Busse der Flusskreuzfahrer: weg von der Promenade

Redaktion

Wenn es dem Verwaltungsvorschlag am morgigen Mittwoch im Umweltsenat nach geht, würden ab Januar 2016 die zahlreichen Busse der Flusskreuzfahrer nicht mehr die südliche Promenade anfahren. Nach Jahren des Nachdenkens, Testens und der Klagen von Anwohnern sowie zahlreicher Bamberger Beobachter kam nun der Baureferent Thomas Beese zu der Überzeugung, dass der Andrang der Busse zu groß ist und ein Entzerrung her muss. Zahlreiche Anträge aller Parteien dokumentieren das jahrelange Hinarbeiten von der Problem-Bewusstseins-Machung über Nachdenken über Zusammenhänge bis hin zum Änderungsbedarf.

Seit April 2010 befinden sich im Straßenabschnitt Südliche Promenade fünf Bushaltestellen für den regionalen öffentlichen Nahverkehr und die Aus- und Einstiegspunkte für Transferbusse der Flusskreuzfahrer.

In den vergangenen Jahren wurde das touristische Angebot bei Flusskreuzfahrten kontinuierlich ausgebaut. Nach Auskunft des Bayerhafens Bamberg hat sich das Schiffsaufkommen im Zeitraum von 2010 bis 2015 von 451 auf 896 quasi verdoppelt. Die Kapazität der Fahrgäste stieg hingegen mehr an. Eine leichte Tendenz nach oben hält auch noch bei den Anmeldungen für 2016 an.

KreuzfahrtschiffeVon einer „drastischen Erhöhung“ der Flusskreuzfahrschiffen ist im Sitzungsvortrag zu lesen, auch muss man keinerlei Bedenken um Kappung eines örtlichen Wirtschaftszweiges mehr haben, denn: Auch hat sich die Abwicklung des Transferverkehres verändert. War im Jahr 2010 ein regionales Busunternehmen für mehr als 80 % der Fahrten gebucht, sind heute wesentlich mehr Busse direkt von den Reedereien direkt gechartert und fahren mit den jeweiligen Marken gebrandet vom Hafen in die jeweilige Stadt und zurück.

Konzerthalle soll neuer Haltepunkt für die Transferbusse der Flusskreuzfahrtschiffe werden

Schönleinsplatz wurde diskutiert und verworfen, unterschiedliche Ein- und Ausstiege ebenso. Aus Sicht des TKS ist nur eine „Entweder-Oder-Lösung“ sinnvoll. Beese diskutiert Entfernungen: Jede einzelne Busfahrt vom Hafen zur Mußstraße und zurück beträgt nur 3,9 km. Die bisherigen Fahrten vom Hafen zur Südlichen Promenade und zurück betragen jeweils 6,8 km. Sie führen jeweils bei Hin- und Rückfahrt über das Luitpoldeck. Bei einer Verlagerung in die Mußstraße wird diese Stelle, die bereits Hauptverkehrsachse für den ÖPNV in Bamberg ist, entlastet.

Die Liste der am Entscheidungsprozess beteiligten Menschen ist lang: Anwohner, zahlreiche Bamberger, Bürgerverein Bamberg Mitte, Stadträte aller Fraktionen & Verwaltung. Politische Entscheidungen wollen abgewogen werden. Für die südliche Promenade muss eine Lösung her – die Verlagerung der Transferbusse wäre ein erster Schritt.

Beeses Fazit, dass die Promenade der richtige Standort für die Haltestellen der Regionallinien in der Innenstadt von Bamberg ist, darf hinterfragt werden. Offensichtlich soll eine grundlegende Diskussion bzgl. ROB am Hauptbahnhof derzeit nicht geführt werden. In der Bamberger Verkehrspolitik sind kleine Schritte, ganz laaaaangsam, einer nach dem andern (mitunter im Schneckentempo) nicht zu verachten. Riesenmeilenstiefel sollen andere anziehen. Beese nicht.

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10 Gedanken zu „Busse der Flusskreuzfahrer: weg von der Promenade

  1. Busse könnten sehr gut auf dem Parkplatz des Aktiv-Marktes in Pödeldorf parken und die Schiffe der Flußbierfahrer fänden jede Menge Ankerplätze auf dem Altsee und dem Stocksee hinter Schloss Seehof.

    So könnten die angetrunkenen Pfunde einer Bierverkostung schon mal präventiv durch eine kleine Wanderung abgearbeitet werden.

      • Um ehrlich zu sein: nicht wirklich. – Denn während meines Aufenthalts in Bamberch fiel mir kein Boatpeople auf. Demnach hatten die Boatpeoples entweder keinen Landgang, oder sie wurden bereits nach Schloss Seehof geschippert und haben sich auf dem Weg nach Bamberch im Wald verlaufen. Oder sie waren schon in der Stadt und ich hab‘ sie nicht bemerkt.

        Vielleicht sehe ich die ganze Sache aber auch durch die „Rosarotbrille“ und ignoriere diese Boatpirpels. – Oder ich war zu sehr mit dem Verkosten des Bambercher Bieres und der Bewunderung des selben beschäftigt.

  2. Der einzige geeignete Aussteigepunkt wäre der Parkplatz des alten
    Hallenbades.
    Eine Verlegung an die Konzerthalle ist eine absolute Farce, da hier bereits
    am Wochenende im Minutentakt die Touristenbusse an- und abfahren.
    Zusätzlich benutzen 2 Stadtbuslinien diese Strecke und der Individualverkehr
    Richtung Gaustadt wird wegen der Baustelle Martinsschule ebenfalls durch
    dieses Gebiet geleitet.
    Aus einem verkehrsberuhigten Wohngebiet mit Spielplätzen und Grünflächen
    wird nun eine Hauptverkehrsader für Touristenbusse mit entspr. Lärm und Schadstoffausstoß.
    Ein weiteres Beispiel für den Unwillen der Stadt hier bürgerfreundliche Lösungen zu finden.

    • Der Parkplatz des Alten Hallenbades ist ob seiner Tieferlegung schwierig. Einfach hingegen und unproblematisch ist der Margarethendamm kurz vor dem Alten Hallenbad. Touristische Laufwegmehrung zu bisher: 250 – in Worten zweihundertfünfzig – Meter! TKS und Gästeführer halten das für unzumutbar und den Weg in die Altstadt für unattraktiv. Touristenwohl vor Bürgerwohl? Sieht ganz so aus.

      • Zur Ergänzug: Der Stadtwerke-Geschäftsführer Klaus Rubach hat in der Sitzung der Haltestelle Margaretendamm heftig widersprochen. Nur damit ich nicht dumm sterbe: Wo steht nochmal die Zentrale der Stadtwerke? Und wem gehört nochmal das Alte Hallenbad, das möglichst rasch möglichst teuer an einen Investor verkauft werden soll?

  3. Warum kann nicht ein „Ausflugsschiff“ die Gäste im Hafen abholen und wieder zurückbringen? Bzw. Bamberg-Rundfahrten vom Hafen aus anbieten mit Stop in der City?
    Somit wäre ein Teil des Verkehrs weg von der Straße.

  4. Sämtliche Touristenbusse werden von der südlichen Promenade verlagert!
    CSU, GAL, FW, BUB und BR stimmten einstimmig dafür. SPD und BBB verweigerten sich dem belastungsmindernden, zukunftsorientierten Verwaltungsvorschlag.
    Die Sitzungsleitung des Umweltsenates hatte, an Stelle von OB Andreas Starke, SPD, Dr. Christian Lange, CSU!
    Kulturreferent Dr. Christian Lange wird Gespräche mit den Reedereien der Flusskreuzfahrtschiffe aufnehmen, um eine wegweisende und nachhaltige Entzerrung der Touristenströme für die Alt- und Innenstadt Bambergs mit dezentralen An- und Abfahrtshaltestellen zu erreichen.

    Anwesende ungehaltene Gästeführer wurden vom Sitzungsleiter gerügt, sich ordentlich zu benehmen.

    Durch CSU-Antrag scheiterte der Versuch der Verwaltung, „die weitere Einrichtung der Haltestellen für den regionalen ÖPNV im Straßenabschnitt südliche Promenade“ beschließen zu lassen, und sie damit dauerhaft zu zementieren.

    Eine Anmerkung zum Unmuts-Verhalten Bamberger Gästeführer in der Umweltsenatssitzung: Sie verdienen am Weltkulturerbe. Die denkmalgeschützten Häuser an der südlichen Promenade werden durch das Busaufkommen stark geschädigt. Ihre vornehmste Aufgabe wäre, für den Schutz des Welterbes einzutreten, von dem sie auch künftig leben wollen. Warum sie genau das Gegenteil tun, ist ihr Geheimnis. Trinkgeldgefährdung? Wohlwollensentzug ausgewählter Geschäfte? Ich weiß es nicht. Die Anwesenden haben mit ihrem Verhalten m.E. allen Bamberger Gästeführern geschadet.

  5. An der ganzen Diskussion sieht man doch, dass die Stadt die stetig steigenden Tourismuszahlen nicht verkraften kann. Zumindest nicht ohne Schaden zu nehmen. In einer anderen Diskussion sind 10% zuviel. Hier geht es um 10.000%. Oder hab ich mich verrechnet? Bei 70.000 Einwohnern und 7.000.000 Tages“gästen“. Der TKS-Chef tut sich leicht. Ob seine Haustüre je einen Bus gesehen hat? Der Herr Beese hat erkannt: Entzerrung muss her – und das ist gut so.

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