Inselrundschau: Bambergs Würde

Redaktion

Erneut gelingt dem Bürgerverein Bamberg Mitte mit seiner – inzwischen legendären & heiß begehrten – Inselrundschau ein Wurf erster Güte: Bambergs Würde (hier pdf).

Die hervorragende Bebilderung begleitet ein heikles Thema, das Vielen aus dem Herzen und dem Hirn sprechen dürfte, A-ha-Erlebnisse erzeugt, Einige vielleicht mit einem großen Fragezeichen zurück lässt. Um nicht alleine die gefühlsmäßige Ebene zu bedienen, klärt der seit Jahrzehnten in Stadt- und Regionalmarketing erfahrene Fachmann, Prof. Dr. Clemens Renker, auf: über übergeordnete Strategien, über Steuerungsmöglichkeiten, aber auch über Versagen und dessen Auswirkungen. Er erteilte der Aneinanderreihung von Events eine klare Absage, deren Banalisierung, Boulevardisierung und Geblende nicht nur veraltet, sondern kontraproduktiv ist. Und „allenfalls die Anzünder wärmt“.

Events „wärmen nur die Anzünder“

Ohne Namen zu nennen, ist die Kritik deutlich. Renker kennt das eigene Berufsfeld en detail und gerade deshalb dürfte seine Kritik schmerzen. Dürfte sich Bambergs Citymanager Klaus Stieringer angesprochen fühlen, der seit Jahren der Forderung, eine klare Zielvorgabe für sein Stadtmarketing und „mybamberg.de“ vorzulegen, ablehnt.

Unwürdiges Bamberg: Örtchen im Juni 2014. Foto: Erich Weiß

Der sich eben durchwurstelt, sich jeglicher konstruktiver Diskussionsansprüche verwehrt und stattdessen von Jahr zu Jahr ein zusätzliches Event gebärt. Dem es  – dank seiner Verankerung in der Stadtpolitik – gelungen ist, nach nur einem Probelauf sein (privatwirtschaftliches)  Bamlit mit einer institutionellen Förderung zu versehen, das den eh knapp bemessenen Kulturetat schröpft. Und ganz nebenbei die ehrenamtliche Tätigkeit der Macher von „Bamberg liest“ zum Aufgeben geschubst hat.

Gibt es Hoffnung, Bambergs Würde zu erkennen und zu wahren? Gelingt endlich eine Diskussion auf politischer Ebene? Nachdem die Studien der Universität Bamberg zu den Events in der Innenstadt so sträflich in Hintertürchen der Gremien abgehandelt wurden (Beitrag „Freude am Hampeln“), dass sogar Dr. Heller (CSU) konstatierte, dass „Prof. Dr. Redepenning … aber zur Gestaltung des Maxplatzes überhaupt nichts vorgetragen“ habe. Es ist fraglich, ob von dieser Seite jemals eine konstruktive Diskussion zu erwarten sein wird.

Gelingt es Bürgermeister Dr. Lange?

Schließlich lobt er in seinem Beitrag „Die Inselrundschau: gedrucktes Bürgerengagement“ das des Vereins, schreibt von einer Bereicherung für die Stadtgesellschaft, deren Einmischen die Lebensqualität erhöhe. Möge er als Für“schreiber“ auch für-sprechen. Und gesetzte Themen aufnehmen, um sie in der Polis zu diskutieren – auch wenn es für den Ober-Bürgermeister unbequem werde. Einen neuen Parameter gibt es ja nun: die Würde der Stadt.

Die Debatte in der aktuellen Inselrundschau schneidet auch andere Themen an: Sie handelt auch von der Schließung einer Sparkassenfiliale, dem Radentscheit, erneut dem Heroldhaus im Haingebiet und um Persönlichkeiten, die auf der Insel leben.

Dieses Bürgerengagement in Schriftform wird schon lange von politisch Handelnden gelesen, hat Marksteine gesetzt, wie seinerzeit die Sonderausgabe zum „Quartier an der Stadtmauer“, und politische Entscheidungen beeinflusst. Zum Besseren für Bamberg. Hinsichtlich des Gebarens des Stadtmarketings verschließt das Rathaus (noch) seine Ohren – es würde Zeit, sich endlich mit dessen Vermarktungsabsichten zu befassen. Und Fehlentwicklungen zu korrigieren. Die Würde Bambergs wäre ein geeigneter Parameter.

 

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