Endlich möglich: Feinstaub selber messen

Redaktion

Eine Veranstaltung von Transition Bamberg

Die Smog-Glocke, die in den 1920er Jahren über Bamberg lag, kennen wir nur aus den Beschreibungen von Professor Ernst Zinner. Messgeräte für Feinstaub gab es damals noch nicht. Wie hoch war die Luftbelastung damals? Der Smog muss sehr dicht gewesen sein. Zinner sprach davon, „daß vom Tal aus die Sterne nicht zu sehen sind“.

Das erinnert an Bilder aus China, wo der Smog immer wieder so dicht ist, dass er sogar die Sicht einschränkt. Betroffene Städte liegen im grau-gelben Nebel, an breiten Straßen sieht man die gegenüberliegende Häuserzeile nur noch verschwommen. In China werden dann Werte von über 500 µg Feinstaub PM10 pro Kubikmeter Luft gemessen. Das ist extrem schlechte Luft. Nach europäischen Kategorien gilt die Luft bereits ab 50 µg Feinstaub als „schlecht“ und ab 100 µg Feinstaub als „sehr schlecht“.

Die Bamberger Luft ist zwar nicht mehr so schlecht wie in den 1920er Jahren, aber es gibt immer noch viele Wochen, an denen sie zu viel Feinstaub enthält. Im Jahr 2017 wurden die Grenzwerte für Feinstaub PM10 bereits 11 mal überschritten. Die offizielle Messstation des Bayerischen Landesamtes für Umwelt steht leider mitten in unserer größten Frischluftschneise am Rhein-Main-Donau-Kanal. War also die Luft vielleicht an den verkehrsreichen Straßen noch schlechter?

Seit kurzem ist es möglich, die Luftqualität selbst zu messen und den Feinstaub damit sichtbar machen. Überall in der Stadt, mitten im Inselgebiet, an den Einfallstraßen und oben an der Altenburg. Das „Open Knowledge Lab Stuttgart“ hat kostengünstige Messgeräte entwickelt. Ein Bausatz kostet nur ca. 37 €. Unter dem Dach von Transition Bamberg hat sich die Gruppe „Feinstaub selber messen“ gegründet und für den kommenden Samstag den Stuttgarter Experten Frank Riedel eingeladen. Nach einem kurzen Vortrag wird er mit allen Interessierten Messgeräte basteln, die man dann vor das eigene Fenster hängen kann. Die gewonnenen Daten werden über WLAN kontinuierlich in eine öffentlich sichtbare Karte eingespeist. http://deutschland.maps.luftdaten.info/.

Bamberg_openData Feinstaub Map

Mit einem dichten Messnetz kann ein realistisches Bild der Lage gezeigt werden. Je mehr Messstationen es gibt, desto genauer zeichnet sich ab, wo und wann die Lage kritisch wird. Auf diese Weise werden Politik und Behörden dabei unterstützt, Maßnahmen zu ergreifen, um gesundheitsschädlichen Feinstaub zu reduzieren.

Stuttgart_openData Feinstaub Map

Die Veranstaltung findet am 22. April 2017, im Jugendzentrum JuZ (Margaretendamm 12a), von 18 bis 20 Uhr statt.
Referent: Frank Riedel, Stuttgart.

  • Der Eintritt zum Vortrag ist frei.
  • Wer anschließend ein Feinstaub-Messgerät basteln möchte, kann einen Bausatz bei den Veranstaltern erwerben (Kosten ca. 37€).
  • Um eine Spende für die Reisekosten des Referenten wird gebeten.
  • Informationen unter transition-bamberg. Vorbestellungen eines Bausatzes für ein Messgerät bei Gabriele Wiesemann (g.wiesemann@t-online.de) – solange der Vorrat reicht.

 

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