Imposantes Machtzentrum

Die Vernissage begleiteten Alan Pajer (v.l.), Petr Burgr, Tomáš Oliva, Bürgermeister Dr. Christian Lange, Stadträtin Daniela Reinfelder, Stadtrat You Xie und Brigitte Riegelbauer, die seitens der Stadtverwaltung die Partnerschaft zu Prag I koordiniert. Foto: Stadtarchiv/Maria Deutsch

Ausstellung Prager Burg im Stadtarchiv

Die Städtepartnerschaft zwischen Bamberg und Prag I gedeiht auf vielen Ebenen. Den jüngsten Impuls setzt Alan Pajer, einst Hoffotograf von Václav Havel. Nach einer Ausstellung über den Poeten auf dem Präsidentenstuhl, gezeigt in Bamberg vor zwei Jahren, beglückt er die Domstadt mit einer weiteren Bilderflut im Stadtarchiv. Eingefangen ist die Prager Burg, imposant über der Metropole thronend. Die Ausstellung spiegelt ihre Funktion: aus jedem Winkel spricht Größe, die ideale Schaltzentrale für Staatenlenker.

Bei der Vernissage am 12. Dezember kam zur Sprache, wie es um die Partnerschaft bestellt ist. Tenor von Prager wie Bamberger Seite: Sie ist in guter Verfassung. So lobte Bürgermeister Dr. Christian Lange die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Sport und Kultur und begrüßte es sehr, dass auch Schülerinnen und Schüler angehalten würden, die Partnerschaft zu leben. Zu werten sei dies als Beitrag für die „gute Idee Europa“. Stadtrat Petr Burgr hob die Qualität der Partnerschaft hervor: Sie sei keine zwischen Institutionen, sondern eine zwischen Menschen, die in Bamberg und Prag zuhause sind.

„Die Prager Burg von TGM bis zu Václav Havel“ lautet der genaue Titel der Ausstellung. Mit „TGM“ ist Tomáš Garrigue Masaryk gemeint, erster Präsident der Tschechoslowakischen Republik. Er baute die Kaserne der Österreicher zum Sitz der Regierung aus. Havel, so erläuterte Pajer, war es ein Anliegen, die Anlage wieder in den Zustand zu versetzen, wie sie Masaryk verlassen hat, was er mit großer Vitalität betrieben habe.

Die Gartenanlagen sind unter Václav Havel angelegt worden. Foto: Stadtarchiv/Maria Deutsch

Die Ausstellung, die 2018 zum 100. Geburtstag der Tschechoslowakei konzipiert wurde und seitdem in den Partnerstädten Prags gezeigt wird, spart nicht mit Innenansichten. So sind die Arbeitszimmer von Masaryk, Havel und Husák, der während der Sowjetzeit residierte, dokumentiert. Der Philosoph Masaryk und der Poet Havel konnten auf prall gefüllte Bücherwände nicht verzichten, auch Kunstobjekte waren allgegenwärtig. Dagegen nimmt sich das Arbeitszimmer von Husák geradezu spartanisch aus, die Einrichtung leb- und lieblos, rein funktional gehalten. Auf einen wichtigen Umstand wies Pajer hin: Auf den Bildern sind keine Besucher zu sehen, wo doch heute „Unmengen von Touristen“ durch die Anlage strömen. Die Bilder stammen aus den Neunzigern, als Queen Elisabeth Havel einen Besuch abstattete. Damals war die Burg für Besucher komplett gesperrt worden.

Die Ausstellung „Die Prager Burg von TGM bis zu Václav Havel“ ist vorerst bis 17. Januar 2020 im Stadtarchiv zu sehen. Das Stadtarchiv ist montags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr, dienstags und donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 14.30 Uhr geöffnet. Während der Weihnachtsferien hält das Stadtarchiv seine Pforten am 23. Dezember sowie am 2. und 3. Januar 2020 offen.

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