Wagnerverbands-Konzert ohne Wagner

Monika Beer

Der Kontrabassist Justus Böhm stellt sich beim Stipendiatenkonzert mit einem reizvollen Kontrastprogramm vor.

Justus Böhm. Foto: Rudolf Hein

Es verspricht besonders reizvoll zu werden: das alljährliche Stipendiatenkonzert des Richard-Wagner-Verbands Bamberg. Am 9. November 2017 um 19.30 Uhr wird der junge Kontrabassist Justus Böhm – zum Teil begleitet von Dominik Schramm (Gitarre) und Harald Schneider (Klavier) – im Spiegelsaal der Harmonie am Schillerplatz nicht nur klassisches Repertoire, sondern auch Jazz spielen. Schirmherr des Konzerts ist Oberbürgermeister Andreas Starke.
Wie immer ist der Eintritt frei.

Für Justus Böhm geht ein aufregendes Jahr zu Ende. Der Musikstudent war unter anderem Akademist der Internationalen Bach-Akademie Stuttgart und Stipendiat des Aurora Festivals in Stockholm und hat am Salzburger Mozarteum gerade erfolgreich seinen Bachelor gemacht. Jetzt freut er sich auf sein erstes Solo-Konzert im Spiegelsaal der Harmonie und auf sein Bayreuth-Stipendium im nächsten Festspielsommer, mit dem ihn der Richard-Wagner-Verband ausgezeichnet hat.

Das Konzertprogramm spiegelt die Vielseitigkeit des Kontrabassisten, der seine Ausbildung zweigleisig angegangen ist: Für das klassische Repertoire war das Salzburger Mozarteum für ihn der richtige Studienort, was den Jazz-Bass betrifft, ist er weiterhin Student bei Professor Rudi Engel an der Hochschule für Musik in Würzburg. Im ersten Teil des Konzerts spielt er – zum Teil am Klavier begleitet von dem Bamberger Musiker und Wagnerverbandsmitglied Harald Schneider – Werke von Henry Eccles, Carl Ditters von Dittersdorf, David Ellis, Serge Koussevitzky und Giovanni Bottesini. Und im zweiten Teil präsentiert er gemeinsam mit seinem Studienkollegen Dominik Schramm Jazz-Nummern von Chick Corea, Renaud García-Fons und Astor Piazzolla.

Justus Böhm ist am 22. Januar 1993 in Nürnberg geboren und in Bamberg und in Breitbrunn in den Haßbergen aufgewachsen. Im Alter von fünf Jahren bekam er seinen ersten Klavierunterricht, mit zwölf folgte der E-Bass und ab 2007 unter dem Bamberger Symphoniker Christian Hellwich der Kontrabass. Während seiner Schulzeit am Friedrich-Rückert-Gymnasiums Ebern wurde er Mitglied des Bamberger Jugendorchesters, im Jugendsymphonieorchester Oberfranken und im Bamberger Kammerchor, gewann den 1. Preis bei einem schulinternen Instrumentalwettbewerb und wurde in die studienvorbereitende Ausbildung an der Bamberger Musikschule aufgenommen. Nach dem Abitur 2011 leistete er den Bundesfreiwilligendienst bei der Arbeiterwohlfahrt in Ebern und ging mit dem Bayerischen Landesjugendorchester auf Konzerttournee. Im Oktober 2012 begann er sein inzwischen abgeschlossenes Kontrabass-Studium am Mozarteum in Salzburg bei Professorin Christine Hoock, wurde im selben Jahr in das Sandor-Veigh Kammerorchester aufgenommen, mit dem er eine Tournee durch Italien bestritt. 2013 folgte mit dem Mozart-Opern Institut eine Konzertreise in die chinesische Sonderverwaltungszone Macao, 2014 konzertierte er als Gründungsmitglied der Mozarteum Klezmer Band in Budapest und Salzburg. 2015 ging er mit der Jungen Deutschen Philharmonie auf Konzertreise und trat bei einem Konzert des Kammermusikfestivals in Lockenhaus unter Nicolas Altstaedt auf. Im selben Jahr stieg er als Bassist bei der Bamberger Band Monkee Shuffle ein, im Jahr darauf gründete er die Bands Radio Jazz Head und Kind of Orange und wurde Bassist im Blue Train Orchestra. 2016 begann sein paralleles Jazzbass-Studium an der Hochschule für Musik in Würzburg bei Professor Rudi Engel, das er voraussichtlich bis 2020 fortsetzen wird. Er besuchte Meisterkurse bei namhaften Kontrabassisten wie Thomas Jauch (Bayerisches Staatsorchester), Edicson Ruiz (Berliner Philharmoniker), Dan Styffe (Oslo Philharmonic Orchestra), Jeff Bradetich (Professor am College of Music der University of North Texas) und Rick Stotijn (Swedish Radio Symphony Orchestra). Er ist 2017 außerdem Akademist der Internationalen Bach-Akademie Stuttgart, Stipendiat des Aurora Festivals in Stockholm, 2018 folgt das Bayreuth-Stipendium des Richard-Wagner-Verbands Bamberg.

Dominik Schramm ist 1995 in Kandel (bei Karlsruhe) geboren und erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Gitarrenunterricht bei seinem langjährigen Lehrer und Mentor Ludwig David Kottner. Seitdem gewann er mehrere Preise auf nationalen und internationalen Wettbewerben. Er konzertierte solistisch sowie in kammermusikalischer Besetzung in Paris, Baden-Baden, Salzburg und Freiburg. Seit Oktober 2014 studiert er in Salzburg am Mozarteum bei Professor Eliot Fisk und war unter anderem maßgeblich an der Gründung des Salzburger Gitarrenfestivals „Salzburg Guitar Fest“ beteiligt. Im Laufe seiner Ausbildung erhielt er Meisterkurse von namhaften Künstlern wie Aniello Desiderio, Alvaro Pierri und William Kanengiser. Gemeinsam mit Justus Böhm hat er in diesem Sommer auch erstmals in Bamberg konzertiert, sein jüngster Auftritt in der Region war im September ein Benefizkonzert in der St.-Matthäus-Kirche in Breitbrunn, zusammen mit Justus Böhm und dessen Schwester Milena Böhm.

Harald Schneider ist 1959 in Marktgraitz geboren und, wie er selber sagt, 1984 „heimgekommen“ nach Bamberg. Der gelernte Zahntechniker hat als Spätberufener am Nürnberger Meistersinger Konservatorium Klavier, Fagott, Elementare Musikpädagogik und später Komposition studiert. Seit ihrer Gründung 1989 unterrichtet er an der Kreismusikschule Bamberg. Er ist langjähriges Mitglied im Chor der Bamberger Symphoniker, gefragter Begleiter (Kammermusik, Collegium Musicum), leitete mehrere Ensembles wie zum Beispiel den Erlanger Kammerchor, die Formation „Salonfähig“, die Klezmer-Gruppe „LeChajim“ sowie den von ihm gegründeten Chor der Kreismusikschule „audida“. Mittlerweile hat er auch ein Faible für den Kontrabass und spielte beim letzten Neujahrskonzert des Bamberger Kammerorchesters zusammen mit Justus Böhm in der Bassgruppe. Er ist der künstlerische Leiter der Bamberger Benefizkonzertreihe zum Welt-Aids-Tag, die er im Jahr 2000 initiierte, seitdem jährlich mitveranstaltet und dafür auch schon vom bayerischen Gesundheitsministerium ausgezeichnet wurde.

 

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