Fernsehtipp: „Die Masche mit den alten Kleidern“

(cr)

Die ZDF-Umweltreihe „planet e.“ befasst sich am kommenden Sonntag, 13.30 Uhr, was mit ausrangierten Textilien, die man Altkleider-Sammlungen spendet, wirklich passiert. Dabei geht es um keine Kleinigkeiten, denn die Deutschen werfen jedes Jahr über eine Million Tonnen (!) Textilien weg. Das meiste davon landet nicht im Müll, sondern in der Altkleidersammlung – ungefähr 750 000 Tonnen jährlich. Allerdings geht nur ein kleiner Teil der gespendeten Sachen an soziale Projekte, da deren Bedarf angesichts der anfallenden Menge zu gering ist. Wohlfahrtsorganisationen wie das Rote Kreuz sammeln in der Regel nicht selber, sondern verkaufen ihre Sammel-Lizenz an gewerbliche Unternehmen, die den karitativen Organisationen Kilopreise entrichten. Von diesem Erlös finanzieren die Wohlfahrtsverbände dann ihre sozialen Projekte.

Im Sortierbetrieb angekommen, wird die Kleiderspende zum globalen Wirtschaftsgut – von Wohltätigkeit kann hinfort nicht mehr gesprochen werden. Fast die Hälfte der Klamotten kommt in den Verkauf. In Deutschland interessiert das aber kaum jemanden – zu Ballen gepresst und in Säcken verstaut gehen die Altkleider nach Afrika und immer häufiger auch nach Osteuropa, wo viele Menschen sich neue Sachen kaum leisten können und ausrangierte Markensachen für wenige Euro neue Liebhaber finden. Nicht selten zum Schaden der einheimischen Schneider, Näherinnen oder kleingewerblichen Hersteller. Was selbst in weit entfernten Second Hand Shops nicht mehr verkauft werden kann, findet ebenfalls Verwendung: Als Putzkappen, Dämmschutz auf dem Dach. Auch als Automatten sind recycelte Altkleider sehr beliebt. Fast alles, was in die Tonnen geworfen wird, kann noch anderweitig gebraucht werden.

Der Film zeigt aber auch Möglichkeiten auf, Ressourcen zu sparen und Kleiderberge zu reduzieren. Denn allein für die Produktion eines T-Shirts werden hunderte Liter Wasser und jede Menge giftige Chemikalien benötigt.