Offensives Maßnahmenpaket der Stadt gegen ausufernde Partys und Müllberge

Stadt Bamberg
Bereich im Sand- und Inselgebiet, in dem die Regulungen gelten. Plan: Stadt Bamberg

Auf Initiative des Oberbürgermeisters Andreas Starke trafen sich zu einem „Runden Tisch“ Vertreter der Stadtverwaltung, der Polizei und zahlreiche Gastronomen vor allem aus dem Sandgebiet. Dabei ist es geglückt, eine einvernehmliche Regelung herbeizuführen, die nun probeweise umgesetzt wird: Im Sandgebiet und im Innenstadtbereich gibt es ein Alkoholkonsumverbot und Alkohol-To-Go-Verkaufsverbot ab 22 Uhr für Freitag und Samstag, zunächst an den beiden nächsten Wochenenden. Danach soll in einer erneuten Besprechung ein Erfahrungsaustausch erfolgen. Starke: „Wir müssen an einem Strang ziehen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.“

OB Starke: „Wir wollen die derzeitige Ballermann-Situation in der Sandstraße und die Verunreinigungen in der Innenstadt und im Sandgebiet beenden.“ Der Ältestenrat des Stadtrats begrüßte das Maßnahmenpaket der Stadtverwaltung und stimmte dem Kompromiss mit den Gastronomen ausdrücklich zu.

Die Regelungen im Einzelnen:

  1. Alkohol-To-Go-Verkaufsverbot und Alkoholkonsumverbot ab 22 Uhr für Freitag und Samstag in einem definierten Bereich im Sand- und Inselgebiet (siehe Lageplan oben).
  2. Erweiterte Öffnungszeiten der öffentlichen Toilettenanlagen in der Innenstadt sowie die Möglichkeit für die Gastronomen, auch nach Ende der To-Go-Gastronomie ihre Toiletten für Gäste zu öffnen.
  3. Höhere Frequenz bei der Leerung der öffentlichen Abfalleimer am Wochenende, Aufstellen zusätzlicher großvolumiger Abfalleimer an den bekannten Hotspots.

Bürgermeister Jonas Glüsenkamp betonte: „Wir danken den mitwirkenden Gastronom:innen für ihre Kooperationsbereitschaft trotz ihrer wirtschaftlich schwierigen Lage. In zehn Tagen, am 21.6.2021, treffen wir uns wieder und ziehen Bilanz.“ Die Polizei hatte ursprünglich ein Alkohol-To-Go-Verbot ab 20 Uhr empfohlen. Als Kompromiss wurde 22.00 Uhr festgelegt.

Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass auch die Bürgerinnen und Bürger, die feiern, ihren Teil dazu beitragen müssten, damit Ruhestörungen vermieden und die Stadt nicht vermüllt wird. Alle müssten ihrer Verantwortung gerecht werden, man könne nicht einfach die Verantwortung auf die Polizei abschieben. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Glüsenkamp auf das erfolgreich gestartete Recup-System der Austraßen-Gastronom:innen im Rahmen der Kampagne „1wegfrei bis 2023“ hin, dessen Ziel es sei, Müll zu vermeiden.

15 Gedanken zu „Offensives Maßnahmenpaket der Stadt gegen ausufernde Partys und Müllberge

  1. Zum Gruße, reihum!
    Dito zitiert – heißt aufgegriffen aus einer „Vorbemerkung zur Neuausgabe“, indes „Frankfurt am Main, 31. Dezember 1992“, es zeichnet ein gewisser Eckhard Henscheid.

    „Dummdeutsch“ der Titel, Reclam, desgleichen auf Seite 8, Zeile 16 ff.:
    „‚Dummdeutsch‘: der fraglos wissenschaftlich, historisch, linguistisch nicht allzu ausgewiesene noch abgegrenzte Begriff tut sogar gut daran, im leicht zwielichtig Unausgewiesenen zu verbleiben; wie gleichsam die Sache, die er bezeichnet, selber: Diese genetisch manchmal kaum sortierbare und sehr gallertartige Aufschüttung aus Neo- und Zeitlosquatsch, aus verbalem Imponiergewurstel bei gleichzeitiger Verschleierungs- und Verhöhnungsabsicht oder auch umgekehrt Angst; aus modisch progressistischem Gehabe wie gleichzeitig stur autoritärer Gesinnung mal bürokratieseligem Geschwafel – dieses Dummdeutsche bekommt am Ende etwas über die läßliche Verfehlung weit hinaus konstitutionell Hirnzerbröselndes noch jenseits der ja eher biologisch konditionierten Mentalschwächen von Sprachalterung etwa nach Maßgabe der Lord Chandosschen Befunde. …“

    Seine Lordschaft und Hugo von Hofmannsthal seien kurzerhand übergangen sowie übergeleitet auf „Dummdeutsch“-Seite 155, Stichwort „Marketing“:
    „Ursprünglich Eingeweihten-Deutsch aus dem Bereich Werbung und Public Relations; nämlich für die Gesamtheit der Maßnahmen, die alle betrieblichen Funktionen auf den Absatz, auf den Markt und auf den Kunden abrichtet. Mittlerweile ist der Begriff so zum allgemeinen Schrott-Deutsch verkommen – daß sich vornehmere Bereiche der Werbebranche mit der noch etwas geriebener, ja fast durchtriebener tönenden Kreation (Anm.: Pfeilchen) Merchandising schadlos halten.“

    Mithin auf Seite 157, Stichwort „Merchandising“:
    „Praktisch das gleiche wie (Anm.: Pfeilchen) Marketing, nur noch just a little bit ausgerasteter, ja mondsüchtiger.“

  2. Wie bereits ausgeführt: Gelassenheit! Und selbst, wenn es nur ein eigentlich verzeihlicher Tippfehler sein sollte, wirkt er ein wenig peinlich, wenn nach Kräften ordentliches Deutsch verlangt wird. Korrekt heißt es: „nach eigenem Gusto“ (Dativ).

    Gesetze zur Reinhaltung der deutschen Sprache wirkten über kurz oder lang nur lächerlich, da sofort ein unfruchtbarer Streit über die erforderlichen Abgrenzungen ausbräche (wer weiß beispielsweise, daß „Lampe“ ein Lehnwort aus dem Griechischen ist?). Der Duden versucht lediglich, die Entwicklung der Sprache nachzuzeichnen – die Ergebnisse mögen manches Mal kritikwürdig sein, doch diese Kritik zu üben, ist schließlich nicht verboten. So ist das nun einmal in einer freien Gesellschaft. der Eine macht oder sagt, der anderen gefällt das nicht – so entstehen Streit und Auseinandersetzung, was aber in zivilisatorisch akzeptablen Grenzen völlig normal ist und sein sollte.

    Auch gegen „islamische Wörter“, gemeint sind wohl Wörter, die aus Sprachen stammen, die in überwiegend islamisch geprägten Ländern ihren Ursprung haben, ist nichts zu sagen – zumal wir solche schon lange kennen. „Alkohol“ hatte ich bereits angeführt.

    Zur Erinnerung: Als im Mittlalter der „christliche“ Fundamentalismus wissenschaftlichen Fortschritt mit ziemlichem Erfolg be- und verhinderte, war es u. a. der islamisch geprägte Teil der Welt, welcher vieles Wissen bewahrte und weiterentwickelte. Das scheinen die islamistischen Fundamentalisten heute völlig zu verdrängen. Zum Glück sind sie trotz des oft erweckten gegenteiligen Eindrucks nicht repräsentativ für die islamische Glaubenswelt.

    • Huzni’s Beitrag ist ausführlich, gelassen, und man kann es so stehen lassen wenngleich die Hinzunahme einer Glaubensrichtung fehl am Platz ist.
      Sehe ich mich in anderen Ländern um, so wird deren Sprachgebrauch sehr eingehalten und es sind keine „deutschen Wörter“ sichtbar. Weiter gibt es in manchen Ländern auch ein Gesetz für die Einhaltung der Landessprache. Es gibt jedoch noch einige Unternehmen die auf ihren Seiten die deutsche Sprache sehr einhalten.
      Der Anblick des heutigen deutschen Sprachgebrauchs ist lächerlich. Da wird weiter munter „gespeakt, getalkt und parliert“ und bei der jetzigen EURO 21 in „public geviewt“.

      • Ich darf darauf verweisen, daß nicht ich die Glaubensrichtung in die Debatte eingebracht habe.

        „Schrecklich, das Gesetz lässt dies auch noch zu, der Duden regt das auch noch an, neuerdings mit islamischen Wörtern“, konnte nicht unkommentiert stehen bleiben, da die Formulierung das Potential hat, Islamophobie.zu fördern.

        Wie ich bereits angemerkt hatte, geht mir persönlich auch so manches auf den Nerv. Das fing in der Schule an, als einige Lehrer/innen völlig unnötig und übertrieben mit allgemein wenig gebräuchlichen Fremdwörtern um sich warfen. Dem konnte ich sogar mit einem gewissen Erfolg entgegenwirken, indem ich demonstrativ einen Fremdwörterduden auf dem Tisch liegen hatte. Und das geht mit dem heutigen „Denglisch“ weiter. Doch persönliche Empfindlichkeiten berechtigen zwar zur Kritik, nicht aber zur Zensur. Und daher halte ich entsprechende Vorbilder in anderen Ländern mitnichten für nachahmenswert.

        Nebenbei: Das dem romanischen Sprachschatz entnommene „parlieren“ ist schon lange im Deutschen gebräuchlich – wir sind wieder bei dem Punkt, daß der Zeitpunkt der Übernahme ein wenig geeignetes Kriterium für die „Zulässigkeit“ wäre.

        • Die I-Glaubenswelt habe ich aus Ihren Beitrag entnommen und in meinen angefügt.
          Nur mal ein Beispiel zur Sprachverhunzung. Führende Unternehmen haben nebst der deutschen Seite auch eine englische Ausführung. Ich würde mal alle die im Text benutzten englischen Wörter der deutschen Seite, mit deutschen Wörtern anfügen. Wie sieht dann die englische Ausführung aus? Verhunzt mit Deutsch.
          Und dennoch ist die Einhaltung der Sprache in verschiedenen Ländern vorbildlich ohne Deutsch!

          • Nun (!) ja:

            Mein erster Kommentar (!) hier vom 22. Juni (!) enthielt keinerlei Verweis auf irgendeine Glaubenswelt oder -richtung. Darauf folgte Ihre Kritik (!) vom 23. Juni (!), die sich u. a. gegen die Übernahme islamischer (!) Wörter in den Duden richtete, auf die ich dann am 24. Juni (!) erwiderte.

            Und noch einmal: Die Kritik (!) an diversen (!) Auswüchsen der Sprachentwicklung, insbesondere, wenn sie künstlich befeuert zu sein scheinen, ist durchaus gerechtfertigt, vor allem zulässig. Die Forderung nach Zensur (!), in welcher Form auch immer, halte ich für bedenklich. Daher bleibe ich bei meinem Appell (!) zu mehr Gelassenheit.

            (!): Vorsicht, Fremdwort – ohne Anspruch auf Vollständigkeit

        • Da bin ich doch wieder mit den Wort, Glaubenwelt, gestrauchelt, den Huzni am 23.6. in seinen Beitrag angegeben hat und mir dann Kritik vorzuwerfen.
          Im Übrigen hatte ich mit mehrmals direkt mit einer dieser Staatsführungen zu tun.

          • Hört, droht Lieselotte / Hier ‚lang geht’s zu Potte / Leg‘ sogleich mein Ei: / Lege deren zwei? // Oh nein, Lies‘, nein, oh lass es sein: / Man muss es schrei’n. Laut schrei’n. Laut schrei’n!

          • Herr Bär, sag’s Ihnen jetzt zum letzten Mal: Programmierte Intelligenz ist heutzutage imstande, Schreib- oder Feilfehler sekundenbruchteilpeng zu erkennen und (!) zu berichtigen – kurz, bevor die Tinte trocken, Löschsand gestreut, alternierend Ihro Gnad mithilfe oller Gautsche …

            Zum Bleistift – „Der Gockel Lieselotte // Hört, droht Lieselotte / Kömm‘ sogleich zu Potte / Lege schwupps mein Ei / Lege deren zwei? // Oh nein, Liz, nein / Lass besser sein / Man muss es schrei’n / Es sehr laut schrei’n!“

      • Übrigens: Der Apostroph (Auslassungszeichen) zur Kennzeichnung des Possessiv im Englischen wird im deutschen Genitiv (2. Fall) nur eingesetzt, wenn er einen den „Kasus“ kennzeichnenden Zischlaut, der an ein auf Zischlaut endendes Wort angehängt werden müßte, ersetzt..

        Beispiel:
        „Hans‘ Meinung“, aber „Huznis Beitrag“ – nichts für ungut!

  3. Kein Weg frei für weitere Sprachausraster welche weiterhin nicht vermieden werden. „Hotspots, Recup, To-Go sind einige. Deutsche Woerter sind vorhanden.

    • „Initiative“, „Gastronomen“, „Regelung“, „probeweise“, „Alkoholkonsumverbot“ (2), „Maßnahmenpaket“, „Kompromiss“, „definiert“, „Toilettenanlagen“, „Frequenz“, „großvolumig“, „Kooperationsbereitschaft“, „Bilanz“, „Polizei“, „Kampagne“ (ohne Anspruch auf Vollzähligkeit): Klar, auch mir gehen manche Sprech- und Schreibweisen zu weit. Aber objektiv (!) betrachtet, besteht der Unterschied der sogenannten „neudeutschen“ Begriffe zu früher eingeführten Fremd- und Lehnwörtern doch vor allem im Zeitpunkt ihrer Übernahme in den deutschen Sprachgebrauch.

      Ich rate also zu mehr Gelassenheit – selbst kann jede/r doch nach eigenem Gusto ;-) über die persönliche (!) Wortwahl entscheiden.

      • Die Übernahme in den deutschen Sprachgebrauch muss nicht sein wenn es schon deutsche Wörter gibt. Die Ausraster nehmen zu. Nicht einmal einen ganzen Satz in Deutsch kriegen sie heute hin. Gleichzeitig wird deutsche Wertarbeit gepriesen, deutsche Fahnen geschwenkt und doch da wird weiterhin, nach eigenen Gusto, die Sprache verhunzt. Schrecklich, das Gesetz lässt dies auch noch zu, der Duden regt das auch noch an, neuerdings mit islamischen Wörtern.

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