Besonderheiten im Bamberger Wahlkampf, Teil 1

Redaktion

Über Stilfragen und deren Grauzonen wurde berichtet, über die Materialschlacht ebenfalls. Die meisten Bewerber wollen mit besonderen Aktionen sich selbst und natürlich ihre Themen platzieren. Über Inhalte soll schließlich öffentlich diskutiert werden. Die engagierten Bürger haben damit begonnen: Wahlprüfsteine: Zeit, das eigene Versagen einzugestehen). In lockerer Folge wollen wir Besonderheiten und Außergewöhnliches vorstellen – schließlich ist Bamberg besonders und außergewöhnlich, bewohnt und bereichert von besonderen Menschen, die mitreden wollen.

Schaufenster der Bamberger Realisten

Geschäft am Kaulberg. Foto: Christiane Hartleitner

Geschäft am Kaulberg. Foto: Christiane Hartleitner

Fangen wir bei den kleinen Parteien an, die bisweilen ob geringer finanzieller Ausstattung umso kreativer sind: Die Bamberger Realisten deuten durch ihre umgedrehten Plakate die Situation auf ihre Weise: Bamberg steht Kopf! Ob die Zurschaustellung am Kaulberg in einem leer stehenden Geschäft Kritik an Schaufensteranträgen von Konkurrenten aufs Korn nehmen, ist fast anzunehmen.

Grüne Suppe und Grünlinge

GAL Suppenaktion. Foto: Christiane Hartleitner

GAL Suppenaktion. Foto: Christiane Hartleitner

Die GAL, bekannt für ihre eher zurückhaltende Plakatierung, möchte mit feinsinnigen Aktionen punkten, die gleichzeitig ihre grünen Grundwerte vermitteln. So verteilten sie am Gabelmann eine grüne Suppe aus tags zuvor gesammelten, bunten Gemüsen von ortsansässigen Händlern, die das Grünzeug als unverkäuflich entsorgt hätten. Gleich mehrere Fliegen schlagen sie quasi mit einer Klappe: Sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln, Entlastung der kommunalen Abfallentsorgers und kulinarische Genüsse aus (meist) regionalem Anbau.

Grünling lädt zur zum Essen ein. Foto: Christiane Hartleitner

Grünling lädt zum Essen ein. Foto: Christiane Hartleitner

Grünlinge ziehen derweil durch die Stadt und machen das Stadtbild grüner. Ebenso scheint es sich mit den grünen Platzhaltern zu verhalten, die an wenigen Stellen Stimmung für die sicherlich bald folgenden Plakate machen.

Grüne Platzhalter

Grüne Platzhalter. Foto: Christiane Hartleitner

Der Wahlkampf dauert noch an

Der Wahlkampf dauert noch an. Es darf angenommen werden, dass kreative Aktionen und Reaktionen noch folgen. Aufmerksame WählerInnen werden den Fortgang beobachten und wir berichten.

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Wahlprüfsteine: Zeit, das eigene Versagen einzugestehen / Oberbürgermeister Starke weiter als Wahlleiter im Spiel, erhält aber die orangene Karte / Wahlkampf: Schnelle Hilfe gegen Armut in Bamberg / Städtische Pressestelle: „Ich möchte genau das rauchen, was Sie geraucht haben“. / Lesetipp SZ: Ohne “Andi” läuft nichts / Krieg ist Frieden; Freiheit ist Sklaverei; Unwissenheit ist Stärke / Der Bamberger Oberbürgermeister betreibt mit der gesamten Stadtverwaltung Wahlkampf / Wird der Oberbürgermeister seiner Funktion als Wahlleiter gerecht? / Der Stadtrat und nicht der Oberbürgermeister wird im März gewählt

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