Streik: Oberfränkische Gallier in Würzburg

Die Gallier

Lichtenfelser Gallier in Würzburg

WÜRZBURG. Als Gallier verkleidet zogen am Dienstag (24.1.2017) die streikenden Mitarbeiter des Obermain-Tagblatts aus dem oberfränkischen Lichtenfels durch Würzburg. Asterix, Obelix und Co. forderten auf Transparenten „Mehr Sesterzen und Wertschätzung für die Herzen“. Der Hintergrund für die Reise der Oberfranken nach Unterfranken: Seit 2012 gehört das Obermain-Tagblatt zur Würzburger Main-Post. Arbeiteten 2012 noch 56 Mitarbeiter in der traditionsreichen Lokalzeitung, sind es heute noch 22. Das Heimatblatt feiert 2017 das 160-jährige Bestehen. Ein anderes, für sie trauriges Jubiläum, wollen die Obermain-Gallier verhindern: Viele haben nunmehr seit zehn Jahren keine Gehaltserhöhung mehr bekommen. Zur Demo in Würzburg hatte die Gewerkschaft ver.di aufgerufen.

Die „Operation Hinkelstein“ ist der Arbeitskampf der bei BJV und Verdi gewerkschaftlich organisierten Angestellten der MPO Medien GmbH um einen Haustarifvertrag, damit die Arbeit nach vielen tariflosen Jahren „endlich wieder angemessen wertgeschätzt“ wird.

Die MPO Medien GmbH, eine Tochtergesellschaft der Mediengruppe Main-Post GmbH, verlegt das Obermain-Tagblatt in Lichtenfels, hat ihren Sitz jedoch in Würzburg. Dort befinden sich auch die Arbeitsplätze der beiden Geschäftsführer Peter Tischler und Bernd Riedel. Faktisch wird das Obermain-Tagblatt von Würzburg aus „regiert“. In Persona wird sein Schicksal im Wesentlichen vom Geschäftsführer der Mediengruppe Main-Post GmbH David Brandstätter und vom Personalchef Walter Schmitz bestimmt.

Streikende des Obermain Tagblatts in Würzburg

Daher schreiben die Streikenden in ihrem Flugblatt:

Als Gallier verkleidet sind wir, die streikenden Mitarbeiter des Obermain-Tagblatts, aus dem „kleinen Lichtenfels“ in das „große Würzburg“ gezogen, um direkt vor der Türe unserer „Regenten“ für unsere gerechte Sache einzutreten. Seit der Übernahme des Obermain-Tagblatts durch die Main-Post im Jahre 2012 wurde unsere Belegschaft um mehr als die Hälfte geschrumpft. Wir kleinen „Gallier“ haben die Arbeitsverdichtung zu tragen. Viele von uns haben seit zehn Jahren keine Lohnerhöhung mehr bekommen. Weitere „Spitzen“ der Verlagsleitung gegen eine faire Entlohnung sind an der Tagesordnung.

Uns geht es aber um mehr als eine Lohnerhöhung: Es geht uns auch um den Erhalt einer Lokalzeitung, die ihre Leser wertschätzt. Leser, Sportler, Züchter, Blasmusiker und selbst Bauchtänzerinnen machen bei unserer „Operation Hinkelstein“ bereits mit. Alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Landkreis Lichtenfels und der Landrat unterstützen uns. Nur unser Arbeitgeber bewegt sich noch immer nicht!

Den Namen „Wertschätzer“ haben wir bewusst gewählt. Weil wir für die Menschen unserer Heimat als Zeitungsmacher Wertschätzer sein wollen: Für ihre Leben, ihre Geschichten, ihre Vereine. Genau das wird uns aber mehr und mehr erschwert: Die beiden erfolgreichen Außenredaktionen wurden geschlossen; die Gestaltung unserer Seiten erfolgt neuerdings im über 120 Kilometer entfernten Würzburg; den lokalen Sportteil erstellt seit Kurzem ein Mitbewerber in Bamberg.

Wir werden von unseren Lesern entfernt. Das schmerzt uns – und vielleicht auch Sie, die Sie sich mit Ihrer eigenen Heimatzeitung eng verbunden fühlen. Bitte unterstützen Sie uns. Schreiben Sie in unser Gästebuch unter www.die-wertschaetzer.info oder an die Geschäftsführung der Mediengruppe Main-Post GmbH. Teilen Sie unsere Homepage in den sozialen Medien, liken Sie unsere Facebook-Seite: #Die Wertschätzer. Vielen Dank!

 

 

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