„Die ganze Welt steht hinter einem einzelnen Satz“

Anna Mohr

Jenny Erpenbeck schafft es immer wieder, die Zuhörer ihrer Lesung im Zuge der diesjährigen Poetikprofessur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zu faszinieren. So liest sie am letzten Termin der besagten Professur, nämlich am 19. Juni, aus ihrem Werk Aller Tage Abend. Dieses Buch ist laut Professor Marx „ein Buch des Abschieds“. Wie das, fragen Sie sich nun vielleicht, liebe Leserinnen und Leser. Nun, das Werk besteht quasi aus fünf Büchern und am Ende eines jeden stirbt die Protagonistin in verschiedenen Lebensabschnitten. So ist sie am Ende des fünften Buches 90 Jahre alt und ihr Sohn muss begreifen, dass „das Nicht-Wissen seiner Mutter […] so tief wie ein Fluss“ ist.

Jenny Erpenbeck arbeitet an diesem Mittwoch mit vielen verschiedenen Medien. So hat sie einen kleinen Film mitgebracht, der die Arbeit an zwei einzelnen Sätzen, die ihrem Lektor wohl nicht gefallen haben, darstellt. Des Weiteren zeigt sie in einer PowerPoint Präsentation auf, wie viele verschiedene Stadien ein Satz aus dem zuvor gezeigten Film durchlaufen hat. Am Ende des Abends stehen 14 Varianten und die Ausgangsversion buchstäblich an der Wand.

Die diesjährige Poetikprofessur hat mir persönlich viel Spaß bereitet und ich konnte einen Einblick in das Leben einer vielseitigen Autorin gewinnen, worüber ich mich sehr freue und wofür ich sehr dankbar bin.

Zum Abschluss noch eine Frage an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Welche Farbe(n) hat für Sie das Wort „brauchen“? Für Frau Erpenbeck ist es rot und dunkelblau. In diesem Sinne, viel Spaß beim Grübeln. Versuchen Sie es doch gleich an einem der vielen Werke der Poetikprofessorin aus.

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