MdB Andreas Schwarz auf Sommertour beim Kunstverein Bamberg

Kunstverein Bamberg
v.l.n.r.: Franz Ullrich, Andreas Schwarz (MdB), Dr. Barbara Kahle

v.l.n.r.: Franz Ullrich, Andreas Schwarz (MdB), Dr. Barbara Kahle

Ein Besuch im Archiv – eine Bilanz der Ist-Situation

Am vergangenen Montag, 4.8.2014, hat MdB Andreas Schwarz das Archiv des Kunstvereins Bamberg auf seiner Sommertour durch Oberfranken besucht. Gemeinsam mit der ersten Vorsitzenden Dr. Barbara Kahle und dem stellvertretenden Vorsitzenden Franz Ullrich ging es also über die separate enge Dienstbotenstiege der Villa Dessauer (Stadtgalerie Bamberg) in der Hainstraße hinauf unter das Dach, wo nun seit fast 30 Jahren die Sammlung des Kunstvereins zu Hause ist. Die Sammlung, die maßgeblich Drucke der Moderne bis in die Gegenwart erfasst und in den 1980er Jahren von dem damaligen Vorstand Dr. Hans Neubauer aufgebaut wurde, umfasst heute nach jährlichen Zukäufen mit kleinem Etat an die 1000 Werke namhafter und für die Zeit bedeutender Künstler in zwei beengten Dachkammern.

Andreas Schwarz als neuer Bundestagsabgeordneter der Region Bamberg, der auf seiner Sommertour Eindrücke vom Ehrenamt in Oberfranken gewinnen möchte, äußert sich knapp und präzise unter dem Dachstuhl. „Diese Räumlichkeit ist eines Vereines mit solcher Tradition unwürdig.“

Der 1823 gegründete Kunstverein Bamberg trägt schon seit langem die Idee einer Arthothek – Vermietung von Kunst an jeden – mit sich. Was allein logistisch der Raum nicht zulässt. Es mangelt dem Kunstverein also nicht nur an Ausstellungsorten.

Die aktuelle Situation des Kunstvereins Bamberg wird deutlich: Das Kesselhaus am Leinritt wird frühestens Mitte des Jahres 2015 wieder bespielbar, das Theaterfoyer ermöglicht eine nur sehr einschränkte Vorgehensweise, Ausstellungen zu konzipieren und die Stadtgalerie Bamberg – Villa Dessauer, von den Museen der Stadt Bamberg geführt, ermöglicht dem Kunstverein Bamberg nur eine Ausstellung pro Jahr.

Die Frage kommt auf, warum ein Kunstverein nicht wie in anderen Städten ein eigenes Zuhause hat. Und wenn die Vergangenheit das in Bamberg nicht hervorgebracht hat, mit Mäzenen, Sponsoren und Stadtverwaltung, wie in anderen Städten, dann richtet sich die Frage in die Gegenwart. Ganz nüchtern betrachtet würde eine kontinuierliche Einmietung in ein Objekt den finanziellen Rahmen des Kunstvereins komplett sprengen. Der Etat aus Mitgliedsbeitrag von ca. 400 Mitgliedern und der jährliche Zuschuss der Stadt Bamberg von 10.000 Euro, lassen dieses Vorgehen nicht zu, auch wenn alle Ausstellungen komplett ehrenamtlich gestemmt werden. Künstler müssen bezahlt werden, Transport-, Versicherungs- und Werbekosten getragen werden, Kataloge gedruckt werden, Anträge für Förderungen geschrieben werden. Viele Aufgaben für ein sehr kleines Team um Barbara Kahle, das auch mit viel Einfallsreichtum und Engagement für Projekte im Außenraum dieses Defizit nicht umgehen kann.

Auch dies macht nachvollziehbar, dass die Freude, möglicherweise auf das Konversionsgelände zu gehen, gedämpft ist bei der Vorsitzenden Kahle, die sich finanziell nicht als „Anker“ in einer geplanten Kulturlandschaft im neuen Bamberger Osten sehen kann.

„Darf ich Sie für die weitere Besprechung ins Cafe einladen?“, fragt MdB Andreas Schwarz nach einer halben Stunde Besichtigung. „Gerne!“, antwortet das Team schmunzelnd bei 40 Grad unter dem Dach trotz der offenen Dachluken, was den Drucken sicherlich nicht gut bekommt, aber uns Menschen nun mal auch nicht.

Ausstellungen:

  • 19. September bis 9. November 2014, Lu Song, ein chinesischer Romantiker
  • 19. September 2014, 18 Uhr, Vernissage im Foyer des E.T.A.-Hoffmann-Theater,
  • 12. Dezember 2014, „Controlled Collisions“, Aldona Kut und Sebastian Kuhn, Stadtgalerie Bamberg – Villa Dessauer, Hainstr. 4, Bamberg

Infos: www.kunstverein-bamberg.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.