Fußballturnier als gelungenes Beispiel für ein Miteinander der Kulturen – die Arbeit des Migranten- und Integrationsbeirats der Stadt Bamberg

Jérôme Grad

Ende Juni fand das Internationale Fußballturnier des Migranten- und Integrationsbeirats (kurz MIB) der Stadt Bamberg statt.

Sieger des Fußballturniers FC Kosova. Foto: Pressestelle Stadt Bamberg

Neben dem Gewinn des Pokals, der zum vierten Mal an den FC Kosova ging, stand vor allem das Miteinander der Kulturen im Vordergrund dieser Veranstaltung. Bereits in der Vorbereitungsphase zum Turnier arbeiteten die Mitglieder aller teilnehmenden (sowohl deutsche als auch ausländische) Vereine im Arbeitsausschuss „Sport und Kultur“ des MIB zusammen. Aktiv wurden sie in die Planungen eingebunden, so wurden alle Fragen rund um das Turnier, von organisatorische bis hin zu kulinarischen, gemeinsam diskutiert. Somit gelangen hier schon der erste Berührungspunkt zwischen verschiedenen Kulturen und der Umgang miteinander. Unterschiedliche Vorstellungen sind nicht nur willkommen, sondern beleben das Fest und die Gesellschaft allgemein. Doch das zweitägige Fußballturnier ist nicht die einzige Aufgabe, mit der sich der Beirat befasst.

18 Vertreter kümmern sich um die Belange der Migranten

Zusammengesetzt ist der Beirat, der direkt der Stadt unterstellt ist, jedoch nur beratend wirkt, aus 18 Vertretern. Diese wurden 2012 von den in Bamberg gemeldeten Migranten gewählt, welche wiederum ihren Vorsitzenden, aktuell Mohamed Hédi Addala, küren.

Die Beiratsmitglieder bei einer Öffentlichen Sitzung. Foto: MIB

Die Anzahl der Vertreter eine Migrantengruppe im MIB setzt sich aus der Anzahl der Migranten in Bamberg zusammen. So sind vier Vertreter für türkische Bürger in den Beirat entsandt, da mehr als 900 Türken in Bamberg gemeldet sind, die damit die größte Gruppe bilden.

Mit je einem Mitglied für 101 bis 350 Staatsangehörige sind Rumänien, Kosovo, Ukraine, Russland, USA, Griechenland, Kasachstan, Portugal, Italien sowie Österreich vertreten. Zu sogenannten „Sammelgrupppen“ zusammengelegt, da weniger als 100 gemeldete Bürger sind Bürger aus Tunesien, Iran, Großbritannien und Frankreich.

Grundsätzlich hat der Beirat die Schaffung von gegenseitigem Respekt, Akzeptanz und Toleranz in der zunehmend pluralistischeren Gesellschaft als Ziel. Konkret heißt das, die Bereitstellung von Angeboten zur Integration für die Migranten zum einen, und zum Anderen aber auch die Sensibilisierung der aufnehmenden Gesellschaft für die Bedürfnisse der Migranten.

Das zweite große vom Migranten- und Integrationsbeirat veranstaltete Ereignis sind die „Interkulturellen Wochen“. In diesem Jahr finden sie vom 21. September bis zum 9. November unter dem Motto „Wer offen ist, kann mehr erleben“ statt. Eröffnet wird dieses Forum für Aktivitäten und Veranstaltungen zu interkulturellen Themen dabei mit einer friedlichen Fahrraddemonstration „Radeln gegen Rassismus“. Durch weitere Aktionen innerhalb der gut zwei Wochen sollen alle Bamberger Bürger sich mit der Kulturvielfalt beschäftigen und so Vorurteile abbauen.

Vielfältiges Angebot für Migranten

Insgesamt sorgen die 18 Vertreter ehrenamtlich für ca. 6000 Migranten aus 111 Ländern seit 1994 für bessere Lebensverhältnisse. Zu der vielfältigen Auswahl an Initiativen gehört vor allem die Migrationserstberatung, bei der jegliche soziale und kulturelle Fragen und Probleme angesprochen werden.

Zudem gibt es eine von der Bundesregierung ins Leben gerufene Gesundheitsvorsorge für türkische Kinder, bei der Eltern telefonische Informationen zu Vorsorge und Impfungen einholen können.

Doch auch die Integration in die Gesellschaft soll gefördert werden. Im Integrationskurs des Beirats werden den Migranten Kenntnisse der deutschen Rechtsordnung, Kultur und Geschichte vermittelt, und mit der Aktion „Warum Kindergartenbesuch für mein Kind“, werden die Vorteile eines Kindergartenbesuchs für Eltern und Kinder in diversen Sprachen dargelegt.

Natürlich stehen alle Beiräte zu Sprechstunden aber auch nach Vereinbarung für sämtliche Fragen zur Verfügung. Vor allem die Themen Ausbildung, Arbeitsplatz und Wohnmöglichkeiten werden oft angesprochen, so Mohamed Hédi Addala. Die Beiratsmitglieder versuchen die Anfragen möglichst schnell zu lösen und arbeiten dabei eng mit ihren Ansprechpartner, wie z.B. AWO oder Caritas zusammen.

Angebote des MIB auch für Deutsche interessant

Doch bei allen Angeboten und Möglichkeiten für die Migranten, für eine gelungene Integration bedarf es auch der Offenheit der aufnehmenden Gesellschaft. Hierfür dient das Fußballturnier als perfektes Beispiel, da nicht nur ausländische Spieler teilnehmen, sondern auch zwei deutsche Mannschaften. Somit lohnt ein Blick auf die Arbeit des Migranten- und Integrationsbeirats für ausländische Mitbürger und Deutsche gleichermaßen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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