Versicherte verunsichert – Lebensversicherer wollen Millionen Altkunden loswerden

VerbraucherService Bayern

Die Nullzinsphase fordert weitere Opfer vom Sparer. Die Generali, mit der Marke Aachener-Münchener, will ihre Verpflichtungen für vier Millionen bestehende Lebensversicherungsverträge abgeben. Genauso die Ergo (Hamburg-Mannheimer, Victoria) ihre Zusagen für sechs Millionen Alt-Policen. Die Verträge werden an internationale Finanzinvestoren verkauft.

Da die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Verkauf zustimmen muss, ist voraussichtlich die Einhaltung der Verträge zu erwarten. Die Erfahrung mit der Übertragung von Altpolicen wie im Fall der Mannheimer Leben zum Auffangfonds Protektor zeigen aber, dass die Versicherten die über den gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungszins hinaus in Aussicht gestellten Überschussleistungen kaum mehr erwarten können. Versicherungsgesellschaften, die langjährige Verträge mit ihren Kunden an weitgehend unbekannte Gesellschaften verkaufen, verursachen einen schweren Vertrauensverlust in die Altersvorsorge mit Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen. „Ob sich Altverträge bei zu erwartenden geringeren Überschüssen noch rechnen, hängt von Faktoren wie dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses und den Versicherungsleistungen ab“, so Lutz Schwarzenberger, Finanzberater beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) in Bamberg. Die unabhängigen Finanzberater des VSB bieten Betroffenen eine Analyse ihrer Altverträge hinsichtlich Ihres persönlichen Bedarfes an. Zudem können sie die Folgen möglicher Optionen wie Vertragsweiterführung, Beitragsfreistellung, Policenverkauf und Kündigung aufzeigen.

Weitere Informationen zu Lebensversicherungen und Altersvorsorge erhalten Verbraucher in den 15 Beratungsstellen des VSB und unter www.verbraucherservice-bayern.de.

 

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