Lieschen!

Sie wär so gern ’ne Femme fatale.
Ihr Leben wär nicht mehr banal.
Ihr Blick, der jetzt nur etwas dümmlich,
Wär vielversprechend und unziemlich.
Statt Katzenfell am Mantelkragen
Würd sie ’nen Persianer tragen.
Und nicht die selbst gestrickten Socken,
Sondern Seidenstrümpfe locken
Den Blick der Männer auf ihr Bein.
Ihr fades Blond würd Platin sein.
Und die blassen, schmalen Lippen
Wär’n dunkelrot, der Busen wippend.
Der Po – nur förmlich abgedeckt.
Sie würde zeigen was da steckt
Unterm dünnem Seidenkleid
Und wozu die Frau bereit.
Sie wäre witzig, wär gewandt,
Gebrauchte Körper und Verstand
Um Männer Herzen zu erobern.
Die würden um ihr Lächeln pokern.
Und nach einer kurzen Weile
In Femme fatales Wirkungsmeile
Wär’n sie gerupft die eitlen Pfauen,
Von Lieschens rot lackierten Klauen.
Und Männer nackten Hähnchen glichen.
Manche – vielleicht tot erblichen.
Wie dem auch sei,
Es wär vorbei!
Ein Mann zu Grab getragen wird.
Der nächste wär ja schon verführt.

Cornelia Stößel, 2016

 

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