Ausstellung porträtiert „Mutbürger“ bei der Flüchtlingshilfe

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An der Wäschespinne hängen Utensilien, die in der täglichen Integrationsarbeit gebraucht werden. Sie symbolisiert das Netzwerk der Helfer. Foto: groart.de

An der Wäschespinne hängen Utensilien, die in der täglichen Integrationsarbeit gebraucht werden. Sie symbolisiert das Netzwerk der Helfer. Foto: groart.de

Die Wanderausstellung „Fluchthelfer“ zeigt Projekte aus ganz Bayern, die dabei helfen, Schutzsuchende Menschen in Deutschland zu integrieren. Am 26. Januar ist die Ausstellung in Nürnberg eröffnet worden.

Nürnberg/Bamberg – Helfen verbindet. Dank Tausenden von Ehrenamtlichen gelingt im Moment in Deutschland etwas Großes: Vielen widrigen Umständen zum Trotz halten die Menschen zusammen und versuchen, Vertriebenen und Geflohenen aus aller Welt ihre Hand zu reichen. In allen Teilen Deutschlands finden sich freiwillige Helfer in Organisationen zusammen, unterstützen auf eigene Faust und tragen dazu bei, den vielen hilfsbedürftigen Neuankömmlingen wieder Hoffnung zu geben. Eine Wanderausstellung mit dem Titel „Fluchthelfer“ porträtiert 22 dieser Ehrenamtlichen und zeigt, wie unterschiedliche Hilfe aussehen kann. Eröffnet worden ist die Ausstellung am 26. Januar in Nürnberg.

Viele Besucher sind am Dienstag, 17 Uhr, ins Nürnberger Rathaus gekommen, um sich die Eröffnung der Wanderausstellung "Fluchthelfer" anzuschauen. Foto: groart.de

Viele Besucher sind am Dienstag, 17 Uhr, ins Nürnberger Rathaus gekommen, um sich die Eröffnung der Wanderausstellung „Fluchthelfer“ anzuschauen. Foto: groart.de

Auf 15 großen Roll-Ups zeigt die Ausstellung freiwilliges Engagement aus 15 Städten und Landkreisen in Bayern. Konzipiert worden ist diese von lokalen Bündnissen für Familie von Oberfranken bis in die Oberpfalz. Doris Reinecke, Geschäftsführerin Bündnis für Familie in Nürnberg, erklärt, die Ausstellung solle „diejenigen in den Blickpunkt lenken, die in den letzten Monaten unglaublich viel geleistet haben“. Ganz unterschiedlich können diese Verdienste aussehen: Seien es die beiden 20-jährigen jungen Frauen in Erlangen, die sich für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge einsetzen, sei es Johannes Stegmann aus Ansbach, der für das Deutsche Rote Kreuz Hilfseinsätze in Syrien organisiert sowie Hilfskräfte fortbildet oder der Förderkreis goolkids aus Bamberg, der hilft, Einheimische und Asylbewerber über sportlich-integrative Projekte zueinander zu führen. Auf einer Wäschespinne (das „Netz der Helfer“) haben die Initiatoren Gegenstände der täglichen Arbeit installiert: Sporttrikots, Klaviernoten, Erste-Hilfe-Sets, Fahrradschläuche und vieles mehr.

„Helfen macht glücklich“, sagt Nürnbergs Landrat Armin Kroder bei der Eröffnung der Ausstellung. „Und zwar beide Seiten.“ Darüber hinaus sei die Politik auch weiterhin auf das Engagement aus der Bürgerschaft angewiesen, denn die Integration gleiche eher einem Marathon als einem 100-Meter-Lauf, so Kroder. Nach Schätzungen sind im Jahr 2015 über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland eingereist, laut Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge haben im vergangenem Jahr 441.899 Menschen einen Asylerstantrag in Deutschland gestellt.

Für das laufende Jahr wagen weder Bundesregierung noch die Europäische Union genaue Prognosen. „Wir werden die Zuwanderung nicht verhindern können“, sagt Nürnbergs Referent für Jugend, Familie und Soziales Reiner Prölß. „Daher brauchen wir ein funktionierendes System.“ Vielerorts in Deutschland wächst der Unmut über die neuen, fremd erscheinenden Nachbarn und rechte Gruppierungen hetzen gegen Flüchtlinge. Dabei sei aktuell die Bedrohung für Flüchtlinge viel höher als eine Gefährdung, die von ihnen ausgeht. Ehrenamtliche sieht Prölß daher als Botschafter der Akzeptanz. Sie „sind Mutbürger in einem nicht immer freundlichen Umfeld“.

Viele der porträtierten Ehrenamtlichen sind am Dienstag, 17 Uhr, ins Nürnberger Rathaus gekommen, um sich die Eröffnung der Wanderausstellung "Fluchthelfer" anzuschauen. Unter anderem Katharina (ganz links), die in Bamberg bei einer Basketballgruppe mitspielt. Foto: groart.de

Viele der porträtierten Ehrenamtlichen sind am Dienstag, 17 Uhr, ins Nürnberger Rathaus gekommen, um sich die Eröffnung der Wanderausstellung „Fluchthelfer“ anzuschauen. Unter anderem Katharina (ganz links), die in Bamberg bei einer Basketballgruppe mitspielt. Foto: groart.de

Als eines der 15 Projekte steht eine Bamberger Basketballgruppe des Förderkreises goolkids im Fokus der „Fluchthelfer“-Ausstellung. Jede Woche stehen unzählige junge Leute in den Hallen und auf den Plätzen der Domstadt, um mit Einheimischen und Flüchtlingen gemeinsam Sport zu treiben. Doch damit nicht genug: Ziel soll es sein, (aus welchen Gründen auch immer) sozial benachteiligten Menschen jeder Nationalität den Zugang zum Sport zu erleichtern und idealerweise langfristig in die Vereine im Landkreis zu integrieren. Eine der goolkids ist die 19-jährige Katharina aus Bamberg. Ihre Erfahrungen mit den internationalen Basketballern sind gut: „Die Flüchtlinge spüren schnell, dass sie willkommen sind als Teil unseres Teams.“

Noch bis zum 19. Februar ist die Ausstellung in Nürnberg zu sehen, danach geht sie auf Reise durch den Freistaat. Im April wird sie in Bamberg zu sehen sein. Nach der feierlichen Eröffnung am Mittwoch, 13. April, 14 Uhr, können sich Besucher die „Fluchthelfer“ bis zum 27. April im Erdgeschoss des Rathauses am Maxplatz anschauen.

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