle als Bestandsaufnahme seines künstlerischen Schaffens.

Nein, einen typischen Galeriebetrieb wolle er hier nicht eröffnen. Vielmehr möchte Bernd Wagenhäuser eine Werkschau seiner Arbeiten von den 80er Jahren bis heute bieten. Von ersten Skizzen über detaillierte Entwürfe, weiter zu Modellen bis hin zu Kleinplastiken und seinen ganz großen Plastiken, von denen sich zahlreiche mittlerweile im öffentlichen Raum befinden. In Bamberg vor allem die Großplastik am Markusplatz von 1996 und der Skulpturenpark in der Mußstraße vor dem Welcome Hotel.

"Walk about"

Noch-nicht verlorenes Fragment

Wunderbar die Säule, wo Wagenhäuser Eindrücke einer Mexiko-Reise verarbeitete. „Walk about“. Bildpaare im Nebeneinander in Anlehnung an die frühamerikanische Vorgeschichte und deren Symbole. Aufgewickelt einem Textil gleich, auf Walzenform gebannt und doch losgelöst, weil entnommen, weiter verarbeitet und wieder eingefügt. Die Serie „Das verlorene Fragment“ als Branddruck auf Büttenpapier ist eine mächtige und zarte Arbeit zugleich.

Der mehrfach ausgezeichnete und vielfache Preisträger – mehr als 13 erste Preise sprechen ein beredtes Bild – gibt einen Einblick in den Schaffensprozess. Darüber hinaus öffnet er immer wieder den Blick, gemeinsam mit anderen Künstlern. Freuen darf man sich schon auf ein Fest im Januar, das weltweit von Künstlern, Kunstmittlern, Kunstfreunden am selben Tag im sculpture network – einem internationalen Netzwerk – den interdisziplinären Dialog und Ideenaustausch von Menschen und Institutionen feiert.

Darüber hinaus gibt es einige Modelle von Entwürfen zu sehen: vom Brunnen in Eckersdorf, von der Plastik des Audi Porsche Zentrums in Bayreuth, vom Brunnen vor dem IHK-Bildungszentrums in Bamberg, vom Kreisel in Hassfurt. Glückliche Hassfurter! Als Bambergerin wünsche ich mir ein Modell für den Kreisel am Wilhelmsplatz …

Öffnungszeiten: Mittwoch 17–20 Uhr, Samstag 11–14 Uhr

Last Call for Christmas: Samstag, 22. Dezember 14–21 Uhr

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