Der Weg zur Religenz

Werner Schwarzanger

Julia Kristeva: Die Zukunft einer Revolte

Aus ihrer inneren Revolte wider ihren Übervater Freud plädiert die Psychoanalytikerin Julia Kristeva in ihrem dritten Buch über die intime Revolte dafür, den in der mechanistisch-materialistischen Aufklärung untergegangenen Sinn für das Sakrale im freiesten Geist wieder zuzulassen. Offiziell noch dem freudianischen Bild vom Menschen als dem zwischen verdrängter wilder Libido und sadomasochistischem Todestrieb zerriebenen psychischen Apparat verpflichtet, nähert sie sich den eigentlichen Geheimnissen des psychischen Innenraums bis zu dem Punkt, wo die intime Revolte abseits aller dogmatisch festgeschriebenen Konfessionen sich als die eigentliche Religion erweisen könnte, die, nicht von religare (sich rückbinden) sondern von religere (sich rücklesen) her, als die Religenz zu bezeichnen wäre. Weiterlesen

Der etwas andere Stadtführer

Kinder und Jugendliche aus der Gereuth stellen dem Stadtrat ihr erstes eigenes Buch vor

Ganz schön aufregend: (v.l.n.r.) Shirley (11 J.) Erzieher Moritz Reckmann und Sarah (10 J.) präsentieren ihr Buch „Leon und Isabel entdecken die Gereuth“. Foto: Pressestelle Stadt Bamberg

Wie viele Menschen kennen eigentlich wirklich den Bamberger Stadtteil Gereuth? Was hat es mit dem Namen „Gereuth“ überhaupt auf sich? Wann werden Wunder wahr? Und wo bekommt man etwas zu Essen her, wenn man gerade kein Geld dabei hat? Antworten auf all diese Fragen gibt das Buch „Leon und Isabel entdecken die Gereuth“ von Kindern und Jugendlichen aus eben jenem Stadtteil. Weiterlesen

WENN SICH STRASSENKREUZER UND ZIEGEN EINE SKIPISTE TEILEN …

Christine Schmidhammer

Eva Bauers fotografische SCHAU-spielereien

Die Augen sehen etwas und plötzlich paßt es: Unerwartetes trifft auf Bekanntes, Vordergründiges mutiert ins Mystische – Das Bild hinter dem Bild: Abblätternde Farbe, ein vom Zahn der Zeit angenagtes Werkstatttor oder doch – fliegende Fische, tanzende Delphine, oder, oder … Weiterlesen

„Am Grab von Rainer Maria Rilke“

Erich Weiß

Ein außergewöhnlicher Einzeldruck eines Gedichtes von Andreas Reuß – inspiriert von einem Besuch des Grabes von Rainer Maria Rilke in Raron/Schweiz
Mutig und gelungen!
Machen Sie sich die Freude mit diesem Einzelblattdruck.

Am Grab von Rainer Maria Rilke
Gedicht von Andreas Reuß
Erhältlich im Buchhandel.
DIN A 5, 8 Seiten, 5 Abb.
Erich Weiß Verlag
1,50 Euro

 

 

 

 


 

Vor WEIHNACHTEN ist nach WEIHNACHTEN

Erich Weiß

Die Dreieinigkeit diskutiert über die Perfektion der Schöpfung der Welt. Dabei muss sie feststellen, dass es durchaus Schwachstellen und Fehler an Konzeption und Ausführung der Schöpfung gibt. Also suchen sie einen Weg zur Rettung. Nachdem sie nach einigem hin und her schließlich zu einer Einigung kommen, glauben sie vor ca. 2000 Jahren die Lösung gefunden zu haben … Weiterlesen

In der Superblase der Gierkultur

Werner Schwarzanger

Ulrike Herrmann: Der Sieg des Kapitals

Was ist eigentlich der Kapitalismus? Wie entstand er? Wie funktioniert er? Und worauf läuft sein beispielloser Sieg heillos hinaus? Diesen Fragen geht Ulrike Herrmann, die philosophisch versierte Bankkauffrau und Wirtschaftskorrespondentin der taz, in ihrem 2016 in achter Auflage erschienenen Buch über den „Sieg des Kapitals“ ebenso kompetent wie unterhaltsam nach. Weiterlesen

Bildband: Menschen in Afghanistan 1968

Erich Weiß

Werner Kohn reiste 1968, wie es zu dieser Zeit häufiger vorkam ohne festen Zeit- und Reiseplan in den Orient, um der durchorganisierten und miefigen BRD für Monate oder gar Jahre zu entfliehen und vielleicht das zu finden was wirklich wichtig ist im Leben. Gut dabei war, dass Werner Kohn damals noch ein junger aber schon exzellenter Fotograf war. Weiterlesen

Shareholder-Value oder Nächstenliebe?

Werner Schwarzanger

Heiner Geißler: Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?

Nur als Mensch, nicht als Politiker“ eröffnet der ehemalige Sozial- und Gesundheitsminister sowie Generalsekretär der CDU in seinem neuen Buch eine Frage, die es in sich hat: Bleibt Christsein selbst in dem Fall noch möglich, dass es einen gütigen Gott nicht gibt Weiterlesen

Peter Sloterdijk: Manege frei für die neue Übelite

Werner Schwarzanger

Nach Gott“: dieses Sloterdijk-Brevier enthält Aufsätze, Vorträge und Vorworte, die zwischen 1993 und 2017 entstanden sind. Welchen Standpunkt der postmoderne Epiphilosoph selbst zuletzt eigentlich einnimmt, verrät der Band nicht. Registriert er standpunktlos objektiv als „einer der akkuratesten Diagnostiker unserer Zeit“ (Slavoi Žižek) lediglich aktuelle Sprachspiele auf der Bühne des posttheologischen Denkens? Oder fahndet er als „Denker der Lebenslust“, wie manche finden, auf Nietzsches Spuren nach einem neuen Lebenssinn nach Gottes Tod? Im vorliegenden Band profiliert sich das unter dem Markenzeichen „Peter Sloterdijk“ zusammengefasste Dividuum durch dreierlei kaum zu vereinbarende Sprachspiele. Eines davon plädiert für das Comeback der Gnosis, das seit 1946, als in Nag Hammadi in der ägyptischen Wüste eine „gnostische Bibliothek“ gefunden wurde, anstehe. „Aus der Tiefe der Zeiten“ ergehe seither an uns letzte Menschen der Wink, mit einem „westlichen Nirvana-Konzept“ die „Urverneinung“ und damit den Aus- und Aufbruch ins ganz Andere neu zu starten. Sind wir doch, wie uns Sloterdijk in diesem Sprachspiel versichert, zwar in, aber mitnichten von dieser Pfuschwelt. Zeit also für die Wiederentfachung der „metaphysischen Revolte“. Brechen wir endlich „mit allem, was ans Gegebene und Bestehende bindet“! Mit dieser Sezession von einem In-der-Welt-sein, das doch nur ein In-die-Pfuschwelt-hineinverfallen ist, würden wir uns, beteuert er, allererst eigentlich „vereigentlichen“, nämlich wider „die Primärkatastrophe Schöpfung“ endlich wieder damit beginnen, die Psyche, dieses „nicht erhaltenswerte Welt-Selbst“, für das Pneuma, das wir eigentlich sind: den über alles Werden erhaben schwebenden Lichtgeist – zu opfern. Weiterlesen

Kusz und Blues – Sämtlich neue Gedichte des Bayerischen Dialektpreisträgers

Für ihn ist in Nürnberg die ganze Welt daheim, hör- und sichtbar: Fitzgerald Kusz, der Klassiker unter den fränkischen Mundartdichtern, findet die Gedichte auf der Straße, auf den Lippen und in den Köpfen seiner Mitmenschen. Seit Jahrzehnten gehören das Genauhinhören und -hinsehen zu seinem täglichen Handwerk, er spürt dabei das Dialektische des Dialekts, die Kunstfertigkeit des Authentischen und die Doppelbödigkeit der Dinge auf. In seinem neuen Gedichtband Nämberch-Blues, der Experimente mit verschiedenen literarischen Formen und unterschiedlichen Traditionen vereint, beweist er einmal mehr seine unvergleichliche Meisterschaft.

Fitzgerald Kusz
Nämberch-Blues
Gedichte
Klappenbroschur
ca. 128 seiten | 12,4 x 21 cm
ISBN 978-3-86913-878-7
15,00
Erscheinungstermin: August 2017