Wie Fahrrad-freundlich ist Bamberg?

Redaktion

Am Grünen Markt. Foto: Christiane Hartleitner

Wie Fahrrad-freundlich sind deutsche Städte? Wie Fahrrad-freundlich ist Bamberg? Das möchte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) wissen und hat die Umfrage “Fahrradklima-Test” im Internet gestartet. Bis Ende Oktober können Radler unter www.fahrradklima-test.de online 27 Fragen beantworten. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, einen zusätzlichen Kommentar zur Situation des Radverkehrs vor Ort abzugeben. Die Umfrage wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) und unterstützt von der Fahrrad-Fachhandelsgruppe ZEG.

Im Januar 2013 werden die Ergebnisse veröffentlicht und die besten Städte ausgezeichnet. Das wird interessant. Die Umfrage findet zum fünften Mal statt, der letzte Fahrradklima-Test liegt bereits sieben Jahre zurück. Seitdem haben einige Städte aus ihrer Sicht viel für den Radverkehr getan. Ob die Nutzer das auch so sehen oder wo für sie noch Handlungsbedarf besteht, wird die Umfrage hoffentlich zeigen.

„Über sechzig Prozent der Deutschen fahren mindestens mehrmals im Monat mit dem Fahrrad. Wir wollen wissen, wo vor Ort angepackt werden muss, um die Bedingungen für den Radverkehr noch besser zu machen.“ so Ludger Koopmann, stellvertretender Bundesvorsitzender des ADFC. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMVBS, Jan Mücke MdB, ergänzte: „Ein positives Fahrradklima in Städten und Gemeinden ist eine wichtige Voraussetzung für die weitere Zunahme des Radverkehrs, die die Bundesregierung nicht zuletzt mit dem Nationalen Radverkehrsplan fördert. Den ADFC-Fahrradklima-Test unterstützen wir, weil er den Kommunen bei Ihrer Arbeit vor Ort mit wichtigen Informationen hilft und insgesamt ein Bild der Fahrradfreundlichkeit deutscher Kommunen zeichnet.“

Beim letzten Test belegte Münster den ersten Platz, gefolgt von Kiel und Oberhausen. Bayerns Metropole München, die Radlhauptstadt werden will, belegte damals Platz 10, Berlin Rang 20. Schlusslicht war Hamburg. Allerdings haben beim letzten Mal nur 26.000 Menschen die Fragen beantwortet.

7 Gedanken zu „Wie Fahrrad-freundlich ist Bamberg?

  1. Nochmal zu den Einbahnstraßen: Das müsste man wirklich am konkreten Beispiel diskutieren. In der Sutte und Matern würde ich die Gegenrichtung auch nicht öffnen. Aber nehmen wir z.B. den Vorderen Graben zwischen Hauptwachstraße und Fleischstraße, wo die Polizei eine Öffnung jahrzehntelang abgelehnt hat. Völlig problemlos!

  2. komisch nur, dass niemand von den chaoten auf 2 rädern redet, die sich keinen deut um regeln scheren! und das sind nicht gerade wenige…

    die einen fahren nur zu gerne durch die fussgängerzonen – sogar „intelligente“ studenten oder „seriöse“ senioren, manche sogar mit vollgas.

    die nächsten fahren rücksichtslos verkehrt durch jede einbahnstrasse!
    oder sie werden sogar beleidigend weil fussgänger nicht beiseite springen, wo gar keine räder erlaubt sind (zwischen kleberstr. und löwenbrücke)

    radwege? zu was denn, und überhaupt wieso in richtiger richtung benutzen?

    irgendwie beschleicht einem misch-verkehrs-nutzer (auto, rad, bus, fuss!) das gefühl dass die welt nur den gesetzlosen radfahrern gehören darf!?

    radfahrer sind extrem egoistische genossen auf der strasse:
    das auto ist immer böse und fussgänger sind ständig im weg, so sieht leider die welt einer großen mehrheit(?) aus! vom handyverbot hat man als radfahrer ja auch noch nichts gehört. pfeiff drauf, wenn jemand dabei angefahren wird

    • Radler-Bashing hat ja z.Z. Hochkunjunktur. Mit der Realität freilich hat das wenig zu tun. Klar gibt es auch unter den Radlern Exemplare, die sich nicht so benehmen, wie man es von zivilisierten Zeitgenossen wünschen würde. Aber ob das signifikant mehr sind als unter anderen Gruppen von Verkehrsteilnehmern? Wohl kaum…
      Die Realität kann man jeden Tag selbst testen. Nur als Beispiel: Gestern, auf der Fahrt von der Innenstadt (Königstraße) zum Heinrichsdamm. Vom Rüdelweg (leider immer noch mit Ü-Punkten, aber das nur nebenbei…) fuhr ich (erlaubtermaßen!) gegen die Einbahnrichtung in die Martin-Luther-Straße und wurde dort von einem viel zu weit links fahrenden Auto fast frontal gerammt und musste mich auch noch vom Fahrer selbigen Gefährts blöd anmachen lassen. Offenbar hat es sich der hermetischen Welt der Karosseriebesitzer noch nicht herumgesprochen, dass es mittlerweile auch in Bamberg – endlich – etliche Einbahnstraßen gibt, die für Radler entgegen der Einbahnrichtung offen sind.
      Dann weiter auf der Marienbrücke, wo Radwegbenutzungspflicht herrscht. Das bedeutet, wenn man links abbiegen will: man muss an der Ampel zweimal warten. Das sind die Dinge, die Radler zur Verzweiflung treiben. Da ich mich ja an die Verkehrsregeln halte, fahre ich neuerdings bis zum Kreisverkehr am Wilhelmsplatz, wo ich ohne weitere Wartezeit nach links abbiegen kann. Wenn es da nicht immer wieder Autofahrer gäbe, für die Radler keine gleichberechtigten Verkehrsteilnehmer sind. Denn einer dieser ach so regelkundigen Fahrer, der aus dem Kreisverkehr nach rechts in die Friedrichstraße abbiegen wollte, hielt es natürlich nicht nötig, mich Radfahrer IM Kreisverkehr vorbeizulassen und hätte mich, so ich auf mein RECHT bestanden hätte, wohl über den Haufen gefahren…
      Wie gesagt: das sind nur zwei Beispiele aus dem Radler-Alltag, die sich beliebig erweitern ließen.
      Noch etwas zum Thema Handy-Nutzung: Ich sehe jeden Tag wirklich sehr viele Leute im Auto, die an ihren Handys hängen. Ich habe aber noch niemals gesehen, dass einer dieser Fahrer angehalten worden wäre. Mir (als immer noch standhaften Handy-Verweigerer) dagegen ist es vor einigen Monaten so ergangen, dass mich zwei Polizisten anhielten, als ich mich ans Ohr gelangt hatte. Originalton: „Sie haben doch gerade mit Ihrem Handy telefonert.“ Ich musste meine ganze Höflichkeit aufbringen, um nicht in einen Lachanfall auszubrechen…
      Aber seit „Animal Farm“ weiß man ja: Alle Tiere sind gleich…

      • so könnten wir wohl ewig weitermachen…

        doch mit „bashing“ oder der minderheit muss ich klar widersprechen! alleine heute waren es wieder 3 radler auf unerlaubten wegen und heftig protestierend.
        und in der fussgängerzone konnte und wollte ich nicht mal mehr zählen! „rad-slalom“ trotz vieler passanten.

        was dem radfahrer sein autofahrer ist dem fussgänger sein radfahrer? herr schütze mein feindbild?
        doch seit ich alle varianten benutze sehe ich die unterschiede aus etwas ehrlicheren augen – auch wenn für radler die welt noch nicht golden ist!

        übrigens – zum glück wird nicht jede einbahnstrasse freigegeben. oder wollen sie das auch noch?

        • Bei gegenseitiger Rücksichtnahme (wie sie ja im leider zu wenig bekannten und noch seltener befolgten § 1 der StVO niedergelegt ist) gäbe es in der Tat kaum eine Einbahnstraße, die nicht für eine Öffnung geeignet wäre.

          • langsam, langsam!
            also mir fallen auf anhieb zwei drei hände voll ein – auf alle fälle sind es die strassen, in denen neben einem auto weniger als 1m platz bis zum gehweg übrig bleibt!

            alles darunter ist schlichtweg brandgefährlich – für alle 3 gruppen incl fußgänger

  3. Sehr gut. RadlerInnen:
    Bitte macht fleissig und mit ehrlichen Antworten mit.
    Bitte nicht vergessen zu erwähnen, dass in den Radstellplätzen die Motorisierten parken und so die Flächen wegnehmen.
    Die das duldende Stadtverwaltung ist ein weiteres Thema.

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