4. Treffen der Bamberger Transition-Bewegung

Pressemeldung
Beim 4. Treffen der Bamberger Transition-Bewegung

Beim 4. Treffen der Bamberger Transition-Bewegung

Letzte Woche fand das mittlerweile 4. Treffen der neuen Bamberger Transition-Bewegung statt. Die Bamberger „Transition Town Initiative“ hatte ihre Auftaktveranstaltung am 12. Februar 2014: der Film „Voices of Transition“ in Anwesenheit des Berliner Regisseurs Nils Aguilar führte zu solch außergewöhnlicher Resonanz, dass er einem Publikum von 250 Leuten parallel in 2 Kinosälen des Lichtspielkinos gezeigt werden konnte.

Übergang in ein Zeitalter mit abnehmendem Energieverbrauch

Einer der Grundgedanken der weltweiten Bewegung ist schon in ihrem Namen enthalten: Unsere Welt befindet sich, ob wir es wollen oder nicht, unmittelbar vor einem fundamentalen Umbruch in ein neues „postfossiles“ Zeitalter. Der Übergang („Transition“) in eine grundlegend veränderte Wirtschafts- und Gesellschaftsform wird vom bevorstehenden Rückgang und Ende der fossilen Energien Öl, Kohle und Gas verursacht. Die Verknappung dieser Ressourcen stellt nicht nur das wirtschaftliche Wachstum in Frage, sondern schließt dieses künftig als eine politische Grundannahme aus. Stattdessen muss Energiesenkung das zentrale Ziel der politischen Gestaltung werden.

Lokale Lösungen

Ein wesentlicher Ansatzpunkt zur Senkung des Energieverbrauchs sind Einsparungen bei (individueller) Mobilität und beim Transport. Die Stärkung lokalen Wirtschaftens und der Aufbau von regionalen Kreisläufen und lokaler Selbstversorgung stehen deshalb ganz oben auf der Agenda. So haben wir es zwar mit einer weltweiten Bewegung zu tun, ihre Wirkung entfaltet sie aber prinzipiell im Handeln vor Ort, in den einzelnen Städten und Regionen. Auch dieser charakteristische Punkt steckt im Namen der Bewegung, die sich nicht als globale „World in Transition“ bezeichnet, sondern in einzelnen, unabhängigen, selbständigen „Transition Towns“ („Städte im Übergang“) manifestiert.

Lokales gemeinschaftliches Handeln – jetzt auch in Bamberg

Die Wirkung der „Transition Towns“ beruht weniger auf Debatten oder Mehrheitsbildungen, sondern auf dem „einfach anfangen und machen“, dem aktiven Gestalten der Menschen in der jeweiligen Kommune oder Region. Die Veränderung „der Welt“ geschieht in kleineren Gruppen, die mit einzelnen Aktivitäten ihren Beitrag zur Veränderung des Ganzen leisten. Das rückt die Menschen wieder mehr zusammen, stärkt soziale Zusammenhänge und Kommunikation.

In fortgeschrittenen „Transition Towns“ sind solche Gruppen unter anderem damit befasst, lokale Währungen zu etablieren, Bürgergärten, Lebensmittelkooperativen oder Genossenschaften zur lokalen Selbstversorgung zu betreiben oder lokale handwerkliche Produktionstechniken zu neuem Leben zu erwecken.

Ein zentraler Aspekt von „Transition“ ist auch die Vernetzung und Einbindung von bestehenden Initiativen, Vereinen und Aktivitäten. Die bereits sehr zahlreich existierenden Gruppen und Vereinigungen, z.B. aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz, Regionalkampagnen oder Tauschbörsen können im Rahmen der „Transition Town – Bewegung“ zu einer gemeinsamen und substantiellen gesellschaftlichen Alternative werden.

In Bamberg haben sich in den letzten Wochen erste Gruppen u.a. zu folgenden Unternehmungen herausgebildet:

  • „Essen vor der Haustür“ (was man alles einfach in der Natur vorfindet)
  • Gründen und Betreiben eines Repair-Cafés
  • „Urban gardening“: Begrünen von brachliegenden Bamberger Plätzen und Örtlichkeiten
  • Gärtnern für alle in Strullendorf
  • Arbeitsgruppe zur Nutzung „freier Energie“
  • Planungsgruppe transition@conversion (transition-gerechte Umwandlung der US-Liegenschaften in ziviles Gelände)
  • „Bildungs-Biotope“: Schaffung und Förderung von menschengerechten Bildungsbedingungen in Bamberg
  • Bürgerhaus-Gruppe (Lokalität zur unkomplizierten Nutzung durch die Bürgerschaft)

WIRWeitere und neue Gruppen sind im Entstehen oder warten darauf, ins Leben gerufen zu werden. Wer Lust hat mitzumachen oder sich zu vernetzen, ist herzlich eingeladen und kann Transition Bamberg über transition-bamberg@posteo.de oder auf der facebook-Seite von „Transition Bamberg“ erreichen oder beim nächsten der monatlichen Plenumstreffen am 2. Juni um 19 Uhr im Jugendzentrum am Margaretendamm dabei sein.

3 Gedanken zu „4. Treffen der Bamberger Transition-Bewegung

  1. solche bewegungen fangen alle mal klein an, doch der feind wird am 25.5. dazu ermächtigt, unsere abhängigkeit noch mehr zu festigen.

    denn wenn ich das so richtig interpretiere müsste man ja zwingend die „handels“abkommen mit canada und usa verhindern – wenn nicht gar sabotieren. sie stehen in vollkommenen gegensatz zu einer recourcenschonenden zukunft und zur freiheit der lokalen märkte.

    bietet da nicht das grundgesetz die handhabe, da jeder das recht und die pflicht hat, dieses notfalls mit aller macht zu verteidigen?

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