Rückblick: Smog in Peking im Januar 2013

Redaktion

Im Januar 2013 war die Luft in Peking so schlecht, dass es eigentlich niemand mehr ignorieren konnte. Eine dichte Glocke von Smog lag über der Stadt und über weiten Teilen von China. Die Menschen trugen Atemmasken, die Krankenhäuser waren voll. Die Feinstaubwerte waren atemberaubend hoch. So dramatisch war die Situation, dass sie auch außerhalb von China wahrgenommen wurde. Auch die deutschen Medien berichteten sämtlich und ausführlich über den Smog. Vom Fränkischen Tag über die Süddeutsche Zeitung bis zu den Abendnachrichten im deutschen Fernsehen: alle Medien deckten dieses Thema ab. So erfuhren auch die Deutschen, was in China los war. In diesem Jahr konnten wir in Bamberg die Situation der Pekinger besonders gut mitfühlen, waren wir doch selbst von „sehr schlechter“ Luft betroffen, wenn auch an weniger Tagen und in nicht so dramatischem Ausmaß wie die Chinesen.

Es gab eine Reihe von Fotoserien, die eindringlich zeigten, wie schlecht die Sicht in der trüben Pekinger Luft war. Eine besonders interessante finden Sie hier.

Unsere Medien haben uns ausführlich über die Ursachen der chinesischen Luftverschmutzung informiert. Überraschend war die Diagnose nicht. Der Autoverkehr hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Auch wenn die Chinesen Pioniere bei der Umstellung auf Elektroautos sind, fahren die meisten PKWs und LKWs noch mit Verbrennungsmotoren. Auch die Industrie wächst ungebremst, Beschränkungen gibt es kaum, Filtersysteme für Schornsteine gibt es kaum. Entweder sind sie nicht vorgeschrieben oder die Vorschriften werden nicht kontrolliert. Die politische Führung hält sich zurück und übernimmt keine Verantwortung. Wer reich ist, wohnt außerhalb, wo die Luft besser ist.

Wie hoch war die Feinstaubbelastung wirklich?

Unsere Medien informierten uns auch über die Zurückhaltung der chinesischen Führung, wenn es um Daten und Fakten ging. Wie hoch war die Feinstaubbelastung wirklich? Welche Schadstoffe mussten die Menschen außerdem noch einatmen? Wieviele Menschen sind in diesen Wochen mit Asthma, Bronchitis, Herzanfällen etc. in die Krankenhäuser gekommen? Solche Zahlen wurden zurückgehalten, nicht ungewöhnlich in einer kommunistischen Diktatur.

Die zuverlässigsten und frei zugänglichen Daten zur Luftverunreinigung kamen von der Luftmesstation auf dem Dach der amerikanischen Botschaft. Dort wurde die Belastung der Luft mit Feinstaub (PM 2,5) gemessen. Das sind die ultrafeinen Staubpartikel, die über die Atemluft in die Lunge und schließlich auch in den Blutkreislauf gelangen und für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich gemacht werden. Die stündlich aktualisierten Meßdaten waren im Internet einzusehen. Sie sind auch weiterhin ständig einzusehen, hier.

Zur Zeit wird die Atemluft in Peking nach einigen Tagen „guter Luft“ schon wieder schlechter. Sie wird aktuell als „unhealthy“ eingestuft, also als „ungesund“.  Auf der homepage der Botschaft wird diese Stufe der Luftbelastung näher erläutert: „Increasing likelihood of respiratory symptoms in sensitive individuals, aggravation of heart or lung disease and premature mortality in persons with cardiopulmonary disease and the elderly.“ Auf deutsch heißt das: „Zunehmende Wahrscheinlichkeit von Atemwegserkrankungen bei empfindlichen Personen, Verschlimmerung von Herz- und Lungenkrankheiten, vorzeitige Sterblichkeit bei Personen mit Herz- und Lungenkrankheiten und bei Älteren.“

Bei uns in Bamberg verliert die Luft auch gerade wieder an Qualität. Nach einigen Tagen „guter“ Luft bis zum vergangenen Donnerstag wird die Luft seit Freitag wieder etwas schlechter. Aber immerhin wurde die Bamberger Luftqualität von Freitag über das Wochenende bis zum Montag immerhin noch als „befriedigend“ eingestuft. Den Höchstwert der vergangenen Tage hatten wir am Samstagabend. Der von der Meßstation des Landesamtes für Umwelt gemessene Wert lag über mehrere Stunden bei 26 Mikrogramm Feinstaub (PM 10) pro Kubikmeter Luft. Die aktuellen Werte zur Luftgüte in Bamberg finden Sie hier.

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Für saubere Luft: Was Bürger und Kommunen bewegen können  »Saubere Luft lernt man erst zu schätzen, wenn man keine mehr hat.« / Europäische Kommission erklärt 2013 zum „Jahr der Luft“ / Atemluft: das wichtigste unserer Lebensmittel / Dicke Luft in Bamberg

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