Schall-Maien-Klang

zart-besaitet

Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders
aus seiner Kutsche grüßend über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Ein feiner Duft aus farbenfrohem Hain –
in hohen Lüften Schwalben Stare Finken,
und bunte Falter gaukeln hinterdrein.

Liebliche Mandelbäumchen
nah am Zaun erröten.
Die Birken machen lindgrün
ihren Knicks;
und Drosseln zetern,
musizieren, flöten –
zum Scherzo
dieses süßen Augenblicks.

Melancholie und Freude
sind wohl Schwestern;
aus müden Zweigen
fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Wohllaut
wird
aus Heute «–» Gestern.
Auch Glück kann weh tun,
auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu im Trost
– Ich komm’ ja wieder –
auf weites Himmelsblau
des Abends mildes Gold
ein scheuer Abschiedsgruß
an Schneeballweiß und FLieder;
er lächelt
und die Kutsche rollt.

Christian Bolick-Zander

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