„Steigerwald JETZT in den Nationalparkprozess“

Freundeskreises Nationalpark Steigerwald

Kommunalpolitiker werben parteiübergreifend für eine Faire Chance für den Steigerwald im Wettbewerb der Regionen

JA zum Nationalpark Nordsteigerwald. Foto: Stephan Hummel

Das Sportheim war voll, rund 100 interessierte Bürger waren zur Informationsveranstaltung „Faire Chance für den Steigerwald“ in Eltmann am Mittwoch, 5. April, gekommen. Vier Kommunalpolitiker unterschiedlicher Parteien machten gemeinsam Wahlkampf: sie appellierten an KolllegInnen und Landräte, sich dafür einzusetzen, dass der Steigerwald bei der Wahl des 3. bayerischen Nationalparks dieselben Rechte und Chancen erhält, wie andere Gebiete. Vorrausichtlich gegen Ende dieses Jahres wird die Entscheidung zum 3. Nationalpark fallen.

Die Referenten riefen dazu auf, JETZT für die Steigerwald-Region zu kämpfen und bei der Onlinepetition zu unterschreiben, damit die Region eine umfassende Informierung erhält, bevor die Entscheidung fällt: openpetition.de/!steigerwald. Auch die Allianz „Faire Chance für den Steigerwald“ aus Wirtschaftsvertretern und Kommunalpolitikern setzt sich dafür ein. Wer sich hier anschließen will, kann sich an Bürgermeister Schneider vom Markt Ebrach wenden oder an die Nationalparkvereine, sie vermitteln. Der Nationalpark ist eine Jahrhundertchance, die die Region auch wirtschaftlich stark voran bringt und eine weite Strahlkraft auf das gesamte Umfeld hat. Diese Chance kommt so schnell nicht wieder und muss gut geprüft sein. Die Staatsregierung bietet anderen Regionen einen transparenten und ergebnisoffenen Prozess mit umfassender Informierung aller Bürger. Die Landräte und KommunalpolitikerInnen sind aufgerufen, sich JETZT im Wettbewerb der Regionen für ihre Steigerwald-Region einzusetzen. Das Angebot der Staatsregierung ist zu finden unter: http://www.np3.bayern.de. BUND Naturschutz Haßberge und Freundeskreis Nationalpark Steigerwald hatten zur Veranstaltung geladen.

Diskussion aufgrund von Fakten

In seinem Grußwort betonte Eltmanns Bürgermeister Michael Ziegler und stellvertretender Landrat, wie wichtig es ist, miteinander zu diskutieren und Gräben zu schließen. Die Referenten, Dr. Günther Denzler (ehem. Landrat Bamberg, CSU), Max-Dieter Schneider (Bürgermeister Ebrach, SPD), Thomas Vizl (Stadtrat Gerolzhofen und Kreisrat, Grüne), sowie Dr. Liebhard Löffler (Kreisrat Bamberg, FDP) forderten dies ebenfalls, auf der Basis von Fakten. Für drei Gebiete wurde im Landtag beschlossen, eine sozioökonomische Studie zum Nationalpark in Auftrag zu geben. Der Steigerwald bleibt weiterhin außen vor, weil dort nach Meinung von Landespolitikern eine ausreichende Akzeptanz in der Bevölkerung nicht gegeben sei. Die aktuellen Umfrageergebnisse werden schlicht nicht zur Kenntnis genommen. Umweltministerin Ulrike Scharf im Landtag (Redebeiträge unter Plenum online nachzuhören): „Der Dialogprozess wird fortgeführt, dabei bleibt es“, beteuerte Ministerin Scharf im Landtag. Wer, wie die Freien Wähler, den sachlichen Dialog über die Vor- und Nachteile eines Nationalparks ablehne, „verbietet der Bevölkerung die Diskussion“. Eine derartige „Entmündigung“ der Regionen werde sie nicht zulassen. (Die Unterfranken-CSU ist gegen einen Spessart-Nationalpark, Mainpost vom 6.4.17) Meint Umweltministerin Scharf dies wirklich ernst, muss Sie auch im Steigerwald die Diskussion eröffnen!

Das Eisen schmieden, solange es heiß ist

MdL Dr. Hans Jürgen Fahn, Freie-Wähler, kämpfte im Steigerwald jahrelang gegen einen Nationalpark. Jetzt kämpft er FÜR einen Nationalpark im Spessart – sein Bürgerbüro ist in Aschaffenburg. Im Steigerwald dreht sich ebenfalls der Wind: Eine Mehrheit von Zweidritteln der Bürger befürwortet nach einer EMNID-Umfrage von BN, WWF und LBV den Nationalpark, die Bevölkerung ist hier also genauso dafür wie im Spessart, wo sich die Staatsregierung sehr um sie bemüht. Der Stadtrat von Gerolzhofen hat am 6. März dementsprechend einen guten Beschluss gefasst: „Die Stadt Gerolzhofen fordert die Bayerische Staatsregierung auf, den Steigerwald in den aktuellen Prozess zur Auswahl eines 3. Nationalparks in Bayern und in die notwendigen Untersuchungen und Studien einzubeziehen.“

Aufruf, JETZT für den Steigerwald zu kämpfen – Petition unterschreiben und Bewerben

Thomas Vizl betonte, dass einige Gemeinden vorzeitig aufgrund falscher Informationen Entschlüsse getroffen haben, bevor klar war, das es einen 3. Nationalpark geben wird: „Wir bitten alle Kommunalpolitiker, Beschlüsse wie Gerolzhofen zu fassen, damit wir umfassende Informationen der Staatsregierung als Entscheidungsgrundlage erhalten“. Dr. Denzler rief dazu auf, „das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist“. Er appellierte in einem Brief an die Landräte, denn sie können das Rad noch drehen. Am Informationsabend rief er die Bürger auf, dem Steigerwald eine faire Chance zu verschaffen. „Der Steigerwald hat es verdient, dass er in diesem Wettbewerb mit geprüft wird. Ich bitte Sie, kämpfen Sie mit und unterschreiben Sie die an Landräte und Kommunalpolitiker gerichtete Petition!“ Dr. Liebhard Löffler, der den Abend moderierte, blutet als Steigerwälder das Herz, wenn er die aktuellen Holzeinschläge in alten Waldgebieten sieht. Er schlug als guten Kompromiss vor, einen Teil des Forstbetriebs Ebrach als Nationalpark auszuweisen und den anderen Teil mit dem Trittsteinkonzept zu bewirtschaften.

An alle KommunalpolitikerInnen oder WirtschaftsvertreterInnen: Allianz „Faire Chance“

Bürgermeister Max-Dieter Schneider nimmt seine Verantwortung ernst: „Ich muss mich als Kommunalpolitiker darum bemühen, dass das Geld in meiner Region ausgegeben wird. Unser schöner Steigerwald hat es verdient, unvoreingenommen geprüft zu werden. Wenn die Prüfung ergibt, dass wir nicht so gut sind, müssen wir das akzeptieren.“ Er rief alle KommunalpolitikerInnen und WirtschaftsvertreterInnen dazu auf, sich der Allianz „Faire Chance für den Steigerwald anzuschließen, die mittlerweile über 170 Unterstützer hat.

Attraktives Angebot der Bayerischen Staatsregierung – Sicherung der Holzversorgung

Für die 3. Nationalpark-Region werden eine Anschubfinanzierung, 10-15 Mio Euro pro Jahr dauerhaft sowie eine millionenhohe Wertschöpfung durch den Tourismus in Aussicht gestellt. Mit diesen Fördergeldern, lokalem Wirtschaftswachstum, vielen neuen regionalen Arbeitsplätzen und dem Versprechen, dass es in Nationalparkregionen keine Verlierer geben wird, wirbt die Bayerische Staatsregierung für den 3. Nationalpark in Bayern. Die Brennholzversorgung der örtlichen Bevölkerung wird zugesichert. Es sollen Lösungen erarbeitet werden, die die Holzversorgung regionaler Betriebe auch in Zukunft sicherstellen (www.np3.bayern.de/spessart.htm). Noch ist nichts entschieden – niemand weiß, wo der nächste Nationalpark eingerichtet wird und welche Region von diesen zukunftsträchtigen Investitionen profitiert. Die fachlich geeignetsten Gebiete können sich bewerben – nur der Steigerwald bleibt aus politischen Gründen außen vor. Dabei gilt er in Naturschutzkreisen als DAS bayerische TOP-Gebiet für einen Laubwaldnationalpark. Aktuell sind folgende Gebiete in der Diskussion: Spessart, Rhön und Auwälder an Donau und Isar.

 

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