Hanuta Gonzales legt wieder los: „Ich bin eine Frau mit Espritt, das sind 200 Pfund Dynamit“

Petra Schwarz

Hanuta Gonzales

Wenn es so schon losgeht, ist der Angriff auf die Lachmuskeln vorprogrammiert. Und gelacht wurde viel am Premieren-Abend im Club Kaulberg. Denn Hanuta Gonzales, die Meise von Gaustadt rockte die Bühne. Sehnsüchtig warteten die Fans bereits auf das neue Programm, das dann endlich unter dem Titel „Leck mich fett“ am 21. September startete.

Hinter der Figur der Hanuta steckt Arnd Rühmann. Der unermüdliche Impresario seines Club Kaulberg ist ein wahrer Tausendsassa und agiert in vielen Rollen. Als Schauspieler ist er immer wieder im Dehnberger Hoftheater zu sehen, als künstlerischer Leiter lässt er die „Fischerei Festspiele“ leuchten und er führt das Nana Theater im Club Kaulberg.

Und dann eben „Hanuta“. Diese wunderbare Frauenfigur, die völlig unkonventionell mit ihren Pfunden umgeht und mit den Dingen, die den Alltag zum Abenteuer machen, lässt man das denn zu. Ihr Lieblingswort ist „knusprig“ Und so wünscht sie ihrem Publikum, das den Keller bis auf den letzten Platz gefüllt hat, einen knusprigen Abend und legt los. Nicht ohne sich von Conny an der Theke eine Flasche Herrenpils bringen zu lassen – was Stefan Keesmann gut gefallen hat, der sich im Publikum befand. Hanuta: „Und wissen Sie, wie die Keesmann Diät funktioniert? Ganz einfach, nach dem 4. Bier ist mir mei Gewicht völlig Wurscht“. Vergnüglich sind dabei so manche Ansagen ans Publikum mit dem Resümee: “Dess des, was mer dud an gor ned immer so gug dud“

Es sind deftige Texte, diverse Anzüglichkeiten und überraschend auch politische Statements, die das Ganze sehr besonders machen. Da knallt es schon mal Richtung AFD und Gauland mit dem Hinweis, dass ja auch er ein Flüchtling aus der DDR gewesen sei.

Und wenn Hanuta zwischendurch mal sentimental wird und nicht weiß, ob sie sich in Bamberg wirklich zu Hause fühlt, wird es etwas stiller im Raum. Sie spricht ihrem Publikum aus der Seele mit ihren Wünschen, Gedanken und Sehnsüchten. Herrlich dabei, wie sie auf der Bühne in hohen Absätzen tänzelt oder sich in coole Positionen wirft.

Dabei glitzert und schimmern Schmuck, Hut und „Handtäschla“, die perfekt aufeinander abgestimmt sind. Schick in Rot/Schwarz, verwegen im Wildkatzen-Print oder zum Anbeißen in Pink – alles zeugt von Geschmack! Das gehört sich ja auch für eine Influenzerin, denn genau das ist die neue Aufgabe der talentierten Hanuta, wie sie ihren Zuhörern erklärt. Mit fränkischen Zungenschlag zwitschert sie dabei: „Enjoy the little things“.

Gekonnt nimmt sie die täglichen TV-Highlights aufs Korn und unterlegt ihre Lieder mit bekannten Melodien. Das macht Laune und der ein oder andere aus dem Publikum singt einfach mit. Zum Beispiel wenn es um die zum Glück überstandene Zitterpartie rund um die Sandkerwa geht, um den Unterschied von Rivaner und Müller Thurgau – der ja doch keiner ist, oder um die „Easy Rider“ für Senioren (Segway), die …“so heiß sind wie ihr Blasentee“. Die Busfahrer kriegen ihr Fett ebenso weg wie ein wuchtiger Typ aus dem Stadtmarketing … aber mehr wird hier mal nicht verraten.

Es ist eine große Leistung, das alles zu entwickeln, zu stemmen und mit diesen vielen Facetten auf die Bühne zu bringen. Brava Hanuta!

Alle folgenden Termine im September und Oktober sind ausverkauft. Im November wurden deshalb noch zwei dazu genommen. Am 2. und am 3. November jeweils um 20 Uhr tritt Hanuta im Club Kaulberg ins Rampenlicht. Gut für den, der sich eine Karte sichert.

 

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