Bauschäden Promenade/Franz-Ludwig-Straße, nun auch am „Da am Eck da“

 Christiane Hartleitner und Erich Weiß

„Sicher ist die Gründung auf dem ehemaligen Stadtgraben und dessen Verfüllung, aber auch der Schwerlastverkehr mitursächlich für die Schadensbilder, entlang der gesamten Häuserzeile und auch gegenüber“, so Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats der Stadt Bamberg. Ziel der Stadt sei eine Ertüchtigung von Promenade und Ecke Franz-Ludwig-Straße. Doch die Finanzierung der notwendigen vorgeschalteten Bodenuntersuchungen sei bislang in den Haushaltsberatungen gescheitert. In engem Zusammenhang hiermit steht die weitere Entwicklung des Quartiers an der Stadtmauer.

"Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

„Da am Eck da“ in der Franz-Ludwig-Straße. Foto: Erich Weiß

Zur Erinnerung: In 2013 stand mehrmals die südliche Promenade, der zunehmende Busverkehr – nicht nur städtischerseits, sondern auch touristischerseits – auf der Tagesordnung des Stadtrats. Die immer deutlicher zutage tretenden Bauschäden wurden von Anwohnern aufgezeigt, die den Verfall ihrer Häuser und das zunehmend unattraktive Wohnumfeld nicht hinnehmen wollten und dies wohl zukünftig nicht werden. Rahmenpläne zur oberflächlichen Aufhübschung wurden gezeichnet und sollten durchgewunken werden (Südliche Promenade: Abstimmung die dritte, bitte!), Alternativen aufgezeigt und nicht in Angriff genommen, Diskussionen ge-, aber keine Ergebnis herbeigeführt. Und doch ist die Einschätzung aus dem Baureferat zitiernötig, zeigt sie doch, dass die Situation ernst und nicht mehr abzuwiegeln ist, nachdem die Onlinezeitung im Sommer 2012 der grundsätzlichen Frage  Sind die Bamberger Straßen der Innenstadt für Lastverkehr ausgelegt? nachging und die Verfüllung der Promenade mit Schutt aus der Abtragung des Dombergs darlegte.

Seitdem ist viel Wasser die Regnitz runtergeflossen …

… tausende Busse am Rondo vorbei und in die südliche Promenade und um den ZOB rum gefahren, Schwerlastverkehr ebenso. Und die Fassaden bröckeln weiter. Ein Baustellenzaun um das Sparkassen-Gebäude Franz-Ludwig-Straße 12, dem der Artikel Stadtraum in Bamberg: Ecke Promenade / Franz-Ludwig-Straße gewidmet war, ist die jüngste Konsequenz des Nichthandelns.

"Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

„Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Ein Baustellenzaun, der das Stadtbild für mindestens ein Jahr prägen wird. Denn offensichtlich ist die „Verkehrssicherheit“ nicht mehr gegeben. Denn die Fassade reißt, bröselt, Putzflächen lösen sich.

Risse im Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Nicht nur zwischen 1. OG, sondern bis ins 2. OG:

Risse im Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Selbst die Werksteine der Fensterrahmen sind gebrochen.

Risse im Haus "Da am Eck da" (Rückseite). Foto: Erich Weiß

Risse im Haus „Da am Eck da“ (Rückseite). Foto: Erich Weiß

Die Rückseite sieht noch schlimmer aus. Doch dürften nicht nur Erschütterungen und Baugrund ursächlich für das Dahinscheiden des stadtbildprägenden Eckgebäudes sein. Der mangelnde Bauunterhalt durch den Eigentümer – die Sparkasse Bamberg – tut sein übriges. Die Sparkasse hat dieses Gebäude zwar erworben, aber nicht verdient. Es ist zu einem Spekulationsobjekt verkommen.

Währenddessen fahren die Busse – Jahr um Jahr. Stunde um Stunde.

Busverkehr vor dem Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Busverkehr vor dem Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Minute um Minute

Busverkehr vor dem Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Busverkehr vor dem Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Sekunde um Sekunde

Busverkehr vor dem Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Busverkehr vor dem Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Der Verkehr macht die Denkmäler kaputt

Busverkehr vor dem Haus "Da am Eck da". Foto: Erich Weiß

Busverkehr vor dem Haus „Da am Eck da“. Foto: Erich Weiß

Immobilien – ob Denkmal oder nicht – als Spekulationsobjekte

Doch nicht nur am Gebäude Franz-Ludwig-Straße 12 nagen Erschütterungen und mangelnder Bauunterhalt, sondern auch das unmittelbar danebenliegende, Promenade 7.

Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Promenade 7 zeigt ebenfalls eklatante Risse auf:

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Auch dieses Haus wurde im Zuge der Shopping-Tour der Sparkasse für das Quartier an der Stadtmauer erworben und steht seit Jahren leer. Rechter Teil von Promenade 3/5/7, einer Miethauswohngruppe von 1903/04 in historisierenden Jugendstilformen. Nach Entwürfen von Adolf Mayer für das Baugeschäft Jakob Maier und mit zahlreichen Änderungen durch Stadtbaurat Hans Erlwein.

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Die letzten, offensichtlich sportlichen oder sportlich-resignierten Mieter sind längst ausgezogen. Risse unterhalb der Balkone zeugen von den Erschütterungen …

Offene Balkontüre im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Offene Balkontüre im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

…  und dem mangelnden Bauunterhalt durch den Eigentümer. Dieser lässt die Jugendstil-Geländer vor sich hin rosten. Die offenstehende Balkontüre – offensichtlich noch die originale – lässt im Inneren auf nichts Gutes schließen.

Fenster im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Fenster im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Rissbildung und kaputtes Fenster auch in den Obergeschossen entlang der Hofeinfahrt.

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Risse im Haus der Sparkasse an der Südl. Promenade. Foto: Erich Weiß

Auch der Sockelbereich weist Risse auf, vornehmlich dort, wo bereits Reparaturen der Voreigentümer durchgeführt wurden. Die Kombination schwieriger Baugrund und Erschütterungen und fehlender Kümmerer sind für ein Gebäude verheerend.

Die anliegenden Hausbesitzer monieren seit Jahren die Untätigkeit der Stadt, sehen sie doch den täglichen Verfall ihrer Häuser. Sie leisten Bauunterhalt, doch bleibt der nur Kosmetik, solange der Baugrund ob des zunehmenden Verkehrs unverhältnismäßig belastet wird. Die Verkehrspolitik der Stadt ist verantwortungslos. Ebenso wie der Umgang der Sparkasse mit den Denkmälern.

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Südliche Promenade: Abstimmung die dritte, bitte! / Südliche Promenade: Pleiten, Pech und Pannen / Südliche Promenade … bitte nochmals abstimmen lassenSind die Bamberger Straßen der Innenstadt für Lastverkehr ausgelegt?Südliche Promenade – hier ist Stadtplanung gefragt! Busse an der südlichen Promenade: Die BASTA-Politik des Oberbürgermeisters / Busse an der Promenade: Interview mit Baureferent Michael Ilk / Alternativen zum Busverkehr an der Promenade: Ein Beitrag zur Debatte / Peter Braun zur Situation an der Promenade: Trouble in Paradise / Touristenbusse versus Denkmäler jüdischer Kultur / Haus Nonnenbrücke

4 Gedanken zu „Bauschäden Promenade/Franz-Ludwig-Straße, nun auch am „Da am Eck da“

  1. Das Problem ist grundsätzlicher Natur und nicht nur am ZOB.
    Die Erschütterungen des Schwerlastverkehrs gehen in den Straßengrund und breiten sich zwiebelförmig aus und erschüttern so die Gebäude.
    Beispiel:
    1.)Beim Bau der Luitpoldbrücke wurde eine Behelfsbrücke gebaut, die Folge waren Erschütterungen bis in die Dr.-von -Schmitt Straße. Als die Behelfsbrücke weg war, waren auch die Erschütterungen weg.
    2.) Die Busse verursachen am Schillerplatz durch das Bemsen und Anfahren an der Ampel Erschütterungen , die sich, um so höher man kommt verstärkt fortsetzen.Gläser im Schrank klingen und man merkt ein körperliches vibrieren.Das ehemalige Dientzenhofer Haus Nonnenbrücke 1leidet unter dieser BHelastung.
    3.)Die Beispiele lassen sich fortsetzen mit Hotel Messerschmitt, Marschalk von Ostheimers Hiners l

    • Ostheimers Haus etc.
      Die Stadt schaut zu und macht nichts, obwohl die Probleme seit Jahr und Tag bekannt sind.
      Es hilft nur den Busverkehr als Mittel zum Zweck zu betrachten, kleinere Elektobusse mit geringere Taktzeit einführen und den ZOB wieder an den Bahnhof zu verlegen, damit nicht jeder Bus in die Stadtmitte fahren muss. Dezentral als wie bisher zentral und die ganzen Landkreisbusse können am Bahnhof bis zu den Lokschuppen untergebracht werden.Es ist schon fünf nach zwölf für die erschütterte Gebäudesubstanz des Weltkulturerbes.

  2. Und, um auch das noch zu sagen: Noch klarer geht ein Schuldeingeständnis nicht!!: “’Sicher ist die Gründung auf dem ehemaligen Stadtgraben und dessen Verfüllung, aber auch der Schwerlastverkehr mitursächlich für die Schadensbilder, entlang der gesamten Häuserzeile und auch gegenüber”, so Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats der Stadt Bamberg.“‚

  3. Die Vernichtung der wertvollen Bausubstanz und der denkmalgeschützten Häuser an der südlichen Promenade geht ungehemmt weiter. Die Verantwortung dafür liegt bei Oberbürgermeister Andreas Starke, der seit Jahren jedwedes vernünftige Konzept und jeden Lösungsvorschlag hintertreibt, ohne selbst auch nur ansatzweise eigene Vorschläge auf den Tisch zu legen. Auch die Ablösung des zweiten Großverhinderers BGM Hipelius hat nichts für eine vernünftige und sinnvolle Regelung gebracht. Dessen Nachfolger BGM Lange steht nun in der Pflicht. Ob bei ihm mehr herauskommt als Schönwetterreden wird sich bald zeigen. Die südliche Promenade ist ein Prüfstein der Durchsetzungfähigkeit der CSU-Stadtratsfraktion gegenüber OB Starke.

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