GAL ist begeistert über Messerschmittiges

Redaktion

Nun hat die Groko in Bamberg einen neuen Namen: KoMa. Koma? Die GAL kommentiert das Messerschmitt-Papier (siehe auch: Messerschmitt-Papier der GroKo ist kein Überflieger), flieht in den Sarkasmus. Mittlerweile betonen CSU und SPD in Interviews, dass das Papier kein Koalitionsvertrag ist. Ein solcher hätte die Parteigremien durchlaufen müssen, hätte basisdemokratisch diskutiert, nach Parteigrundsätzen abgeklopft und beschlossen werden müssen. Das Messerschmitt-Papier trägt zwar einen illustren Namen, doch sein Wert ist fraglich, fehlt die Legitimation und nicht nur die Unterschriften.

Pressemitteilung der GAL

Visionär, überwältigend, bahnbrechend – Opposition geizt nicht mit Lobesworten für den Schwarz-rot-lila-gelben Koalitions-Mischmasch

Mit dem Ausdruck größten Respekts reagierte man beim jüngsten GAL-Plenum auf das Messerschmitt-Papier, das vom neuen Bamberger Koalitions-Mischmasch – kurz KoMa –

vorgelegt wurde. Es sei beachtlich, so das GAL-Resümee, welche visionäre Flut an politischen Neuerungen die wochenlange Arbeitsphase von CSU, SPD, BuB und FDP ergeben habe: vier Seiten Zusammenarbeitsvereinbarung, davon eine Seite ein liebevoll gestaltetes Deckblatt.

Für den GAL-Vorstand begrüßte Harald Rink ausdrücklich die konkreten Vorschläge zur Innenstadtentwicklung: „Der Erhalt von Kurzzeitparkplätzen, die Schaffung von Toiletten und Ruhebänken und ein zweiter verkaufsoffener Sonntag – diese Maßnahmen werden der Bamberger City einen ungeheueren Schub nach vorne geben.“ Auch die im Papier geforderte „Erstellung eines Veranstaltungskonzepts auf der Grundlage der bestehenden Veranstaltungen in der Innenstadt“ (Zitat) enthält aus Sicht der GAL einen maximal friedensstiftenden Vorschlag „von nachgerade messerscharfem Einfallsreichtum“ im aktuellen Konflikt zwischen Lärmbelästigung und Spaß am Feiern.

Als „überwältigend“ bezeichnete Vorstandsfrau Anna Friedrich den schwarz-rot-lila-gelben Plan, Geh- und Radwege sowie Kinderbetreuungs- und Schulhäuser zu sanieren. „Von all diesen Problemen haben wir bislang überhaupt nichts gewusst! Man kann den Messerschmittigen nur danken, dass sie diese Mängel aufgedeckt haben.“

„Endlich wird auch etwas gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum getan, der Radverkehr am Regensburger Ring ausgebaut und der Regionale Omnibusbahnhof ROB in Angriff genommen“, zeigte sich GAL-Stadträtin Petra Friedrich erleichtert. „Da ist man wirklich froh, dass jetzt völlig neue Kräfte am Regierungsruder sitzen, die leider bis dato keinerlei Gelegenheit hatten, hier tätig zu werden.“

Für die Energieszene als „zukunftsweisend und bahnbrechend“ schätzt GAL-Stadtrat Peter Gack die Formulierung im Messerschmitt-Papier zur Energiepolitik ein: „Ausbau der erneuerbaren Energien wie zum Beispiel Elektromobilität“ (Zitat). Gack dazu: „Dass Elektromobilität selbst eine erneuerbare Energie ist, diese These wird die gesamte Energiewende revolutionieren und eröffnet völlig neue unbekannte Energiequellen für nachfolgende Generationen.“

Schließlich zollten GAL-Vorstand und GAL-Stadtratsfraktion den Beteiligten Respekt für ihre Verdienste um die politische Kultur in der Stadt Bamberg. Die CSU-Spitze habe mit dem Einbinden zweier noch im Wahlkampf aggressiv verfeindeter Ex-Fraktionsmitglieder in den Kopulationsakt eine nachgerade skrupellose Integrationsfähigkeit und außerirdische Führungsqualität bewiesen. Insbesondere wenn man dem gegenüber stelle, dass die eigenen linientreuen Fraktionsmitglieder erst über die Presse von dem Papier erfahren haben.

„The show must go on!” fasste GAL-Vorstandsmitglied Florian Reichl die freudig gespannte Stimmung der GAL zusammen. Jetzt endlich werde klar, weshalb die Stadtratsmehrheit nach der Wahl sich selbst eine beträchtliche Diätenerhöhung zugeteilt habe. „Polittheater auf höchstem Niveau ist selbstverständlich nicht zum Nulltarif zu bekommen.“

3 Gedanken zu „GAL ist begeistert über Messerschmittiges

  1. Man hat von unserer Seite aus lange Jahre zu einer CSU gestanden – und gehört nominell im Moment noch dazu -, als sie ein einigermaßen geschlossenes Bild abgab, aus Tradition hauptsächlich. Mit den Roten und anderen hat man sich nicht gemein gemacht. Nun ist diese Partei inhaltlich so zerfleddert, dass man sich so schämen muss, dass sogar solche wie die Grünen als die Glaubwürdigsten erscheinen. Frau Reinfelder, die noch im Wahlkampf, nach außen hin zumindest, gegen die CSU angetreten ist, entpuppt sich als Überläuferin (und eifrige Mitarbeiterin an diesem Messerschmitt-Papier), was schon vor der Wahl stattgefunden haben soll. Muss man das nicht als Wählerbetrug bezeichnen? Für unsereins hat die Stadtratsmehrheit ihre Legitimität verloren. Eine echte Mehrheit der Bürger ist sowieso nicht mehr vorhanden. Das ist alles eine einzige Schande. Von der Stadtspitze bis runter müssen Sie Konsequenzen ziehen, wenn Sie noch sowas wie Ehre am Leib haben, Mann!

  2. karl valentin hätte seine helle freude an diesem marionettentheater

    mal sehen ob sich das bamberger kasperl hier traut, den spiegel vorzuhalten?

  3. Die GAL trifft den Nagel auf den Kopf.

    Indes – der Wähler, die Wählerin, der Nichtwähler, die Nichtwählerin wollte es so!

    Warum sonst hätten sie so entscheiden oder durch Nichtwahl diese Situation zulassen sollen?

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